Montag, 12. März 2018

[Dana] Rezension: Andreas M. Sturm - Todesangst

 ©edition Krimi
 Todesangst

Autor: Andreas M. Sturm
erschienen Februar 2018
Verlag: edition Krimi
ISBN:  978-3-946734-14-7
spannend, brutal, überraschend


Obwohl Katrin Wolf und ihr Team bisher jeden Mörder gefasst haben, hören die Verbrechen in Dresden einfach nicht auf. Ein Jugendlicher ist auf brutale Weise, am helllichten Tag, gestorben und zunächst fehlt jegliches Motiv für diese grausame Tat. Doch schnell wird klar, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt und der Täter geht mit brachialer Gewalt vor. Die Zeit drängt, denn weitere Tote wollen die Ermittler um jeden Preis verhindern.
Erschwerend kommt hinzu, dass Karin sich nicht ungestört auf ihre Polizeiarbeit konzentrieren kann. Ein alter Feind hat ein Kopfgeld auf die Kommissarin ausgesetzt, was ihr Leben alles andere als sicher macht. Bedrohung, Verfolgung, Anschläge – Karin weiß nie, hinter welche Ecke die nächste Gefahr lauert.


Der Schreibstil von Andreas Sturm ist sehr angenehm und flüssig. Die Handlung konnte mich wieder sehr schnell packen und mitnehmen. Besonders gut gefällt mir die Kombination aus Privatleben der Ermittler und dem aktuellen Fall. Obwohl die private Komponente nie zu sehr in den Vordergrund gerückt wird, kommt es immer wieder durch und man lernt bei den Ermittlungen das Team besser kennen. Am meisten erfahren wir dabei über Karin und Sandra, die sich vor ihren Kollegen mehr oder weniger verstecken müssen, denn als Paar dürften sie nicht in einem Team arbeiten. Die Nähe der beiden gefährdet ihre Arbeit jedoch nicht. Sie sind sehr konzentriert bei der Sache, kennen einander und die Reaktionen des Gegenübers gut und können so auch mal eingreifen, bevor die Lage kippt. Ich habe die beiden Frauen über die bisherigen Bücher schon sehr ins Herz geschlossen und finde es schön, dass man immer ein Stück mehr über sie erfährt. Auch von den andere Kollegen erfährt man neue Dinge, so wird das Ermittlungsteam noch interessanter, da jeder seine Ecken und Kanten hat, die er mit einbringt und die von den anderen akzeptiert werden.
Vorrangig geht es allerdings um die Morde und das ist natürlich auch richtig so. Die anderen Informationen bekommt man eher nebenbei, ohne dass sie einen von dem Fall weg bringen. Der Täter geht mit sehr viel Gewalt vor und obwohl es eine Verbindung zwischen den Opfern zu geben scheint, liegt das Motiv lange Zeit im Verborgenen. Als Leser kann man mit rätseln, mit fiebern und grübeln. Ich habe ständig hin und her überlegt, wer dahinter stecken könnte, welche Verbindungen es zu den anderen Passagen gibt, die man bekommt und ob es möglicherweise sogar etwas mit dem Kopfgeld zu tun hat, das auf Karin ausgesetzt hat, um sie in die Enge zu treiben.

Die Geschichte wird von einem übergeordneten Erzähler geschildert, so dass man zwar immer nah am Geschehen ist, aber die Möglichkeit hat, an verschiedenen Orten Eindrücke zu sammeln. Die Perspektivwechsel sorgen für zusätzlich Tempo und eine schöne Dynamik im Buch. Teilweise wird an den Stellen weggeblendet, an denen man unbedingt erfahren möchte, wie es weiter geht, so dass gleichzeitig die Spannung erhöht wird. Durch die verschiedenen Handlungsstränge, bei denen man nicht sofort weiß, wie sie in Verbindung zueinander stehen, erhält man einen sehr umfassenden Blick auf die verschiedenen Personen und ihre Machenschaften, auf die Ermittlungsarbeit, die sich auf unterschiedliche Richtungen stützt und die Bedrohung, die um Karin herum schleicht. Die Verknüpfung all dieser Komponenten ist Andreas Sturm sehr gut gelungen. Die Handlung wird stetig voran getrieben, mal auf der einen, mal auf der anderen Ebene und am Ende fügen sich die Dinge dann zusammen, so dass kleine Zusammenhänge und Verstrickungen deutlich werden, die man zunächst nicht erahnen oder entdecken konnte.  Besonders gut gefallen hat mir die Auflösung rund um den Kopfgeldjäger und Karin. Zwar habe ich mit dem Mörder ebenfalls nicht gerechnet, doch die Wende in dem Fall rund um die Ermittlerin hat mich nicht nur überrascht, sondern auch sehr gefreut und war absolut unerwartet.

„Todesangst“ ist nicht nur der Titel des Buches, sondern die gesamte Zeit präsent. Dabei hat nicht nur eine Person bzw. nur die Opfer diese Angst, sondern noch weitere der Figuren, die auf verschiedene Weise in die Fälle oder die Maschenschaften integriert sind. Die Angst ist, in unterschiedlicher Intensivität, dauerhaft vorhanden und spielt eine zentrale Rolle. Das Thema wurde klasse integriert und durchgezogen, wie ein roter Faden.
Ein spannender Krimi mit viel Ermittlungsarbeit und intensiven Einblicken in die grausamen Ereignisse. Die Handlung die sich rund um die Fälle strickt, ist sehr komplex, abwechslungsreich und bringt einem sowohl die Ermittler, als auch die neuen Personen näher. Ich hatte verschiedene Figuren in Verdacht und wurde am Ende überrascht – in meinen Augen alles richtig gemacht.


Vielen Dank an den Autoren für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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