Donnerstag, 29. März 2018

[Dana] Rezension: Martina Arnold (Hrsg.) - Ostermorde

 ©edition Krimi
 Ostermorde 1

Herausgeberin: Martina Arnold
erschienen Februar 2018
Verlag: edition Krimi
ISBN:  978-3-946734-19-2
tödliche Ostern  -frohes Fest ;)

Ei, Ei, Ei – wo steckst du nur? Ostern steht vor der Tür und was gibt es da Wichtigeres, als den Bräuchen nachzugehen und Zeit mit der Familie zu verbringen? Nichts? Oh da habt ihr eure Rechnung aber ohne unsere mörderischen Ostergeschichten gemacht! In 13 Kurzkrimis wirbeln die verschiedenen Autoren das Osterfest gehörig auf und ich kann euch schon jetzt garantieren, dass nicht alle lebend davon kommen werden. Nach dem Lesen wird man das kommende Osterfest wohl etwas skeptischer betrachten und sich genau überlegen, was man isst, wem man traut und wen man zu sich einlädt.

Gemütliches Osteressen im Kreise der Familie, verstecke Nester finden, fröhlich dem Osterhasen in der Stadt winken – zu Ostern ist immer und überall etwas los und unabhängig davon, wie intensiv man sich den Bräuchen und Traditionen so hingibt, ganz an einem vorbeigehen wird das Fest wohl nicht. Doch nicht immer ist alles Gold, was glänzt, nicht immer sind alle Osterhasen so freundlich, wie sie auf den ersten Blick wirken und nicht immer sind die versteckten Nester gefüllt mit Schokolade und anderen Gaben. Blutige Funde, brutale Hasen und tödliche Zusammentreffen lassen Ostern in einem völlig neuen Licht erscheinen. Wieso sollten die Verbrecher auch eine Pause machen, nur weil grad eine Feierlichkeit ansteht? Doch nicht alle Mörder sind von ihrer Grundeinstellung grausam und unberechenbar. Im Buch gibt es die Spontantäter ebenso wie die, die schon ihr ganzes Leben lang mit einem Bein im Gefängnis stehen und nur darauf warten, endlich erwischt zu werden. So sind auch die Motive sehr verschieden. Wir haben unter anderem mit Neid, Missgunst, Untreue, Eifersucht, Machtgier und dem Ausbruch aus den eigenen Fesseln zu tun – ungünstige Grundvoraussetzungen für ein friedliches Osterfest.
Ostermorde vereint Kurzgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Dadurch sind die Schreibstile, Perspektiven und Herangehensweisen in jeder Geschichte selbstständig und sie bauen nicht aufeinander auf. Sollte man das Buch nicht von Beginn an, sondern einfach mitten drin eine Geschichte lesen wollen, stellt das keine Hürde da. Je nach Lust, Laune und vielleicht dem eigenen Anlass zum Osterfest kann man sich heraussuchen, was am besten passt. Nicht jede Kurzgeschichte wird jeden Leser gleichermaßen ansprechen, aber insgesamt ist es eine sehr bunte, abwechslungsreiche Mischung, so dass für jeden etwas dabei sein sollte.
Teilweise begleitet man die Täter direkt bei ihrer Planung, der Umsetzung und Vertuschung der Morde, in anderen Geschichte ist man deutlich näher an den Opfern und spürt ihre Angst und die Vorahnung, was auf sie zukommen könnte. Es gibt aber auch übergeordnete Erzähler, die nicht aus der Ich-Perspektive berichten. So begleitet man dann innerhalb einer Geschichte auch verschiedene Personen und bekommt einen umfangreicheren Blick auf das Geschehen.
Mir hat besonders die Mischung sehr gut gefallen. Mal kann man mit den Ermittlern grübeln, wie alles zusammenhängt, mal fiebert man mit den möglichen Opfern mit und drückt ihnen die Daumen, dass sie einen Weg finden, dem fiesen Osterhasen zu entkommen und teilweise kann man den Tätern über die Schulter schauen und möchte am liebsten selbst eingreifen, um sie aufzuhalten.
Auch die Stimmung in den Geschichten ist sehr verschieden. In manchen fühlt man die bedrückte Grundstimmung schon bei den ersten Sätzen, andere sind jedoch eher witzig angelegt und es wird die eine oder andere Person vorgeführt bzw. an der Nase herumgeführt. Natürlich ist ein Mord niemals lustig, aber besonders in einer Geschichte war die Herangehensweise so gestaltet, dass ich nur belustigt den Kopf schütteln konnte über die etwas unfähigen Ermittler.

Für mich persönlich war der Start ins Buch nicht so richtig ideal. Ostern ist natürlich ein Fest, dass einen geschichtlichen, kirchlichen Hintergrund hat und deswegen finde ich es auch nachvollziehbar und verständlich, dass man das in die Geschichten mit integriert. Da historisch angelegte Geschichten nun aber nicht zu meiner Lieblingsrichtung gehören, war es für mich einfach ein etwas zäher Start in die Ostermorde. Andere Leser werden das sicher anders empfinden und die „Rückblende“ als gelungenen Einstieg in die Krimigeschichten empfinden.

Eine schöne, österliche Krimimischung, die für jeden Geschmack etwas bereit hält. Unterschiedliche Stile, unterschiedliche Perspektiven und völlig verschiedene Herangehensweisen machen das Buch abwechslungsreich. Die kurzweiligen Geschichten lassen sich gut zwischendurch lesen, zum Beispiel wenn zwischen den Osterbräuchen ein paar Minuten Zeit bleiben. ;)



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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