Montag, 15. Januar 2018

Rezension: Veronika Rothe - Hidden Hero 3 - Versteckte Wahrheit

 ©Dark Diamonds
 Versteckte Wahrheit
(Hidden Hero 3)

Autorin: Veronika Rothe
erschienen Dezember 2017
ISBN: 978-3-646-30063-5
spannender Abschluss, schwierige Protagonistin


Da es sich um den dritten Band der Reihe handelt, kann meine Rezension Spoiler in Bezug auf die vorangegangenen Bücher enthalten!

Lily ist inzwischen mehr als nur das Flower Girl aus der öden Pampa. Auch wenn nicht alle von ihr wissen, wo steckt sie schon ziemlich tief in den Turbulenzen der Superheldenwelt mit drin. Ruhe und Erholungspause stehen allerdings wieder nicht auf dem Programm. Neben den privaten Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt, gibt es da schließlich noch einen Superschurken aufzuhalten.


Obwohl ich wusste, dass die Protagonistin etwas speziell und nicht ganz einfach ist, wollte ich unbedingt wissen, wie es nun weiter- und ausgeht in der Heldenwelt. Sehr schade fand ich, dass gleich zu Beginn noch mal darauf hingewiesen wird, dass Lily sich ja bewusst ist, dass sie einige Leser wohl manchmal nervt, aber man eben selbst schuld ist, wenn man es trotzdem liest und da eben durch muss. Ja, sicher muss man das, aber damit war der Einstieg in das Buch schon mal ein wenig gedrückt.

Lily ist alles andere als perfekt. Sie ist gern mal zickig, launisch, schweift mit ihren Gedanken ab und traut sich nicht immer die Dinge zu, die sie wirklich kann. Wie ich bereits nach Band zwei sagte, mag ich, dass sie so unperfekt ist. Man braucht nicht immer eine starke, alles schaffende, umwerfende Heldin, die unfehlbar ist. Aber die Intensität der Macken wurde mir im Verlauf der Trilogie trotzdem etwas viel. Auch wenn ich wusste, worauf ich mich vermutlich wieder einlasse, hatte ich gehofft, dass es mit zunehmender Spannung der Handlung, die definitiv da war, besser werden könnte.
Wenn man eigentlich gar nicht weiß, wo einem der Kopf steht, alles hektisch, turbulent und undurchsichtig ist, muss man dann tatsächlich mit seinen Gedanken sonst wohin abschweifen und noch mal darauf hinweisen, dass man ja weiß, dass es die Leser nervt, wie man manchmal ist? Aus meiner Sicht muss man das nicht. Immerhin stand es schon häufig genug vorher im Buch drin.
Es ist wirklich spannend gewesen am Ende, weil es sich so zuspitzt und ich unbedingt wissen wollte, wie das Ganze nun aufgelöst wird, aber diese Einschübe haben mich immer wieder aus der Stimmung und der beängstigenden Atmosphäre gerissen. Wenigstens zum Ende hin hätte ich mir einfach gewünscht, dass es aufhört!

Die Protagonistin berichtet wieder aus der Ich-Perspektive und spricht die Leser immer wieder direkt an. Dadurch fühlt man sich mit eingebunden und wird direkt mit in die Handlung genommen – sowohl in die aufwühlenden, als auch in die „ich weiß, ich nerv euch“-Passagen. Angesprochen zu werden regt die eigenen Gedankengänge noch weiter an und man ist, meinem Empfinden nach, intensiver in der Handlung drin, als wenn man es so an sich vorbei plätschern lässt.
Im Verlauf des Buches hat sich noch mal einiges gewandelt, es wurden Geheimnisse und Intrigen aufgedeckt, die Aufschluss darüber gegeben haben, wie wirklich alles zusammenhängt. Eine der großen „Überraschungen“, zumindest war es für die Protagonistin sehr überraschend, habe ich bereits einige Zeit vorher geahnt, daher war ich an der Stelle nicht so geschockt, wie Lily. Zwar wusste ich nicht, wie genau es dann kommt und verknüpft ist, aber einen Teil der Wendung habe ich erwartet.
Insgesamt bin ich etwas hin und hergerissen. Auf der einen Seite war die Geschichte schon spannend und es gab schöne Entwicklungen und Erklärungen zu den Dingen, die man vorher nicht ganz einordnen konnte. Auf der anderen Seite war mir die Protagonistin einfach zu viel. Es war konsequent durchgezogen und es wird sicher Leser geben, die Lily sehr ins Herz geschlossen haben, mich konnte sie nicht dauerhaft überzeugen.

Ein turbulenter Trilogie-Abschluss, der viele Offenbarungen gebracht hat und von der Grundhandlung auf jeden Fall spannend angelegt war. Mich persönlich konnte es trotzdem nicht komplett packen, da die Figurenkonstellation meine Nerven ziemlich strapaziert hat.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten erhoben.