Sonntag, 28. Januar 2018

[Anja] Rezension: Für immer vielleicht von Cecelia Ahern

Für immer vielleicht

Autorin: Cecelia Ahern
erschienen April 2006
ISBN: 978-3-596-16134-8
zum Verlag → FISCHER 
© Fischer
unglückliche Zufälle + Angst = 30 Jahre verschwendete Lebenszeit

Rosie und Alex sind befreundet, seit sie fünf Jahre alt sind. Im Teenangeralter zieht Alex von Irland in die USA. Die zwei halten jahrelang Kontakt, nehmen am Leben des anderen Teil, während Kinder geboren und Ehen geschlossen werden. Doch beide sind nicht ehrlich zueinander...

Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen, E-Mails und Chat-Verläufen zwischen Alex und Rosie sowie mit Freunden und Verwandten. Auch ein paar Zeitungsartikel sind darunter. Die Nachrichten reichen von Zettelchen in der Grundschule bis zu Mails und Briefen im hohen Erwachsenenalter. Dementsprechend verändern sich auch Rechtschreibung und Ausdruck über die Zeit. Die meisten Nachrichten sind eher kurz, es gibt aber auch immer mal wieder längere Briefe mit umfassenden Schilderungen von Erlebnissen und Erinnerungen.
Insgesamt umfasst die Geschichte einen Zeitraum von knapp 45 Jahren, die man auszugsweise miterlebt. Dazwischen sehen sich die Figuren oder telefonieren regelmäßig, was teilweise aus den Nachrichten hervorgeht. Man bekommt also nur einen bruchstückhaften Einblick in das Leben der Figuren.

Ich habe schon einige Bücher von Cecelia Ahern gelesen und die meisten haben mir gut gefallen. Doch dieses hier hat mich ziemlich deprimiert.
Das Leben von Alex, aber besonders von Rosie, verläuft überhaupt nicht, wie sie es sich als Kind/ Teenager gewünscht und vorgestellt hat. Beide erleben einige Schicksalsschläge und Überraschungen in ihrem Leben, die sie vor schwere Entscheidungen stellen und sie von eigentlich bereits getroffenen Entscheidungen abbringen.
Nun ist es so, dass beide eigentlich etwas füreinander empfinden, aber nie den richtigen Zeitpunkt erwischen, dies einander auch zu sagen. So ist immer einer gerade verheiratet oder schwanger, sodass der andere seine Gefühle verschweigt. Auch durch das Einwirken anderer Personen verschwenden beide so viele Jahre ihres Lebens, die sie überwiegend unglücklich verbringen, weil sie das, was sie sich wünschen, nicht bekommen.

Während mir der Beginn mit den vielen kurzen, kindlichen Nachrichten gut gefallen hat, zog sich die Geschichte für mich aber irgendwann sehr. Ich fand es anstrengend, wie sich beide bei Freunden oder Verwandten ausgeheult haben, es aber nicht geschafft haben, miteinander zu reden und so viele Jahre ihres Lebens unzufrieden verbracht haben. Während sich die kurzen Nachrichten und Chats mit schnellen Wechseln zügig lesen, gab es einige längere Briefe, die ich eher langweilig fand, da sie auch wenig zur Entwicklung der Hauptfiguren beigetragen haben.

Das Ende kann mich nach dieser langen Zeit des Wartens nicht so richtig versöhnen.

Fazit
Die Erzählstil in Form von Briefen, Mails und Chatverläufen zwischen den einzelnen Figuren, darunter Kinder mit schlechter Rechtschreibung, die Dinge ausplappern, die sie nicht hätten sagen sollen, ist interessant. Leider gibt es einige länger Briefe, die ich als zäh empfand. Überhaupt zog sich die ganze Handlung sehr, da die Figuren es erfolgreich schaffen, 30 Jahre aneinander vorbei zu reden. Traurig und tragisch zugleich...


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