Samstag, 10. Juni 2017

Rezension: Celia Jansson- Liebe in 15 Lektionen

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Liebe in 15 Lektionen

Autorin: Celia Jansson
erschienen Mai 2017
 Selfpublisher
ASIN: B071VTMX31
schöne Idee, Schwächen in der Umsetzung

Levi ist der beste in seinem Studienjahrgang und konzentriert sich voll und ganz auf seine Kurse. Das Lernen macht ihm Spaß und wo andere an der trockenen Statistik verzweifeln, blüht er auf. Wenn er in allen Bereichen so überlegen wäre, würde der ungewöhnliche Deal zwischen ihm und Jannik wohl nie zustande kommen. Um sich selbst zu überwinden und auch die charmanten Traumtypen anzusprechen, nimmt Levi Unterricht bei Jannik, mit anderen Folgen als geplant.


Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen. Jannik zeigt seinem Kumpel Levi in verschiedenen Lektionen, was er für wichtig hält, wenn man sich ein wenig mehr öffnen und andere ansprechen möchte. Dabei geraten sie immer wieder in witzige, aber auch nachdenklich stimmende Situationen, weil nach und nach hoch kommt, woher Levis Schüchternheit kommt, was ihn hemmt und bewegt und was er sich selbst für die Zukunft erhofft.
Recht schnell wird klar, wohin die Reise gehen wird, da verrät leider auch der Klappentext schon ziemlich viel. Die einzige Frage, die da bleibt, ist, wie die beiden zu dem erwarteten Punkt kommen, da sie andere Dinge im Kopf haben, als sich darauf zu fokussieren.

Leider konnte mich die Umsetzung nicht komplett überzeugen. Wortwiederholungen und die Aneinanderreihung von verschiedenen Abläufen lassen die Geschichte nicht durchweg flüssig rüberkommen. Teilweise hatte ich das Gefühl, nur eine Aufzählung des Geschehens zu bekommen, ohne eine richtige Entwicklung zwischen den Erlebnissen.
In einem Buch mit zwei Männern als Protagonisten erwartet man nicht unbedingt geballte Emotionen, an manchen Stellen hätte es für mich jedoch etwas mehr sein dürfen. Obwohl es die beiden schon aufwühlt, was passiert, kommt das nicht immer rüber. Die persönliche Note der Figuren hätte etwas intensiver sein dürfen, damit auch der Unterschied zwischen ihnen deutlicher wird, wenn man sie begleitet.
Einige Passagen drehen sich nur um Jannik, andere nur um Levi und viele Szenen behandeln die beiden gemeinsam, da sie ja an ihrem Projekt „offener werden“ arbeiten und sich dafür immer wieder in verschiedenen Situationen und an unterschiedlichen Orten treffen.
Levis Unterricht besteht nicht nur aus theoretischer Wissensvermittlung, immer wieder kommen Jannik und er sich sehr nah, es wird leidenschaftlich und erotisch. Im Verlauf der Geschichte haben mir diese Abschnitte immer besser gefallen, da sie intensiver werden und die Chemie zwischen den Männern einfach besser stimmt. Man spürt da eine deutliche Veränderung in den Zusammenkünften, die zum einen für mehr Offenheit, auf der anderen Seite aber auch für neue Probleme sorgt.

Neben der Abmachung zwischen Jannik und Levi geht es auch um ihre Familien, ihre Vergangenheit, erste Erfahrungen, Outing und das Ansehen in der Gesellschaft. Da sind viele Themen integriert, die wichtig sind und gut zu den Protagonisten passen. Nicht immer ist alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick und vor allem einer hinter die schöne, gut gestylte Fassade. Auch Levi lernt mit der Zeit, dass Optik zwar ein wichtiger Punkt, aber noch lange nicht alles ist, um jemanden für sich zu gewinnen. Eine Lektion, die es quasi gratis gibt.

Eine interessante Idee, die für mich leider einige Mängel in der Umsetzung hat. Ich konnte mich nicht so richtig auf die Handlung einlassen und die Distanz zu den Protagonisten nicht so richtig überwinden.



Vielen Dank an die Autorin für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hey Dana,

    schade, dass die Umsetzung der Geschichte nicht vollkommen überzeugen konnte. Ich muss zugeben, dass mich der Klappentext schon nicht so angesprechen würde. Sehr schade für die Geschichte. :(

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Hallo Ruby,
      Geschmäcker sind eben auch einfach verschieden. Das sollte man sich dann auch eingestehen. Es gibt bestimmt viele, denen die beiden Protagonisten gleich ans Herz wachsen würden. :)
      Lg Dana

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