Samstag, 6. Mai 2017

Rezension: Don't kiss Ray von Susanne Mischke

Don't kiss Ray

Autorin: Susanne Mischke
erschienen April 2017
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-74026-5
© dtv
süße Liebesgeschichte mit Hindernissen

Auf einem Festival lernt Jill einen netten Jungen kennen. Doch als sie ihn das nächste Mal sieht, entpuppt er sich als Sänger einer bekannten Newcomer Band. Leider wurde die erste Begegnung der zwei bereits dokumentiert. Als Jill nach Hause zurückkommt, erwartet sie eine böse Überraschung. Eine Hetzjagd beginnt...

Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus der Ich-Perspektive der 16-jährigen Jill. Der Teenager war mir mit seiner unkomplizierten, natürlichen Art schnell sympathisch. Jill freut sich, einen Jungen getroffen zu haben, der sie nett findet. Dass Ray ein kleiner Star ist, schockiert sie. Dank der Erzählperspektive kann der Leser ihre Gedanken und Gefühle zu der verzwickten Situation mitverfolgen. Jill erlebt in der Geschichte eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle, es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen Angst, Hoffnung, Verzweiflung und  Glück.

Neben Jills Erzählung gibt es kleine Passagen, die Ray in der Ich-Form schildert. Auch ihn nehmen die Ereignisse mit. Er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den aufkommenden (Schuld-)Gefühlen für das eigentlich noch unbekannte Mädchen, dem Pflichtgefühl gegenüber seiner Band und dem Druck, der vonseiten des Managements ausgeübt wird. Dabei trifft Ray nicht immer die schlausten Entscheidungen. Trotzdem war mir der 18-jährige, der von der Situation teilweise stark überfordert ist, nicht unsympathisch, auch wenn er in einigen Situationen mehr Mut hätte beweisen können.

Während Rays Bandkollegen interessante Charaktere sind, empfand ich Jills Freundinnen teilweise als sehr anstrengend und unsympathisch.

Die Handlung ist süß. Dank der aufgebrachten Fanmenge, die Jill nach den ersten Internetfotos attackiert, baut sich eine gewisse Spannung und Anspannung auf. Zwar enthält die Geschichte keine allzu großen Überraschungen, trotzdem habe ich das Buch an nur einem Tag gelesen, weil ich wissen wollte, wie die zwei Teenager aus der verworrenen Lage wieder herausfinden bzw. was Jill möglicherweise noch alles ertragen muss.
Denn der Hass, der ihr im Internet entgegenschlägt, bekommt enorme Ausmaße und zeigt eindrucksvoll die Risiken der Social Media Plattformen und wie leicht sich die Masse auf einen einzelnen einschießen kann. Allerdings bleibt der Konflikt nicht im Internet und so muss Jill teilweise Angst haben, das Haus zu verlassen – eine erschreckende Situation, die aber keinesfalls unrealistisch erscheint.
Neben dem (Cyber-)Mobbing wird mit den Knebelverträgen der „Stars“ ein weiteres ernstes Thema  angeschnitten.

Obwohl ich das Buch gern gelesen habe, habe ich etwas „Besondere“ in der Geschichte vermisst. In manchen Passagen hatte ich das Gefühl, etwas ähnliches schon mal gelesen/ gesehen zu haben. Das Thema Popstar trifft Fan, darf aber keine Beziehung haben, ist ja nicht unbedingt neu.

Don’t kiss Ray ist eine süße, seichte Liebesgeschichte, die mich insgesamt gut unterhalten konnte. Die Handlung kommt ohne große Überraschungen aus, überzeugt aber mit zwei – im Großen und Ganzen – sehr sympathischen Hauptfiguren und jeder Menge Gefühl. Nicht nur – aber vermutlich doch bevorzugt – für jüngere, weibliche Leserinnen geeignet.


Ich danke dem dtv-Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hey Anja,

    schön das dir das Buch so gut gefallen hat. Ich denke, das ist auf jeden fall auch ein Buch für mich. Ich kann allerdings auch verstehen, dass dir das Besondere gefehlt hat.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  2. Hey Anja,

    ich mochte die Story auch ganz gerne. Sie ist süß, leicht zu lesen und kann ein paar schöne Lesestunden bescheren. Schön, dass sie dir auch gefallen hat. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  3. Oh, dass könnte mir auch gefallen. :) Danke für den Lesetipp. :)

    ♥liche Grüße
    Deine Lenchen

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