Montag, 13. März 2017

Rezension: Ina Taus - #bandstorys - Sad Songs

©Impress
#bandstorys 2
Sad Songs

Autorin: Ina Taus
erschienen März 2017
Verlag: Impress
ISBN: 978-3-646-60289-0
musikalisch und gefühlvoll, aber vorhersehbar durch Band 1

„Sad Songs“ ist der zweite #bandstory Band, die Geschichte ist aber an sich eigenständig. Die Personen, die vorkommen, sind größtenteils die gleichen, da es sich immer um die Mitglieder der Bands und ihre Freundinnen dreht. Dieses Mal geht es nicht um Anna und Max, sondern um Alex und Autumn und ihre ganz eigene Entwicklung. Vorwissen schadet sicherlich nicht, ich denke jedoch, es ist nicht zwingend notwendig.
Autumn hat äußerlich betrachtet alles, was man sich wünscht. Ihre Familie hat ein ordentliches Vermögen, sie selbst reist um die Welt, lernt viele tolle Orte kennen und kann mit ihrer großen Leidenschaft erfolgreich sein. Doch was sie sich zur Zeit wirklich wünscht, ist eine Auszeit von ihrem hektischen Leben, in dem es nicht genug Raum für sie selbst und ihre ganz privaten Wünsche gibt. Als sie auf den Schlagzeuger von „Must Be Crazy“ trifft, steht ihre Welt mit einem Schlag Kopf. Alles, wovon sie träumt, könnte wahr werden, wäre da nicht ihr Geheimnis, das alles verändern wird.


Das Buch ist keine Fortsetzung im klassischen Sinne. Wie ich in der Einleitung schon gesagt habe, stehen hier einfach andere Personen im Fokus, deren Geschichte nun thematisiert wird. Die Entwicklung zwischen Max und Anna wird am Rand mit aufgegriffen und auch die anderen Bandkollegen kommen natürlich vor, ich denke aber, man wird nicht weniger Spaß am Buch haben, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, vielleicht eher im Gegenteil. Durch das Ende von Band eins weiß man, wie „Sad Songs“ ausgehen wird, was ein wenig von der Spannung nimmt, auch wenn man nicht weiß, wie genau der Weg der beiden verlaufen wird.

Wie bereits im ersten Bandstory-Buch gibt es wieder zwei Ich-Perspektiven. So kann man beide Protagonisten intensiv begleiten und bekommt exklusive Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten. Als Leser hat man dem jeweils anderen Protagonisten über, einen Wissensvorsprung, da die Charaktere nicht immer gleich ehrlich zueinander sind. Zu groß ist die Angst vor den Reaktionen der anderen, die Möglichkeit, die frische Liebe zu verlieren.
Autumn wirkt häufig wie eine junge Dame, die unkompliziert, schon mit kleinen Dingen zu begeistern, ausgeglichen und meistens ziemlich lebensfroh ist. Doch ihr fällt es manchmal schwer, wirklich aus sich raus zu kommen, weil sie Angst vor dem hat, was passieren könnte, wenn ihr größtes Geheimnis raus kommt. Sie kennt in Wien nur wenige Menschen, Anschluss zu finden, fällt ihr zwar nicht unbedingt schwer, aber sie ist vorsichtig und manchmal auch ein wenig schüchtern. Ist der Eis einmal gebrochen, kann man viel Spaß mit ihr haben, besonders in den Skatparks. Alex gibt ihr das, was sie sich so lange erhofft hat, doch das junge Glück steht auf wackeligen Beinen.
Alex kennt man aus dem ersten Band schon ziemlich gut. Als Schlagzeuger einer der Bands ist er oft mitten im Geschehen und kann sich vor Fans kaum retten. Als ihm Autumn begegnet passiert mit ihm, woran er kaum geglaubt hat. Die anderen Frauen interessieren ihn nicht mehr und er möchte ihr die Welt zu Füßen legen. Doch noch ahnt er auch nicht, welches Geheimnis ihre Beziehung belastet.
Im Verlauf der Geschichte erlebt man verschiedene Facetten der Protagonisten und kann ihre Entwicklung gut mit verfolgen. Sonnenschein und große Gewitterwolken, Hoffnung, Angst, Verzweiflung. Von allem ist ein bisschen was dabei. Gern würde ich sagen, der Ausgang ist ungewiss, aber das war es für mich durch Band eins der Reihe natürlich nicht. Trotzdem hat es Spaß gemacht, die beiden zu begleiten und intensiver in ihre Welt einzutauchen, die von anderen Dingen dominiert wird, als die von Max und Anna.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Man fühlt sich schnell wohl im Buch und wodurch man die Figuren größtenteils kennt, empfindet man die Charaktere als große Familie, in der immer wieder neue Dinge erlebt bzw. von einer neuen Seite beleuchtet werden. Obwohl Alex und Autumn im Mittelpunkt stehen, erweitert sich auch das Bild, das man von den anderen Figuren hat. Man lernt sie ebenfalls besser kennen und es ergeben sich Ideen und Ahnungen, die ich im ersten Band noch nicht hatte. Ich bin gespannt, ob in die Richtung noch was kommen wird in der Reihe.

Durch das Vorwissen nicht ganz so überraschend, aber wieder schön geschrieben, sehr gefühlvoll und voller musikalischer Einschübe.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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