Freitag, 17. Februar 2017

Rezension: Stefanie Hasse - Graues Herz - Nadiya & Seth (1)

©Impress (Carlsen)
Nadiya & Seth (1)
 Graues Herz
(unabhängiges Spin-off zur Darian&Victoria-Reihe)

 Autorin: Stefanie Hasse
erschienen Februar 2017
Verlag: Impress (Carlsen)
ISBN:   978-3-646-60271-

magisch, turbulent, macht neugierig auf mehr

Obwohl alle von Magie und übernatürlichen Wesen wissen, wird die Existenz nur noch bedingt geduldet. Jede Spezies bekommt seinen eigenen Wohnbereich, eine Durchmischung ist nicht erwünscht und jeder, der magische Fähigkeiten hat, wird aufgespürt und eliminiert. Der dunkle König will sein Volk im Griff haben, alle Gefahren bannen und nichts dem Zufall überlassen. Eine schwere Zeit für Nadiya, in der Magie schlummert und über die sie mit niemandem reden darf. Erst als sie durch einen Zufall auf jemanden trifft, der ihr ähnlich zu sein scheint, ändert sich alles und doch ahnt sie nicht, wie gefährlich dieses Zusammentreffen war.


Dieses Buch ist der erste Band vom unabhängigen Spin-off zur Reihe „Darian & Victoria“. Es wird zwischendurch Bezug genommen auf die Handlung der Trilogie, aber nicht so sehr, dass man sie zwingend kennen muss, um der Geschichte folgen zu können. Ich kenne die anderen Bücher nicht und hatte nicht das Gefühl, mir würde etwas fehlen, allerdings bin ich neugierig darauf geworden, um zu erfahren, wie es zu der Gesamtsituation gekommen ist.

Der Schreibstil von Stefanie Hasse ist angenehm und flüssig. Ich habe mich schon nach wenigen Seiten sehr wohl gefühlt in der Geschichte und konnte der Handlung gut folgen, obwohl ich die Anspielungen auf Darian und Victoria nicht komplett einordnen konnte. Nach und nach taucht man tiefer in die Welt ein und erfährt, wie die Bevölkerung lebt, was es für Regelungen, Trennungen und Entbehrungen gibt, seitdem die neue Zeit angebrochen ist in Victoria.
Abwechslungsreich und dynamisch wird es durch die Perspektivwechsel, die dem Leser ermöglichen, einen umfassenderen Blick auf die Handlung zu bekommen und die Protagonisten zu begleiten, wenn sie nicht gemeinsam agieren.
Nadiyas  Handlungsstrang erleben wir aus der Ich-Perspektive, wodurch wir die junge Frau sehr intensiv kennenlernen und einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten. Für sie ist ihr gesamtes Leben ein riesiges Versteckspiel, denn niemand darf wissen, dass sie Magie in sich trägt. Dass sich eines Tages die Ereignisse überschlagen und ihre verborgene Kraft wichtig werden würde, hätte sie selbst wohl nie vermutet. Eine schwierige Zeit, mit vielen Geheimnissen, Offenbarungen und Dingen, die man erst mal durchschauen und verstehen muss.
Der zweite Handlungsstrang begleitet Sethemba. Seine Erlebnisse werden zwar nicht aus der Ich-Perspektive geschildert, aber dennoch bekommt man einen guten Eindruck davon, wie er lebt, was für Herausforderungen auf ihn warten und wie viel Druck von der dunklen Seite er bekommt. Sein magisches Erbe ist kein Geheimnis, er hat dafür mit ganz anderen Sachen zu kämpfen, die niemand wissen darf.
Zwischendurch kreuzen sich die Wege der Protagonisten, die Stränge verschmelzen miteinander, bevor sie dann wieder auseiander laufen. Die Berührungspunkte machen deutlich, wie eng alles miteinander verwoben ist.

Zum Ende des Buches nimmt die Handlung noch mal ordentlich an Fahrt auf. die Lage spitzt sich zu, einige Geheimnisse wurden gelüftet, weiter werden angedeutet und allen Beteiligten fällt es schwer, die Ereignisse einzuordnen, zu verstehen bzw. zu durchschauen. Kein Wunder, dass da alles etwas Kopf steht. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Ein paar Ahnungen habe ich, aber mal sehen, ob ich damit recht behalten werde.

Ein spannender Dilogieauftakt, der besonders durch die Perspektivwechsel abwechslungsreich und dynamisch wird. Viel verbotene Magie, facettenreiche Charaktere und offene Fragen machen neugierig auf die Fortsetzung.


Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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