Montag, 13. Februar 2017

Rezension: Open Minds - Gefährliche Gedanken von Susan Kaye Quinn

Mindjack #1
Open Minds - 
Gefährliche Gedanken

Autorin: Susan Kaye Quinn
erschienen März 2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1497408555
©
fesselnde Idee, spannende Story

Die 16-jährige Kira lebt in einer Welt, in der die Menschen gegenseitig ihre Gedanken lesen können. Auch Konversation findet überwiegend in den Köpfen statt. Nur wenigen ist diese Fähigkeit, die sich normalerweise im Jugendalter ausbildet, nicht vergönnt. Kira gehört zu ihnen – sie ist eine Null und auf Sprache zur Verständigung angewiesen, was gerade in der Schule für Probleme sorgt. Doch dann entdeckt Kira, dass sie doch die Gedanken anderer lesen kann – nur ganz anders als erwartet. Wie lange wird sie ihr Geheimnis in einer Gesellschaft, in der kein Gedanke sicher ist, verbergen können?

Die Idee des Buches ist faszinierend und erschreckend zugleich. Nahezu alle Menschen können nahezu jeden Gedanken ihrer Mitmenschen lesen. Wer nicht lesbar ist, gilt als nicht vertrauenswürdig und wird ausgegrenzt. Öffentliche Berührungen sind dadurch kaum möglich, denn die dabei erzeugten Empfindungen landen ebenfalls in den Köpfen der anwesenden Mitbürger. Kein Gedanke, kein Geheimnis ist sicher.
Dass die Geschichte nur etwa 100 Jahre in der Zukunft spielt und sich etwa in unserer jetzigen Zeit die ersten Leser entwickelt haben müssen, macht den Weltentwurf noch reizvoller.

Ich muss allerdings auch sagen, dass ich mich in die vielen fremden Begriffe erst einlesen musste. Einen Glossar sucht man vergeblich, es dauert allerdings auch nur wenige Kapitel, um die Grundlagen zu verinnerlichen. Dabei hilft es beim Zurechtfinden, dass die Geschichte erst mal ruhiger beginnt, bevor dann Tempo und Dramatik rasant ansteigen.

Das Buch konnte mich schon nach wenigen Seiten in seinen Bann ziehen. Die Handlung hat von Beginn an mysteriöse, spannende Momente. Je mehr Kira über ihre neuen Fähigkeiten erfährt, desto gefährlicher wird die Situation für sie. Sie landet in einem Strudel aus Geheimnissen und Intrigen, der nur schwer zu durchblicken ist.
Es passiert unglaublich viel, ein Ereignis jagt das nächste, Kira hat kaum Zeit, auszuruhen. Zum Ende nehmen dann Spannung und Dramatik nochmal extrem zu. Es gibt aber auch ruhigere, emotionale Passagen.
Da Kira die Ich-Erzählerin der Handlung ist, kann der Leser mit ihr zusammen ihre neuen Kräfte entdecken und miträtseln, welche Absichten die einzelnen Figuren verfolgen, die ihr begegnen. Zudem gibt sie dem Leser einen intensiven Einblick in ihre Gedanken, der den meisten sonst verwährt bleibt.

Kira ist eine sympathische Protagonistin. Die neuen Fähigkeiten verwirren und überfordern sie zunächst. Sie bemüht sich, die Lügen und Beeinflussung bei den Menschen, die ihr wichtig sind, zu begrenzen. Doch schnell verstrickt sie sich so sehr in ihre Lügengeschichten, dass sie gezwungen ist, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht will.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich damit, wie übermächtig Kira teilweise wird, dass sie es mit mehreren Erwachsenen gleichzeitig aufnehmen kann. Das Alter des Teenagers, das zwar im Klappentext erwähnt wird, hatte ich nicht mehr im Kopf, denn im Buch kommt die Info erst sehr spät. Dadurch habe ich sie mir lange Zeit etwas älter vorgestellt. Sie handelt oft deutlich reifer und überlegter, gleichzeitig gibt es aber auch Situationen, in denen sie sehr unbedacht und naiv agiert, in denen man ihr das Alter und letztlich auch die Überforderung mit der Situation und der großen Verantwortung, die sie übernehmen muss, anmerkt.

Es handelt sich hierbei um den ersten Band einer Trilogie und so bleiben auch noch Fragen und Themen für weitere Bände offen. Allerdings sind die wichtigsten Handlungsstränge dieser Geschichte abgeschlossen und bereits viele Antworten gefunden. Man kann nur erahnen, was Kira im nächsten Band erwarten wird...

Gruselig-faszinierende Idee. Das dargestellte, dystopische Szenario konnte mich schnell fesseln. Kiras Geschichte ist durchweg spannend und dramatisch. Auch wenn der Teenager etwas arg viel leisten muss, konnte mich die abwechslungsreiche Handlung überzeugen. Toller Auftakt.


Ich danke Übersetzer Michael Drecker für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Mindjack-Trilogie

Kommentare:

  1. Hey Anja,

    das Buch ist auch schon auf meinem Kindle eingezogen und bisher leider noch immer nicht gelesen worden. Einfach fürchterlich....aber die Bücher auf dem Kindle werden immer straflich vernachlässigt. :(

    Ich muss echt mal anfangen da auch ein paar abzubauen. *g*

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  2. Hallo, Anja,
    der Grundgedanke des Buches ist echt erschreckend. Ist das dann nicht ziemlich laut in deinem Kopf, wenn du immer alles und jeden hören kannst? Gruselig! Auf jeden Fall ein echt spannender, neuartiger Ansatz. Danke, dass du uns das Buch vorgestellt hast. Viele Grüße, Liane

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    1. Huhu,
      Kira wird es teilweise auch zu laut ;)
      Ich möchte mir das auch gar nicht vorstellen. Einerseits hört man drum herum total viel und andererseits ist kein geheimer Gedanke möglich. Lästern sollte man daher auch dringend vermeiden :D
      LG anja

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    2. Der Horror. Wobei ich selten läster. Aber schon ein kurzer böser Gedanke wie: "die sieht aber heute schlecht aus" kann dann ja schon peinlich werden. Ich will meist gar nicht wissen, was andere über mich denken. Klingt aber echt nach nem coolen Buch.

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  3. Hi Anja!

    Das Buch habe ich schon ein paar Mal (ich glaube auf Amazon) gesehen und es mir mal angesehen, aber ich bin nie dran hängen geblieben. Ich kann auch nicht so genau sagen, woran das lag. Es freut mich sehr, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Ich denke, ich werde mir nun noch ein paar weitere Meinungen ansehen und dann entscheiden, ob das ein Buch für mich ist :)

    Liebe Grüße
    Laura

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