Freitag, 20. Januar 2017

Rezension: Felicitas Brandt - Als die Bücher flüstern lernten

©Impress
Als die Bücher flüstern lernten

 Autorin: Felicitas Brandt
erschienen Januar 2017
Verlag: Impress
ISBN:  978-3-646-60259-3

abenteuerliche Reise ins Reich der Buchfiguren

Wenn man völlig auf sich allein gestellt ist, sucht man sich einen Zufluchtsort, an dem man sich geschützt und geborgen fühlt und an dem einen keiner was anhaben kann. Bei Hope sind das die Bücher. Wenn sie in den bunten Welten versinkt, dann ist sie in ihrem Element. Doch nie hätte sie für möglich gehalten, dass die Bücher sie irgendwann in ihre Welt ziehen und sie unglaubliche Herausforderungen meistern muss. Zwischen den Buchdeckeln schlummern noch mehr Geheimnisse, als man vielleicht glaubt.


Der Schreibstil von Felicitas Brandt ist sehr angenehm, flüssig und nimmt einen von Beginn an gut in der Geschichte mit. Ich habe mich schnell sehr wohl gefühlt und das obwohl die Protagonistin zeitweise eine ziemlich kratzbürstige Art an den Tag legt.
Hope ist eine Waise und hatte es damit natürlich nicht leicht in ihrem Leben. Anderen zu vertrauen fällt ihr schwer. Die Vorurteile, Beleidigungen und missmutigen Blicke, die ihr täglich auf der Straße zugeworfen werden, machen es nicht wirklich besser. Sie lebt sehr zurückgezogen, ist nicht die gesprächigste und zieht sofort alle Schutzmauern hoch, sobald ihr jemand zu nah kommt. Durch die gewählte Ich-Perspektive kann man Hope sehr intensiv kennen lernen und taucht nach und nach in ihre Gedankenwelt ein. Wenn man ihre Geschichte kennt, wundert einen ihr Verhalten nicht mehr wirklich. So hat es auch Sam, der eigentlich ganz anders heißt, schwer, zu ihr durchzudringen.
Die beiden Protagonisten sind auf jeden Fall eine explosive Mischung. Sam meint es gut, manchmal etwas zu gut und drängt Hope damit in die Ecke. Ihre schroffe, direkte, ehrliche Art kann manchmal verletzend sein, auch wenn es reiner Selbstschutz ist und sie nach der langen Zeit ohne Unterstützung einfach nicht so schnell über ihren Schatten springen kann. Trotzdem weicht er ihr nicht von der Seite, zumindest soweit Hope das zulässt, und besonders in den turbulenten Buchwelten, kann sie ihn als treuen Begleiter auf jeden Fall brauchen.

Die Kombination aus realer Welt, mit all ihren Schwierigkeiten, Sorgen und Ängsten und der Welt hinter den Buchdeckeln, hat mir gut gefallen. Sam und Hope erleben unglaubliche und magische Dinge. Nach und nach werden die Geheimnisse der fremden Welt aufgedeckt, man versteht, wie alles miteinander in Verbindung steht und wie es zu der Möglichkeit kommt, von den Büchern „geschluckt“ zu werden.
Hope und Sam haben es auch dort nicht leicht, jedoch auf eine ganz andere Weise. Besonders in Hope steckt mehr, als man vermuten würde, wenn man sie auf der Straße oder in der Bibliothek rumsitzen sieht. Es war schön zu erleben, wie sie mit ihren Aufgaben wächst und sie es mit der Zeit schafft, Hilfe anzunehmen. Überforderung, Angst und Zweifel gehören bei der veränderten Situation definitiv dazu. Dass da die Gefühle mal verrücktspielen, wundert einen kaum. Zwischendurch sorgen ironische oder sarkastische Bemerkungen aber auch immer wieder für ein Schmunzeln.

Eine schöne, magische Geschichte, die noch mehr Geheimnisse enthält, als man zunächst vermutet. Der angenehme Schreibstil nimmt einen von Anfang an mit. Beim Lesen habe ich ebenfalls darüber nachgedacht, in welche Buchwelten ich vielleicht gern mal schauen würde, die Geschichte färbt ab. 😉


Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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