Samstag, 14. Januar 2017

Rezension: Andreas Sturm (Hrsg.) - Giftmorde 3

©edition krimi
Giftmorde 3 -  
weitere tödliche Anleitungen

 Herausgeber: Andreas Sturm
erschienen November 2016
Verlag: edition krimi
ISBN:  978-3-946734-08-6

abwechslungsreiche Kurzkrimis

Die Welt der Pflanzen ist vielseitig und wenn man sie genauer betrachtet auch gar nicht so langweilig, wie das Grünzeug vielleicht auf den ersten Blick wirken mag. Einige Blumen überzeugen sofort mit prächtigen, bunten Blüten, andere Gewächse sind sehr unscheinbar und man würde sie einfach umlaufen, wenn man sie nicht kennt. Doch manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen, sonst entgeht einem wohlmöglich, wie tödlich die Fauna um uns herum ist.
In 13 Kurzgeschichten präsentieren verschiedene Autoren, was man mit den kleinen oder großen Pflänzchen so anstellen kann.


Obwohl ich schon zwei Gift-Anthologien gelesen habe, wird es nicht langweilig, wenn man wieder in die Welt der tödlichen Pflanzen eintaucht.
Die Kurzgeschichten sind alle eigenständig und beschäftigen sich mit verschiedenen Pflanzen, man kann sie also Problemlos unabhängig voneinander lesen, immer wenn einem grad mal wieder nach einem kleinen Mord ist.
Die Kurzkrimis sind auf ganz verschiedene Weisen erzählt und damit wird das Buch sehr abwechslungsreich. Einige Mörder sind wirklich kaltblütig, planen ihre Tat schon seit Monaten und warten nur darauf, endlich zuschlagen zu können. Andere werden eher zufällig und spontan zum Täter und sind teilweise selbst erschrocken, was sie da nur angestellt haben.
Auch die Altersspanne der Personen in den Geschichten ist ganz verschieden. Wer jetzt sofort verbitterte, ältere Menschen oder gestandene, gewalttätig veranlagte Männer im Kopf hat, der liegt natürlich nicht komplett falsch, aber auch nicht ganz richtig. In den verschieden Geschichten gibt es eine große Bandbreite an Protagonisten unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit ganz verschiedenen Motiven. Rache, Hass, Unzufriedenheit und Verbitterung sind selbstverständlich mit dabei. Doch das eine oder andere Mal darf man überrascht sein, aus welcher Situation heraus es zu dem tödlichen Einsatz der Pflanzenbestandteile kommt.
Im Buch erwarten einen ebenso verschiedene Perspektiven, aus denen die Geschichten erzählt werden. Einige Krimis werden aus der Ich-Perspektive geschildert, so dass man einen guten Einblick in das Gedankenkonstrukt der Täter bekommt. Man erlebt die Planungsphase und Umsetzung aus erster Hand mit und doch ist der Ausgang nicht immer so, wie man es zunächst erwartet hätte. Andere Kurzgeschichten werden mehrere Personen beleuchtet und so bekommt man einen eher  allgemeinen Überblick über die Handlung.
So vielseitig wie die Perspektiven und Figuren sind, so verschieden sind auch die Orte, an denen wir uns befinden. Teilweise erhält man einen detaillierten Eindruck vom Handlungsort, an dem wir uns befinden, in anderen Geschichten spielt es kaum eine Rolle.

Da die Geschichten so unterschiedlich aufgebaut und gestaltet sind, fällt es einem bei der einen Handlung leichter, hineinzufinden, die nächste erreicht einen vielleicht nicht komplett. Manchmal ist es einem zu kurz, obwohl man weiß, dass die Geschichten nie lang sind, mal endet es genau an der richtigen Stelle. So verschieden, wie die Autoren sind, so individuell sind auch ihre Schreibweisen.
Es wird am Ende des Buches auf jeden Fall für jeden Geschmack was dabei gewesen sein und auch wenn vielleicht mal ein Kurzkrimi nicht ganz den eigenen Humor oder Geschmack trifft, wird die nächste dann bestimmt schon wieder besser gefallen.

Eine abwechslungsreiche Anthologie, die neben den unterschiedlichen Arten zu morden auch einen vielseitigen Einblick in die Pflanzenwelt gibt. Wie immer gilt allerdings: auf gar keinen Fall nachmachen.



Vielen Dank an den Autoren/Herausgeber Andreas Sturm und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Klingt spannend. So ein Kurzkrimi für zwischendurch ist eine feine Sache.

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