Mittwoch, 25. Januar 2017

Rezension: Alina Stoica - Brennende Träume

©dotbooks
Brennende Träume

 Autorin: Alina Stoica
erschienen Mai 2016
Verlag: dotbooks
ISBN:  9783958244085

mysteriöse Träume mit Blick in die Vergangenheit

Albträume zu haben ist furchtbar. Man wälzt sich hin und her, schreckt immer wieder hoch, findet einfach nicht ausreichend Ruhe, fühlt sich den gesamten Tag matt und abgeschlagen. Auf Dauer kann einen das echt fertig machen. Doch was wenn es sich nicht einfach nur um Albträume handelt sondern um Erinnerungen aus einem früheren Leben? Gruselig? Auf jeden Fall! So ergeht es Bianca immer und immer wieder. In ihren Träumen sieht sie, wie sie als Hexe im 16. Jahrhundert auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Diese Erinnerungen lassen ihr keine Ruhe, bestimmen ihren Alltag, ihre Ehe und so fasst sie den Entschluss, nach Schottland zu reisen, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Ob man an Wiedergeburt, mysteriöse Träume, Visionen und all solche Dinge glaubt, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich finde auch, dass es beim Lesen nicht unbedingt eine Rolle spielt, was man glaubt, solange man sich einfach auf die Geschichte einlässt. Ich glaube persönlich nicht daran, dass man von seinen früheren Leben träumen kann, wenn es solche Leben denn überhaupt gibt, aber ich habe mich nicht gegen die Handlung gesperrt, denn in Büchern ist eben alles möglich. Wer von vornherein weiß, dass dieses Thema nichts für ihn ist und er sich auch nicht darauf einlassen möchte, der sollte sich vielleicht lieber ein anderes Buch schnappen.

Die schönen, detaillierten Landschaftsbeschreibungen laden zum Träumen und Urlaub machen ein. Obwohl Bianca so viele Sorgen hat, ist ihre Umgebung unglaublich toll und scheint beruhigend auf sie zu wirken. In Schottland gibt es viel zu entdecken und ich empfand es als sehr angenehm, dass die Natur immer wieder eine Rolle spielt, auch wenn sie nicht im Vordergrund steht.
Die Schauplätze erlebt man teilweise aus unterschiedlichen Perspektiven. Zum einen ist da Biancas Entdeckungsreise in der Gegenwart, bei der ihr der attraktive Justin hilft. Auf der anderen Seite tauchen wir immer wieder in ihre Träume und damit ins 16. Jahrhundert ein, wo einige der Orte, an denen wir uns jetzt wiederfinden, noch anders aussahen. Die Kombination aus Vergangenheit und aktuellen Geschehnissen hat mir gut gefallen.
Durch die Nutzung der kursiven Schrift hat man sich in der Geschichte stets gut zurecht gefunden und wusste genau, wann man in die andere Zeit springt, sich in Träumen oder Erinnerungen befindet. Die Grenzen verschwimmen immer mehr, die Puzzleteile fügen sich zusammen und ergeben ein manchmal erschreckendes und überrachendes Bild. Kaum ist eine Lösung gefunden, tun sich neue Probleme und Sorgen auf, die gelöst werden sollen.

An sich ist der Schreibstil flüssig und leicht verständlich. Allerdings hat mich der Mix aus Deutsch und Englisch im Bezug auf die wörtliche Rede beim Lesen ein wenig gestört. Wenn man nach Schottland reist, sollte man natürlich davon ausgehen, dass man dort Englisch sprechen muss, dementsprechend wundert es einen nicht, wenn man auf Englisch angesprochen wird. Dass einige Charaktere vor Ort Deutsch können, ist für Bianca natürlich ein Vorteil. Allerdings haben die  zahlreichen englischen Gesprächsfetzen meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen, auch wenn es sich überwiegend um einfache englische Phrasen handelte.

Während der Beginn der Geschichte eher ruhig verläuft und es sich viel um Biancas wirren Träume und Erinnerungen dreht, wird es im letzten dritten stellenweise sehr dramatisch und beängstigend für die junge Frau. Die düsteren Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht so leicht los und bringen sie erneut an ihre Grenzen. Allzu viel möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, aber das Buch ist ja nicht umsonst ein Mystery-Thriller.

Eine interessante Geschichte, mit kleinen Schwächen, die sich gut lesen lässt. Man sollte aber auf jeden Fall offen sein für die mysteriösen Geschehnisse, die sich durch das gesamte Buch ziehen.



Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen