Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension: SnowFyre. Elfe aus Eis von Amy Erin Thyndal

SnowFyre
Elfe aus Eis

Autorin: Amy Erin Thyndal
erschienen November 2016
ISBN:  978-3-646-60297-5
© Dark Diamonds
emotionsgeladenes Wintermärchen

Fyre ist die Schwester der Winterkönigin. Sie ist der Winter in Person. Sie liebt das Eis und die Kälte – und diese strahlt sie auch nach Außen aus. Auf eine harte Probe wird sie gestellt, als sie mit Ciel, dem Bruder es Sommerkönigs, gemeinsam den Frühling einläuten soll. Denn dank Ciel beginnt Fyres Eispanzer zu bröckeln und alte Wunden reißen wieder auf...

Ich mag den Winter nicht besonders und bin immer froh, wenn es langsam wieder heller und milder wird. Daher ist es nicht ganz einfach, sich in eine frostliebende Elfe hineinzuversetzen ;)
Doch im Grunde konnte Fyre mich sofort packen. Sie gibt sich unnahbar und kalt, doch schnell wird klar, dass in ihr unglaublich viele Gefühle wüten, die sie zu unterdrücken versucht. Nun gilt es herauszufinden, wieso.

Erzählt wird die Geschichte in drei wechselnden Ich-Perspektiven. Fyre, Ciel und Luna schildern ihre Erlebnisse und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle – besonders in diese, die sie nach außen hin verbergen.

Schade fand ich allerdings, dass das System der Welten nicht ganz klar wurde. Einerseits kann Fyre in einem Tagesritt vom Winterpalast zum Sommerpalast reisen, andererseits gelangt sie durch eine Taxifahrt in die Menschenstadt. Ganz zum Schluss scheint sich das Gefüge aus Menschen- und Elfenwelt zwar ein wenig zu erklären, hier hätte ich mir aber vorher Infos gewünscht, um sich Reisewege und Begebenheiten leichter vorzustellen.

Die Naturbeschreibungen der Elfenwelt haben mir hingegen sehr gefallen. Die Kontraste zwischen Sommer- und Winterreich sind sehr deutlich und der sich entwickelnde Frühling war dank der vielen bildhaften Beschreibungen ebenso leicht vorstellbar.

Die Geschichte hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Allerdings waren viele Aspekte vorhersehbar. Es gab aber zum Glück auch einige unerwartete Ereignisse, sodass zwar der Ausgang an sich keine Überraschung war, der Weg dahin aber trotzdem spannend blieb.
Noch ein wenig schöner wäre es gewesen, wenn Fyre nicht viele ihrer Gedanken immer wieder wiederholt hätte – oder wenn sie und Ciel einfach vernünftig miteinander geredet hätten... aber das ist eine andere Geschichte und dann wäre das Buch auch viel zu schnell vorbei gewesen. So bietet die Handlung jede Menge Emotionen und dramatische Ereignisse.

Das Ende war mit viel zu abrupt. Nicht nur, dass mir der Schlusskonflikt zu einfach gelöst wurde, ich hätte mit nach dem letzten Satz wenigstens noch zwei, drei weitere Sätze gewünscht, so fühlte ich mich arg aus der Geschichte geworfen.
Überhaupt ist die Geschichte von Fyre und Ciel zwar halbwegs abgeschlossen, es werden aber weitere Handlungsstränge angedeutet, sodass ich es durchaus für möglich halte, dass weitere Geschichten aus dieser Welt folgen könnten.

Süßes, gefühlvolles Wintermärchen mit kleinen Schwächen. Fyre dreht sich gedanklich leider arg lange im Kreis, obwohl sich das Problem so leicht lösen lassen würde. Obwohl die Geschichte an vielen Stellen vorhersehbar ist, hat es mir trotzdem Spaß gemacht, das Buch zu lesen und dank einiger unerwarteter Wendungen gab es sogar noch ein paar Überraschungen. Leider kam das Ende etwas schnell.


Ich danke dem Verlag für das via NetGalley bereitgestellte Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Hallo Anja,
    sehr schöne Rezension. Bin ganz deiner Meinung. Schade wenn kurze Bücher so schnell und abrupt enden.

    Ich finde das Buch hört sich trotzdem echt gut an.
    Vor allem etwas anders als die anderen Elfen-Bücher!
    Habe die Leseprobe gelesen. Werde es mr wahrscheinlich auch zulegen. :)

    Liebe Grüße, Ira

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