Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension: Marie Menke - Cindy & Rella

©Impress
Cindy & Rella

 Autorin: Marie Menke
erschienen Dezember 2016
Verlag: Impress
ISBN:  978-3-646-60315-6

Cinderella mal ganz anders

Cindy und Rella könnten kaum verschiedener sein. Die eine lebt im Luxus, die andere träumt von ganz kleinen Dingen. Doch so unterschiedlich sie auch sind, es gibt Berührungspunkte in ihrem Leben, die sie nicht für möglich halten würden. Während Cindy und Rella auf ihren 17. Geburtstag, der über ihre weitere Zukunft entscheiden könnte,  hin fiebern, versuchen sie, ihr ganz privates Liebeschaos zu sortieren und den richtigen Weg zu finden.


Der Schreibstil von Marie Menke ist angenehm und flüssig. Durch ausgeschmückte, bildhafte Beschreibungen kann man sich sowohl die Figuren, als auch die Schauplätze sehr gut vorstellen. Dabei werden besonders die Unterschiede in den Lebensumständen der Protagonisten deutlich.

Cindy führt ein Leben im Luxus, alles was sie braucht, bekommt sie bzw. kann sie sich selbst organisieren. Da ist es auch kein Wunder, dass ihr 17. Geburtstag eine riesige Party mit vielen bekannten Gästen werden soll. Sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und sich einen Namen zu machen. Das Gefühlschaos, das sich da in ihr Leben schleicht, macht es ihr nicht unbedingt einfacher, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die noch erledigt werden müssen.
Rella hingegen hat nur ein ganz einfaches, spärlich eingerichtetes Zimmer in einer riesigen Fabrikhalle. Ihr gesamtes Leben hat sie mit harter Arbeit zugebracht, um nicht nur die Arbeiter um sie herum, sondern auch noch die Bewohner von Divitiae zu versorgen. Ihr Geburtstag entscheidet über die berufliche Zukunft, entsprechend bescheiden wirkt ihr größter Wunsch, im Gegensatz zu dem, wovon Cindy träumt.
Man kann beide Protagonistinnen sehr intensiv kennenlernen, da die Geschichte aus zwei Ich-Perspektiven geschildert ist. Dabei  taucht man Stück für Stück tiefer in die Gedanken- und Gefühlswelten ein und findet immer wieder Gemeinsamkeiten, obwohl die Leben der beiden jungen Frauen so verschieden sind. Sollte man zwischendurch nicht darauf geachtet haben, welcher Name über der Passage steht, so erkennt man auch beim Lesen der Szenen sehr schnell, um welche der beiden es sich handelt. Sie sind geprägt durch ihre Umwelt, durch die Kindheit und den technischen Stand, der sie umgibt.

Als beide Welten aufeinander prallen, geht das Chaos erst so richtig los. Nach und nach entdeckt man, was alles hinter den unterschiedlichen Lebensweisen steckt, wer die Fäden zieht und wie seltsam die Gegebenheiten für die Figuren sind, die in der jeweils anderen „Hälfte“ der Welt leben. Die Durchmischung der Charaktere hat mir gut gefallen, so hat man neben den ernsten, nachdenklich stimmenden Themen und auch die Chance zu schmunzeln, wenn man dabei zuschauen darf, wie sie versuchen die ganzen neuen Dinge um sich herum zu verstehen.
Die geheimen Machenschaften, die im Verlauf der Geschichte aufgedeckt werden, sind wirklich erschreckend. Denn auch wenn es eine Dystopie ist, sind einig der Szenarien gar nicht so abwegig, wie man sich zunächst vielleicht einreden möchte.

Durch die Perspektivwechsel und die zwei Welten, die sich immer mehr miteinander verflechten entsteht eine schöne Dynamik im Buch, die nie Langeweile aufkommen lässt. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken und zu enthüllen. Insgesamt eine sehr schöne, interessant aufgebaute Geschichte, allerdings ging mir das Ende dann doch etwas zu schnell.


Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Huhu,
    hab das Buch ebenfalls gelesen und mochte es wirklich sehr. Aber das zu kurz geratene Ende fand ich ebenfalls ein wenig schade.
    Ganz liebe grüße
    Katharina

    AntwortenLöschen