Freitag, 11. November 2016

Bambinis Autorenrunde (7): Buchfiguren feiern Karneval

11.11.  11:11 Uhr
in vielen Regionen bedeutet dies Karnevalsbeginn. Zwar kommen wir aus einer Gegend, in der es im Februar allerhöchstens mal im Kindergarten eine Faschingsparty gab, aber seit letztem Karneval ging uns eine Idee nicht mehr aus dem Kopf. Wir wollten herausfinden, als was sich (Nicht-Fantasy-)Buchfiguren verkleiden würden.

Dafür haben wir 6 Autorinnen gefragt:

Deine Buchfiguren feiern Karneval. Das Motto der Party lautet: magische Fantasywelten. Welches Fantasywesen entspricht dem Charakter deiner Protagonisten, welches Kostüm würden sie wählen?

Lest hier die Antworten von Emilia Lucas, Tanja Voosen, Lena Marten und Alexandra Dichtler.  Mirjam Hüberli hat die Frage direkt an ihre Figuren weitergereicht und Svea Lundberg hat ihre Antwort sogar in eine kleine Szene verpackt. Vielen Dank für die Teilnahme.

Und nun geht's los :)


Dark Illusion
Emilia Lucas


Knaur feelings, Juli 2016
Rezension
Als Waldseilgarten-Designer liebt Marcus die Natur und den Wald. Wenn er sich überhaupt verkleidet, dann richtig. Ich denke, er würde es spannend und witzig finden, sich als ein dämonischer Waldgeist zu verkleiden, etwas, was den Perchten nahe kommt.
Foto vom Krampuslauf in München, Perchten und Krampusse sind nicht ganz das gleiche, aber die Masken sind sehr ähnlich
Foto: Emilia Lucas
Die Perchten sind dämonische Kreaturen, die sich im Winter in den Bergen herumtreiben, den Menschen Streiche spielen und sie auch bisweilen belohnen oder bestrafen. Eine solche teuflische Maske mit Hörnern würde Marcus sicher auch für den Karneval gefallen, zumal viele der Masken aus altem Holz geschnitzt sind, wofür er ja eine besondere Leidenschaft hegt. Deshalb würde er die Maske – mit fachkundiger Unterstützung - wahrscheinlich sogar selbst anfertigen. Ob er allerdings auch das dazugehörige Kostüm anziehen würde, ist fraglich, denn das wäre auf einer Party doch etwas zu heiß und würde ja auch gewisse Aktivitäten in dunklen Ecken etwas erschweren. Außerdem kann man zu einem sexy Anzug, wie Marcus sie gerne trägt, absolut alles kombinieren, erst recht eine teuflische Dämonenmaske.


Meine Protagonistin Jessa ist ein wenig anti-sozial veranlagt und würde Karneval in erster Linie sicher total doof finden. Wahrscheinlich würde ihre beste Freundin Miranda sie dann aber doch überreden – die zwei sind nämlich unzertrennlich und gehen super gerne auf Partys. Wenn ich mir vorstelle, als was Jessa sich verkleidet dann würden mir zwei Sachen einfallen! Ein Vampir wäre zwar total stereotypisch, aber Jessa würde sich dann in ein sexy Outfit schmeißen und allen den Kopf verdrehen, weil sie besonders zu Beginn des Buch ein wenig wild ist, denn das ist ihre Art mit dem Tod einer geliebten Person umzugehen. Oder aber als Marvels Jessica Jones. Die ist nämlich eine absolute Anti-Kick-Ass-Heldin und Jessa ist in ihrem Leben irgendwie Anti-Heldin/Heldin zusammen. Außerdem würde Jessicas mürrischer, zynischer Charakter perfekt zu Jessa passen.

Kein Kuss wie dieser
von Tanja Voosen


Impress, September 2016
Rezension


Frei wie verkrüppelte Tauben
Alexandra Dichtler


KA&Jott Verlag, Mai 2016
Rezension
Für Silas und Meltem gibt es seit »Frei wie verkrüppelte Tauben« vor allem ein großes Thema: Vögel! Ihre gemeinsamen Anstrengungen zum Schutz der notleidenden Stadttauben beeinflussen die beiden natürlich extrem in ihren Interessen. Auf eine Party mit dem Motto »magische Fantasywelten« würden sie daher einvernehmlich als Phönixe gehen – und das passt auch toll zu ihnen als Persönlichkeiten. Sie werden viele Rückschläge einstecken müssen bezüglich ihres ehrgeizigen Projekts, doch ich bin mir sicher, dass sie das nur weiter anspornen wird und sie immer wieder gemeinsam aus der Asche auferstehen.
Romy und Tick würden sich dagegen nur unter Androhung grausamer Strafen (Silas: »Wenn ihr nicht mitkommt, gehen wir alle zusammen auf ein Helene-Fischer-Konzert!«) überreden lassen, überhaupt eine Karnevalsfeier zu besuchen. Für Romy hat das Verkleiden immer einen bitteren Beigeschmack, schließlich hat sie sich einen großen Teil ihres Lebens schon allein dadurch verkleidet, dass sie versuchte, ihrer männlichen Rolle als Roman gerecht zu werden. Umgekehrt wird ihre optische Verwandlung hin zu einem weiblichen Erscheinungsbild von vielen Menschen nicht ernst genommen und als Verkleidung abgetan. Tick für seinen Teil kann mit der aufgesetzten Fröhlichkeit des Karnevals und Kostümen überhaupt nichts anfangen. Silas zuliebe würden sie sich letztlich aber doch geschlagen geben und sich als Oger-Pärchen Shrek und Fiona verkleiden – eine gute Portion Selbstironie gepaart mit dem subtilen Statement, eigentlich keine Lust auf das Ganze zu haben. Shrek hat schließlich auch keine Lust auf Weit Weit Weg, sondern möchte einfach nur in seinem Sumpf sitzen und seine Ruhe haben. Ja, das passt perfekt: Tick ist im Herzen ein Oger.


Puh, das ist eine richtig schwierige Frage für mich, da ich selbst überhaupt kein Fan von Fantasy bin. Aber ich probiere es mit zwei Figuren aus meiner LYX-Buchreihe „Nicht auch noch der!“. Also da wäre erstmal Ben, ihn könnte ich mir gut als charismatischen Vampir mit gefährlichen Eckzähnen vorstellen, der seine Beute (natürlich hübsche junge Frauen) zuerst mit diesem ganz speziellen hypnotischen Blick seiner blau-schwarzen Augen in seinen Bann zieht. *lach* Im Buch ist Ben ja auch ein Mann, dem keine Frau entkommt, wenn sie mal in seine Fänge geraten ist. Und meine Protagonistin Luca wäre dann wohl eine Vampirlady, weil sie die einzige ist, die es mit ihm aufnehmen kann. Die beiden kämpfen ja anfangs darum, sich gegenseitig das Blut auszusaugen, jeder will die Oberhand behalten, bis schlussendlich jeder ein bisschen vom anderen nascht.

Nicht auch noch der
von Lena Marten


LYX, Februar 2016
Rezension


HerzSeilAkt
Samtküsse unter den Sternen
Mirjam H. Hüberli


Drachenmond, Juli 2016
Rezension
Ich gebe die Frage gleich weiter an meine beiden Helden. Mina & Frederic, welches Kostüm würdet ihr wählen?

Mina: Ich weiß welches, ich weiß es. (Mina lacht!) Ich wäre ein Einhorn mit buntem Regenbogenschweif und Glitzermähne. Denn als Einhorn kann ich über die Regenbogenbrücke gehen und... (Mina beißt sich auf die Unterlippe)... Das sollte ich vielleicht nicht aussprechen. Aber alle, die HerzSeilAkt kennen, wissen bestimmt, was ich sagen wollte.

Frederic drückt Minas Hand und drückt ihr einen Kuss auf die Wange. Dann räuspert er sich:

So spontan musste ich sofort an ein Superheld-Kostüm denken mit glitzernden Sternen auf der Brust und ähm... Ihr wisst schon, auf was ich anspiele ;) aber vielleicht wäre ich dann doch lieber ein Drache, der mit der Einhorn-Lady durch die Lüfte fliegt.


Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell
Svea Lundberg

August 2016, Dead Soft
→ Rezension
Jerik aus „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ wurde von einer Kollegin aus dem Referendariat zu deren Geburtstag eingeladen. Ihr Ehrentag ist der 11.11. und was läge da näher, als eine Kostümparty zu schmeißen? Passend zum Motto „Magische Fantasywelten“ hat Jerik seinen Freund Alexej dazu überredet, getrennt voneinander auf Kostümsuche für den jeweils anderen zu gehen.

"Ich soll mich als Frau verkleiden? Ernsthaft?“ Aus zornfunkelden Augen schaut Alexej ungläubig zwischen dem Kostüm in seinen Händen und seinem Freund hin und her.
„Nicht als Frau, als Elf.“
„Ist doch dasselbe!“
„E-L-F. Männliche Form. Wo ist das Problem?“
„Das Problem ist … DAS!“ Zur Bekräftigung seiner Worte hält Alexej eine moosgrüne Leggins und ein paar spitze Gummiohren in die Höhe. Mit einem milden Lächeln nimmt Jerik ihm die Verkleidungsutensilien aus der Hand, zieht Alexej auf die Füße hoch und ganz dicht an sich.
„Kannst du dir nicht denken, weshalb ich dieses Kostüm für dich ausgesucht habe?“
Die Sanftheit seiner Stimme lässt binnen Sekunden den zornigen Glanz aus Alexejs Augen verschwinden. Um seine Lippen spielt etwas, das ein Lächeln sein könnte.
„Weil ich selbst in diesem … Etwas … noch gut aussehen werde?“
Jerik grinst breit, haucht einen Kuss auf Alexejs Nasenspitze.
„Auch. Vor allem aber, weil ich ein Kostüm wollte, das zu dir passt.“
„Und das tut es warum genau?“
„Weil man über Elfen sagt, sie seien kalt und unnahbar wie hoch am Himmel stehende Wintersonnen. Weil man sagt, sie seien tödlich, kommt man ihnen zu nahe oder fordert sie gar heraus. Weil man sagt, sie seien so wunderschön, dass jeder, der sie zu lange ansieht, ihrem dunklen Zauber verfällt.“
Jeriks Stimme, die beim Sprechen immer leiser wurde, bricht. Sofort wird er von Alexej in die Arme geschlossen. Mitten im Wohnzimmer stehend, schmiegen sie sich aneinander.
„Das ist nicht unbedingt schmeichelhaft“, flüstert Alexej ihm zu, „findest du nicht?“
„Es sind doch alles nur Geschichten. Für wahr gehaltene Legenden, weil niemand sich mehr erinnert. Aber ich habe es gewagt, all deine Warnungen zu übergehen. Habe dich an mich herangelassen und ganz tief in mich hinein. Und genauso hast du mir dein Innerstes gezeigt. Glaub mir, ich weiß viel mehr über Elfen und über dich, als alle anderen Leute dort draußen.“
Ein sanfter Kuss auf Alexejs Lippen folgt, die sich daraufhin zu einem Schmunzeln verziehen.
„Seit wann so poetisch, Jerik Nilsson?“ Noch ein Kuss. „Egal, okay, ich ziehe es an. Aber nur, wenn du auch klaglos dein Kostüm trägst.“
Jerik rollt mit den Augen, ihm schwant offensichtlich Böses.
„Was ist es denn?“
„Naja, es ist das, was ich in dir sehe. Keinem anderen Menschen habe ich je so blind vertraut, wie ich dir vertraue. Niemand kannte mich, wie du mich kennst. Und jeder hätte die Flucht vor mir ergriffen, aber du …“ Er legt die Hand an Jeriks Wange. „Du bist geblieben.“ Er streckt sich zu Jeriks Ohr empor und flüstert ganz leise hinein: „Du bist mehr als nur mein Freund, Jerik, du bist mein Gefährte. Heute Abend werde ich dich Samweis Gamdschie nennen.“


Kennt ihr eins der Bücher? Hättet ihr die Figuren in anderen Verkleidungen gesehen?
Feiert ihr selbst Karneval?

Kommentare:

  1. Huhu ihr beiden Lieben,

    Hihi, das ist ja eine coole Idee!
    Jetzt stelle ich mir Marcus vor mit Anzug und Walddämonen Maske, herrlich! Und Ben ist ja sowieso schon absolut hot, ich glaube im Vampirkostüm wäre der selbst vor mir nicht mehr sicher *lach*

    Tolle AKtion! Vielen lieben Dank für mein Kopfkino, dass jetzt läuft ;)

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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  2. Das ist ja mal ein coole und interessante Aktion :D

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