Freitag, 23. September 2016

Rezension: Svea Lundberg - Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell

© deadsoft
 Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell

Autor: Svea Lundberg
erschienen August 2016
Verlag: Dead Soft
ISBN:  978-3960890218  

emotional, aufwühlend, erotisch, düster

Wäre Jeriks Freundin nicht so hartnäckig gewesen, wäre er niemals zu dem Musical gegangen, das sein Leben nachhaltig verändert. Einer der Tänzer hat es ihm angetan und er bekommt ihn nicht mehr aus dem Kopf. Jerik setzt alles daran ihn kennen zu lernen und ahnt dabei nicht, was auf ihn zukommt. Ein steiniger Weg voller Hürden, Herausforderung und Verzweiflung, dunkle Geheimnisse und immer die Frage, ob die Kraft noch reicht zum Kämpfen.


Der Schreibstil von Svea Lundberg ist sehr angenehm und flüssig. Durch die Ich-Perspektive kann man Jerik intensiv begleiten, lernt ihn gut kennen und hat stetigen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt.
Während er zu Beginn der Geschichte sehr genau weiß, was er will und wie er es bekommen könnte, merkt man im Verlauf, wie er immer wieder auf harte Proben gestellt und dadurch verunsichert wird. Er hätte wohl nie erwartet, wie schwierig es mit einem Musicaltänzer werden könnte. Die Verzweiflung, die Angst und Sorge ist greifbar, man kann seine Gedanken nachvollziehen und trotzdem möchte man ihm manchmal einen kleinen Tritt geben. Dafür hat Jerik aber Max an seiner Seite. Sein bester Kumpel hat immer ein offenes Ohr und rät ihm häufig die Dinge, die ich Jerik auch gern gesagt hätte. Auf ihn kann man sich wirklich verlassen und obwohl er nicht ständig präsent ist, habe ich ihn beim Lesen sehr ins Herz geschlossen.
Alexej hat ein schweres Päckchen zu tragen und ich kann gut verstehen, dass er sich hinter Ausreden und Ausflüchten versteckt, um sich nicht selbst eingestehen zu müssen, was alles falsch läuft bei ihm. Seine Entwicklung war interessant zu verfolgen. Es gibt verschiedene Facetten, die deutlich machen, wie gefährlich ein Schritt auf die schiefe Bahn sein kann.

Im Buch gibt es einen schönen Mix an Themen. Auf der einen Seite geht es viel ums Tanzen, das harte Training dafür und was alles damit zusammenhängt, auf der anderen Seite stehen viele persönliche Dinge im Mittelpunkt. Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung, Verzweiflung, Zusammenhalt – es wird streckenweise sehr emotional und aufwühlend. Auch eine gute Portion Erotik ist im Buch zu finden. Diese Szenen sind sehr ansprechend und abwechslungsreich gestaltet.
Es geht in der Geschichte aber auch um Drogen und Prostitution, Themen, die nicht für Sonnenschein und Fröhlichkeit stehen und den Figuren einige schwierige Entscheidungen abverlangen.

Ein wenig schade finde ich es, dass der Klappentext schon so viel verrät. Ich kann zwar verstehen, dass man auf die schwierigen Themen hinweisen möchte da es sicher nicht jeden Geschmack trifft, so wird einem zu Beginn der Geschichte allerdings ein bisschen was von der Spannung genommen. Jerik rätselt zwar, was es da für Hintergründe geben könnte, man als Leser weiß es allerdings schon. Sobald Jerik dann auch eingeweiht ist, ist der Wissensvorsprung aufgebraucht und man kann mit ihm gemeinsam den weiteren Verlauf der Geschehnisse entdecken. Jerik nimmt einen mit auf seine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das stetige Auf und Ab zerrt an seinen Nerven, kostet ihn viel Kraft und trotzdem möchte er kämpfen, obwohl so viel dagegen spricht. Er ist wirklich ein toller Charakter.

Eine schöne, facettenreiche Geschichte, die einem lustvolle Momente präsentiert aber gleichzeitig auch deutlich macht, wie sehr einen Drogen verändern können.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Huhu Dana,
    hier musste ich einfach mal genauer schauen. Den Verlag kenne ich noch gar nicht und das Buch klingt interessant. Ich habe es mir gleich mal notiert :)
    Viele Grüße
    Line

    AntwortenLöschen