Samstag, 3. September 2016

Rezension: Natalie Matt und Silas Matthes - Kings & Fools - Vermisste Feinde

© Oetinger34
 Kings & Fools, Band 5
Vermisste Freinde

 Autor: Natalie Matt, Silas Matthes
erschienen März 2016
Verlag: Oetinger34
ISBN: 978-3-95882-073-9  

temporeiche Fortsetzung mit neuen Erkenntnissen


„Vermisste Feinde“ ist bereits der fünfte Band der Kings & Fools Reihe. Man sollte auf jeden Fall Vorwissen haben, um das Buch verstehen zu können. Die kleinen Hinweise, die gegeben werden, reichen nicht aus, um alle Zusammenhänge zu verstehen und den Rest der Handlung aufzuarbeiten. Besonders durch die unterschiedlichen Perspektiven, die es in den Bänden gibt, würden einem hier Informationen verloren gehen.

Die Menschen in Favilla sind nicht mehr sicher. Bereits in der vergangenen Zeit haben sich die Vorfälle gehäuft. Nun nimmt die Bedrohung weiter zu. Die Anschläge werden konkret, die Zielperson ist deutlich, doch die Täter bleiben unerkannt. Werden die Zirkler die Angreifer aufhalten können?


Obwohl Band vier nun schon ein paar Monate zurück liegt, bin ich gut wieder in die Geschichte hinein gekommen. Wenn man die Bücher kennt, dann reichen die kleinen Hinweise und Rückblenden aus, um sich wieder zu erinnern. Kennt man die Vorgeschichte nicht, wird es sicher schwierig.

Favilla mit all den dunklen Gängen kommt einem gleich wieder vertraut, aber doch auch verändert vor. Die Bedrohungen sind spürbar, sie belasten alle, die davon wissen. Es entsteht eine Unruhe unter den Eingeweihten, die zwar nicht zu allen Schülern getragen wird, die aber trotzdem spürbar bleibt.
Band fünf ist wieder aus der Sicht von Noel erzählt. Von ihm haben wir bereits einiges erfahren und auch wenn nicht direkt aus seiner Perspektive erzählt wurde, war er immer mit dabei. Auf ihn kommen besondere Herausforderungen zu, nicht nur in Bezug auf Favilla, sondern auch im privaten Bereich. Die Entbehrungen, die ihm abverlangt werden, sind enorm, kaum aushaltbar für den jungen Mann, der doch eigentlich stark sein will. Sein Leidensdruck, seine Zweifel und seine Ängste sind gut dargestellt und durch die Ich-Perspektive ist man die gesamte Zeit intensiv bei ihm.

Auch über die anderen Figuren erfahren wir neue Dinge, die zusammen mit dem, was man bereits weiß, neue Puzzleteile an ihren Platz rücken lassen. Trotzdem gibt es noch reichlich ungeklärte Dinge. Man weiß noch nicht, was die neuen Erkenntnisse bringen, gibt es nun Hoffnung oder nur eine neue Art von Bedrohung? Geht es voran, ist es eher ein Rückschritt? Einige Lücken gibt es noch im Gesamtbild, bei denen ich hoffe, dass sie sich im letzten Band dann schließen werden, damit es ein stimmiges Ende gibt.

Der Schreibstil ist wieder angenehm und flüssig, teilweise auch etwas düster und bedrückend, aber das passt gut zur Handlung und der Stimmung der Figuren. Alle sind angespannt und fürchten stetig neue Gefahr. Anschauliche Beschreibungen ermöglichen es, sich die Handlungsorte wieder gut vorstellen zu können. Dadurch kommt auch die bedrohliche Atmosphäre noch besser rüber.
Das Tempo ist wieder hoch, die Charaktere bekommen kaum Pausen, um sich zu sammeln, Kraft zu schöpfen und Pläne zu schmieden, wie es weiter geht. Dadurch bleibt es spannend und man möchte immer wissen, was nun als nächstes passieren wird. Der Cliffhanger am Ende ist wieder besonders gemein. Da kann man gar nicht anders, als direkt zu Band sechs zu greifen.

Eine schöne, temporeiche Fortsetzung, in der einige Fragen geklärt und nochmals neue aufgeworfen werden. Ich bin gespannt, wie sich nun alles zusammenfügen wird.




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