Dienstag, 16. August 2016

Rezension: Mira Valentin - Der Krieg der Talente - Aller Anfang ist die Liebe

© bittersweet
 Der Krieg der Talente, Band 9
Aller Anfang ist die Liebe

 Autor: Mira Valentin
erschienen August 2016
Verlag: bittersweet
ISBN:  978-3-646-60216-6  

emotional, aufwühlend, überraschend- toller Abschluss


„Aller Anfang ist die Liebe“ ist das Abschlussbuch der neunbändigen Talente-Reihe. Meine Rezension kann daher Spoiler in Bezug auf die vorherigen Bände enthalten. Man sollte unbedingt Vorwissen haben, da man sonst die Zusammenhänge nicht alle versteht und man sich eine ganz tolle, faszinierende Reihe entgehen lassen würde.

Obwohl die Talente und Faune gearbeitet und verhandelt haben, scheint der Endkampf nicht mehr abzuwenden zu sein. Alle steuern auf eine Entscheidung zu, die Opfer fordern und die gesamte Situation verändern wird.  Als wäre das alles noch nicht schwierig und bedrohlich genug, muss Melek zur selben Zeit wichtige Entscheidungen treffen, denn sie ist in einigen Punkten, nach wie vor, die Schlüsselfigur und kann den Verlauf und Ausgang des Kriegs beeinflussen.


Diesem Buch habe ich noch mehr entgegen gefiebert, als bei den Bänden davor, da es so viele unbeantwortete Fragen gab und man einfach wissen wollte, wie nun alles ausgeht. Die Geschichte hat mich fasziniert, geschockt, emotional ergriffen und auf keinen Fall enttäuscht. Wer die anderen  Bücher der Reihe mag, wird auch den Abschluss lieben, obwohl es düster, traurig und aufwühlend wird.

Die Figuren hat man über die Reihe sehr ins Herz geschlossen. Auch jetzt erfahren wir von einigen noch mal neue Dinge, man entdeckt neue Facetten und bereits lieb gewonnene Eigenschaften. Einige der Charaktere bleiben in diesem Band deutlich im Hintergrund, was auf der einen Seite schade ist, weil mich interessiert hätte, wie es ihnen ergeht, auf der anderen Seite aber auch total nachvollziehbar ist, weil sie einfach nicht im Mittelpunkt der Handlung stehen.
Das Buch wird wieder aus den zwei Ich-Perspektiven von Erik und Melek erzählt. So erhält man erneut intensive Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten. Beide Protagonisten haben mit der Situation zu kämpfen, müssen über sich hinaus wachsen, Herausforderungen bestehen und dürfen sich nebenbei nicht selbst verlieren. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht.
Durch die zwei Perspektiven ist es möglich, die Winterruhe der Faune dieses Mal bewusst und hautnah mitzuerleben. In der Reihe wurde das bereits einmal thematisiert, da gab es jedoch nicht die Chance, in das Heim der Faune zu schauen. Es ist immer wieder faszinierend, was es in dieser Welt alles zu entdecken und erleben gibt. Die Magie ist stets präsent, drängt sich aber nicht in den Vordergrund.

Nach den aufwühlenden Ereignissen in den vorherigen Bänden, hatte man selbst schon einige Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen, wie es nun im letzten Bucher der Reihe ausgehen könnte. Einige von meinen Gedanken sind wahr geworden, mit anderen Dingen wurde ich überrascht. Obwohl man so viel von den Figuren und der Handlung weiß, hält die Autorin sich verschiedene Hintertürchen offen, um Wendungen einzubauen und ihre Leser zu erstaunen.
Es wird sehr spannend und emotional. Besonders der temporeiche Verlauf gegen Ende der Geschichte lässt einen kaum noch zur Ruhe kommen. Auch für die Charaktere gibt es keine Möglichkeit mehr, durchzuatmen.
In der Reihe gab es immer wieder Momente, in denen  bei mir die Tränen liefen, doch bei keinem Buch war es so ‚schlimm‘, wie bei diesem. Mich hat Autorin Mira Valentin die ganze Zeit gepackt, geschockt, begeistert und einfach aufgewühlt. Man leidet, freut, hofft und bangt mit den Figuren, die man über die Zeit so lieb gewonnen hat. Wenn man sich die Geschichte vornimmt, sollte man nicht so viele wichtige Termine haben, mir fiel es zumindest sehr schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Ein gelungener, facettenreicher, überraschender und emotionaler Abschluss einer tollen, faszinierenden Reihe rund um die Armee der Talente und die Faune.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen