Sonntag, 31. Juli 2016

Rezension: Spiel der Gegenwart von Kim Kestner

Die Zeitrausch-Trilogie (3)
Spiel der Gegenwart


Autor: Kim Kestner
erschienen Dezember 2014
ISBN: 978-3-646-60061-2

© Impress (Carlsen)
fesselnder, ereignisreicher Abschlussband

3. Band - Spoiler zu den Vorgängern vorhanden.

Normalerweise steht an dieser Stelle eine kurze Inhaltsangabe des Buchbeginns. Bei diesem Buch fällt es mir aber sehr schwer. Lesen sollte das Buch ohnehin nur, wer die ersten Bände bereits kennt und der weiß auch, welche Hindernisse Alison nun bevorstehen, wenn sie ihre Familie retten und ein Leben mit Kay möglich machen will. In Spiel der Zukunft bekommt sie einen kleinen Ausblick, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Aber war es wirklich ihre Realität, die sie da gesehen hat? Und wie soll sie sich gegen die mächtige TV-Show stellen, ohne einen der Menschen zu verlieren, der ihr wichtig ist? Eine scheinbar unlösbare Aufgabe steht ihr bevor...

Die Handlung setzt nahtlos an die Ereignisse des zweiten Bandes an – puh, es ist schon eine Ewigkeit her, seit ich die ersten zwei Zeitrausch-Bücher gelesen habe und ich hatte echt Bedenken, ob ich bei all den Realitäten und Zeitsprüngen wieder in die Geschichte reinfinden würde. Ich habe zur Auffrischung noch mal den Beginn sowie das Ende des zweiten Bandes gelesen, was mir auf jeden Fall sehr geholfen hat, da auf wahnsinnig viele Ereignisse Bezug genommen wird. Hin und wieder gab es angesprochene Szenen, an die ich mich nicht mehr detailgenau erinnern konnte, letztlich hatte ich aber nicht das Gefühl, dass mir Wissen fehlt. Der Einstieg ging also erstaunlich leicht, ich habe nicht allzu viele Seiten gebraucht, um wieder komplett in die Welt von Alison und Kay einzutauchen.

Zeitsprünge, diverse Realitäten, wiedererlebte Ereignisse – all das war aus den vorherigen Bänden schon bekannt, nun hatte ich aber den Eindruck – vielleicht trügt aber auch meine Erinnerung –, dass es hier nochmal auf die Spitze getrieben wird. Zwischendurch rauchte mir schon ein wenig der Kopf, denn wenn die Alison aus der Gegenwart in ihre Vergangenheit reist, dann ändert sie damit unter Umständen nicht nur ihre eigene die Zukunft. Soweit klar? Und nun trifft sie aber in der Zukunft auf eine Alison der Vergangenheit aus einer anderen Realität, die andere Erfahrungen gemacht hat, als sie selbst... und irgendwann wurde es ganz schön unübersichtlich... Was ich damit sagen will: Auch Spiel der Gegenwart spielt wieder mit den Ereignissen. Man muss sich streckenweise ein wenig konzentrieren, um die Paradoxien mitzudenken. Aber auch wenn man Alisons Überlegungen, wie ihr Eingreifen in der Zukunft sich auf ihre Gegenwart auswirken könnte, nicht immer 100%ig folgen kann, entwickelt sich eine temporeiche, komplexe Geschichte voller Spannung und dramatischer Ereignisse.

Alison und Kay stehen nahezu unlösbare Aufgaben bevor. Sie springen in verschiedenste Zeiten, treffen viele unterschiedliche Leute, müssen immer neu planen und jederzeit auf eine Gefahr vorbereitet sein. Vorhersehbar ist die Geschichte dabei zu keiner Zeit – weder für den Leser noch für die sympathischen Protagonisten. Und trotz all der Action und temporeichen Szenen, gibt es immer wieder ruhige, gefühlvolle Momente zwischen den beiden. Es ist schön zu sehen, wie sie nicht nur an ihren Aufgaben wachsen, sondern wie auch ihre Gefühle füreinander ihnen Sicherheit in ihrem Handeln geben.

Das Ende schließt die Reihe perfekt ab. Allerdings kann ich nicht wirklich empfehlen, sie so auseinandergezerrt zu lesen. Lieber schnell aufeinander, denn manche Szenen erlebt Alison in allen drei Bänden mit, sodass es super spannend ist, die Verknüpfungen zu erkennen und zu verfolgen, wie sich das Eingreifen einer weiteren Alison auswirken kann.

Obwohl die Lektüre des Trilogiebeginns schon lang zurückliegt, fiel mir der Einstieg relativ leicht: Zeitrausch ist so eine ungewöhnliche und zugleich komplexe Geschichte, die man nur schwer vergessen kann. Das letzte Abenteuer der liebgewonnen Charaktere sprüht vor Spannung und Emotionen. Und auch wenn ich hier und da kleine Lücken hatte, und an so manchem Paradoxon knabbern musste, hat es großen Spaß gemacht, den vor Überraschungen sprühenden Abschlussband zu lesen, der kaum Fragen offen lässt.



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