Samstag, 11. Juni 2016

Rezension: Für immer in deinem Herzen von Viola Shipman


Für immer in deinem Herzen

Autor: Viola Shipman
erschienen Mai 2016
ISBN: 978-3-8105-2425-6
© Fischer
über die Familie und das Leben – emotionale Rückblicke machen die Geschichte besonders

Arden und ihre Tochter Lauren haben ihre (Groß-)Mutter Lolly lange nicht mehr besucht. Als beide Post von der Siebzigjährigen bekommen, in der sich jeweils ein Anhänger für ihre Bettelarmbänder befindet, beschließen sie, Lolly zu überraschen. Wie sich zeigt, kommt sie in ihrer einsamen Blockhütte lange nicht mehr so gut zurecht, wie sie vorgibt. Doch ihre alten Erinnerungen sind noch erhalten. Und damit dies auch so bleibt, beginnt sie, ihre Vergangenheit mit den zwei jüngeren Frauen zu teilen und erzählt ihnen die Geschichte ihrer Anhänger. Arden lernt viel neues über ihre Mutter – und auch über sich selbst...

Die drei Frauen sind sehr unterschiedlich. Lolly, körperlich noch topfit, ist die Attraktion des örtlichen Süßigkeitenladens. Jede Stunde gibt sie in ihren schrillen Outfits mit bunten Perücken eine kleine Show.
Arden ist nach der Scheidung von ihrem Mann darauf konzentriert, so viel wie möglich zu arbeiten, um das Studium ihrer Tochter zu bezahlen. Für ihre alte Leidenschaft hat sie keine Zeit mehr – überhaupt hat sie kaum Zeit für sich selbst und auch ihr Beruf macht sie nicht so glücklich, wie sie es sich wünschen würden.
Lauren hat sich für ein Wirtschaftsstudium entschieden, obwohl dies nie ihr Traum war. Nun lernt sie für die Prüfungen und zweifelt, wie lange sie sich in dem Fach noch behaupten kann.
Als Lauren und Arden bei Lolly eintreffen, kommen sie ein wenig zur Ruhe. Jede denkt über ihr Leben nach, angeregt durch die Geschichten von Lolly.

Während die Handlung um die drei Frauen im kleinen Heimatörtchen fortläuft, gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit von Lollys Vorfahren, ihr selbst und Ardens Kindheit und Jugend. Dank entsprechender Jahreszahlen sind die Passagen direkt zu erkennen. Die einzelnen Episoden, die meist einen Wendepunkt im Leben der Frauen darstellen, schildern überwiegend sehr emotionale und berührende Ereignisse.

Doch auch die Handlung in der Gegenwart hat gefühlvolle Passagen, auch wenn diese lange nicht so faszinierend wie die Erinnerungen ist.

An einigen Stellen wirkt die Handlung etwas konstruiert und übertrieben, doch insgesamt eröffnen sich dem Leser emotionale Lesestunden, in denen er angeregt wird, auch einmal über sein eigenes Leben nachzudenken. Auch wenn die Botschaften sehr dominat daherkommen, bleiben die Entwicklungen, die Lolly bei ihrer Tochter und Enkelin auslöst, auch beim Leser nicht ohne Spuren...

Das Ende ist stimmig. Nicht übertrieben dramatisch, nicht übertrieben kitschig. Jede Figur hat ein Ende, dass genau zu ihr passt und dem Leser bleibt es überlassen, sich vorzustellen, was die Zukunft noch bereithält.

Emotionale Rückblenden werden in die aktuelle Handlung eingebunden. Es gibt einige Überraschungen aber auch vorhersehbare Ereignisse die sich in eine insgesamt stimmige, manchmal etwas erzwungene Handlung betten. Ein Buch mit Taschentuchmomenten, das dazu anregt, auch mal über sich selbst und frühere Träume nachzudenken, sich auf die Familie und den Partner zu besinnen und ein wenig Spaß zu haben...


Ich danke dem Fischer-Verlag und Lovelybooks für das Leserundenexemplar. 

1 Kommentar:

  1. Überraschungen habe ich beim Lesen nicht erlebt, irgendwie war alles vorhersehbar.

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