Donnerstag, 2. Juni 2016

Rezension: Ebelle. Das Spiel aller Spiele von Antonia Anders


 Ebelle. Das Spiel aller Spiele

Autor: Antonia Anders
erschienen Mai 2016
ISBN: 978-3-646-60240-1
© Impress
etwas anderes erwartet

Statt sich mit Freunden zu treffen, sitzt die 17-jährige Eleanor, genannt Elle, lieber vor ihrem PC und spielt Online-Spiele. Plötzlich findet sich Elle in der mittelalterlichen Welt ihres Spiels Ebelle wieder. Ohne Waffe, ohne Orientierung und ohne Kommunikationsmöglichkeit nach draußen muss sie einen Weg heraus finden. Dabei gerät sie mitten in das Kriegsgeschehen der hiesigen Welt...

Leider hat der Klappentext bei mir völlig falsche Erwartungen geweckt. Nur wenige Seiten spielt Elles reales Leben und ihre Gaming-Leidenschaft eine Rolle, dann steckt sie auch schon im Spiel – davon allerdings merkt man nichts. Es hätte genauso gut ein Zeitreisebuch sein können, welches sie ins Mittelalter schickt. Erst auf den allerletzten Seiten kommt die Wende – sodass ich rückblickend sagen muss, der Klappentext greift hier viel zu sehr vor.
Die entworfene Welt mit ihren mittelalterlichen Lebensformen und den verschiedenen Völkern hat mir gut gefallen.

Abgesehen davon, dass ich mir die Geschichte anders vorgestellt habe, konnte mich die Handlung zunächst auch nicht wirklich fesseln. Es gab etliche Situationen, in denen ich nicht wirklich Sympathie für Elle entwickeln konnte. Ihr Verhalten und die Art, wie sie sich ausdrückt, sind für mich nicht immer nachvollziehbar.
Erst ab etwa der Hälfte nimmt die Spannung in der Handlung etwas zu. Es gibt einige Verstrickungen und Intrigen, die dazu führen, dass Figuren fliehen und kämpfen müssen. Die Auflösung am Ende kommt dann allerdings viel zu schnell – und leider nicht unerwartet – und kann auch nicht komplett überzeugen.

Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus der Sicht von Elle, die in der Ich-Perspektive Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle gewährt.
Darüber hinaus gibt es im späteren Verlauf Wechsel zu einigen anderen Figuren in der personalen Erzählweise. Da diese allerdings nicht gekennzeichnet sind und sich einfach in Elles Passagen befinden, sorgen sie zunächst für Verwirrung.

Aufgrund des Endes wirkt die ganze Geschichte irgendwie unfertig. Vielleicht würde eine Fortsetzung helfen, mich mit dem Buch zu versöhnen.

Das vom Klappentext beschriebene Gaming-Szenario bleibt aus. Elle befindet sich im ‚Mittelalter’. Brav erfüllt sie jede Aufgabe, die sich ihr stellt, in der Hoffnung, dass sie dadurch nach Hause gelangt. Anfangs plätschert das Geschehen so vor sich hin, erst zum Ende wird es spannend, doch dann endet die Geschichte sehr abrupt und lässt mich recht unschlüssig zurück...



Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. So ging es mir auch :( ich hatte einfach mehr Gaming und weniger Mittelalter erwartet.
    Schade eigentlich.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Liebes,

    das ist ja schade! Der Klappentext hörte sich richtig gut an. Schade, dass das Potenzial des Spieles nicht besser genutzt wurde und es mehr Zeitreise als Spiel war.

    Liebe Grüße
    Nadine

    AntwortenLöschen