Freitag, 8. April 2016

Rezension: Evelyn Uebach - Royal Souls 2 - Die Gabe des Prinzen

© Oetinger

Royal Souls -  
Die Gabe des Prinzen, Band 2

Autor: Evelyn Uebach
Neuauflage von Juni 2016
als Incendium - Wofür du auch brennst
erschienen im Januar 2016
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-95927-065-6  

abwechslungsreiches Finale

„Incendium“ ist die Fortsetzung von „Arbitrium“, daher kann meine Rezension Spoiler in Bezug auf den ersten Teil der Dilogie enthalten. Man sollte den Auftakt auf jeden Fall kennen, um die gesamte Handlung verstehen zu können, da es immer wieder Verbindungen und Zusammenhänge gibt, die nicht wiederholend erklärt werden. Außerdem würde man sich auch selbst ein Stück vom Spannungsbogen wegnehmen, was schade wäre.


Für ihr Ziel muss Cel alles hinter sich lassen, was ihr lieb ist und einen Weg einschlagen, der gefährlicher ist, als sie zunächst annimmt. Sie hat keine Verbündeten, steht immer wieder vor harten Herausforderungen und fängt an, an sich und ihren Aufgaben zu zweifeln. Wer glaubt, Cels Weg war im ersten Buch schon steinig, der wird erleben, wie groß die Feldbrocken jetzt werden.


Da ich die Bücher direkt nacheinander gelesen habe, hat es mir gut gefallen, dass es keine umfassenden Rückblenden gibt. Hier und da sind Hinweise auf die vorherige Handlung eingebaut, die auch dabei helfen können, sich an Dinge zu erinnern, die für den weiteren Verlauf wichtig sind. Auf eine große Zusammenfassung wird aber verzichtet. So bleibt mehr Raum für neue, spannende Entwicklungen, die den Figuren einiges abverlangen.

Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm und flüssig. Die detaillierten Beschreibungen machen die Handlung und Schauplätze lebendig. So findet man sich auch in Cels neuer Umgebung schnell zurecht. Sie muss hart an sich arbeiten, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden und doch hat sie häufig das Gefühl, zu scheitern. Auch wenn man schon viel über die Welt erfahren hat, so gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken und Geheimnisse, die gelüftet werden. Besonders spannend finde ich immer noch die Seelenpartner und ihre Stellung in der Gesellschaft. Auch dazu gibt es noch mehr Informationen, die das Bild komplettieren und rund machen.
Durch die Ich-Perspektive ist man wieder hautnah bei der Protagonistin Cel und kann ihre Gedankengänge direkt mit verfolgen. Als Leser hat man da entscheidende Vorteile. Man kennt ihre Motive, ihre Ziele und kann ihr Verhalten daher besser einordnen und verstehen. Für die anderen Figuren wirkt Cel teilweise unnahbar, undurchschaubar und einige zweifeln, ob sie wirklich auf der richtigen Seite steht. Ihre Art ist schon manchmal etwas speziell, sie lässt Gefühle nicht gern öffentlich zu, obwohl ein wahres Chaos in ihr tobt und so stößt sie auch den Menschen vor den Kopf, die ihr wichtig sind. Den Kontrast zwischen dem, was sie sagt und was sie fühlt, zu erleben, ist da wirklich spannend. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass sie ihre Mauern schneller fallen lässt und mit offeneren Karten spielt, wenigstens bei einigen Vertrauenspersonen. Die zusätzlichen Probleme, die durch ihre Verschlossenheit entstehen, sorgen zwar für Abwechslung, machen es Cel allerdings auch unnötig schwer, ihren Weg zu finden.
Auch in diesem Buch gibt es wieder einen Perspektivwechsel, der einem die Sichtweise von Remo näher bringt. In diesen Passagen erhält man auch einen Überblick über die Handlungsstränge, die weiterlaufen, wenn Cel nicht in der Nähe ist. Mir hat gut gefallen, dass es deutlich mehr Abschnitte aus Remos Sicht gibt, als im ersten Band. Remo ist eine spannende, facettenreiche Figur, die noch viele Geheimnisse hat, die man entdecken möchte. Außerdem zeigt es eine völlig andere Seite der Welt, die Cel weitestgehend verborgen bleibt.

Immer wieder gibt es Wendungen, die für zusätzliche Spannung sorgen. Die Gedanken der Figuren werden ordentlich durcheinander gewirbelt, manchmal muss man vertrauen, obwohl man zweifelt, um sein Ziel zu erreichen. Die Stimmung ist insgesamt etwas düsterer, was mich persönlich aber nicht gestört hat. Die Aufgaben gehen den Figuren unter die Haut, sie sind emotional aufgewühlt und stoßen an ihre Grenzen, daher passt die Atmosphäre sehr gut zur Handlung. Trotz der steinigen Wege gibt es aber auch immer wieder kleine Lichtblicke und Hoffnungsschimmer, die neuen Mut und Kraft geben.

Eine tolle Fortsetzung und ein spannender Abschluss der Dilogie, der mit einer emotionalen Achterbahnfahrt und actionreichen Passagen punkten kann.


Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
Arbitrium Incendium




Kommentare:

  1. Huhu Dana,
    Diese Reihe will ich auch unbedingt lesen. Nur wann? Die Cover mit den Turmfrisuren haben ja schon was anziehendes.

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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  2. Hallöchen Dana,

    mir hat das Finale auch sehr gut gefallen, wobei ja der erste Band noch einen Zacken besser war... Tschüss, Gray und Remo ♥

    Meinen Link lasse ich mal frech da, liebe Grüße Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/03/incendium-wofur-du-auch-brennst.html

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