Mittwoch, 16. März 2016

Rezension: Im Schatten deines Herzens von Kerstin Arbogast

Im Schatten deines Herzens

Autor: Kerstin Arbogast
erschienen November 2015
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3-95991-077-4
© Drachenmond Verlag
ansprechende Charaktere, magisch-gefühlvolle Geschichte

Seit seiner Kindheit in Rumänien kann Jarosch ein Wildpferd, das er dort einst sah, nicht vergessen. Nun macht sich der inzwischen 19-jährige Stuntreiter auf den Weg, die weiße Stute aus seinen Erinnerungen zu fangen und nach Deutschland zu bringen, um sie zum Bestandteil seiner Pferdeshow zu machen. Doch das Tier lässt sich nicht so leicht zähmen, wie erhofft und schickt Jarosch stattdessen jede Nacht Albträume. Erst der 17-jährigen Johanna, die ihr Pferd im gleichen Reitstall untergestellt hat, gelingt der Zugang – doch nun beginnt auch sie zu träumen. Was hat es mit dem geheimnisvollen Pferd, dessen Fell von wandelnden Schatten überzogen ist, auf sich?
 
Der Einstieg ins Buch gestaltete sich für mich schwierig. Es gibt drei Ich-Erzähler. Während Johannas Passagen sehr jugendlich und dynamisch wirken, hat Jarosch eine recht anstrengende Erzählweise, an die ich mich erst gewöhnen musste. Er ist sehr poetisch, benutzt viele aneinandergereihte Adjektive und Aufzählungen, denkt in unvollständigen Sätzen bzw. Satzteilen, benutzt die eigenwilligsten bildhaften Vergleiche und hat insgesamt einfach eine sehr melancholische Art. Er denkt und denkt und denkt, sodass in seinen Passagen zunächst nicht viel passiert und ich das Gefühl hatte, dass er auf der Stelle tritt und nicht voran kommt – und mit ihm die Geschichte. Erst im Zusammentreffen mit Johanna entwickelt sich die Handlung richtig und es kommt endlich Spannung auf.

In der Handlung gibt es immer wieder Andeutungen und kleine Rätsel, die es zu lösen gilt. Nachdem die Geschichte richtig ins Rollen gekommen ist, konnte mich die Handlung fesseln und ich wurde immer neugieriger, wie sich das Verhältnis zwischen der aufgebrachten Stute in den Teenager entwickelt. Ebenso interessant ist die vorsichtige Annährung zwischen Jarosch und Johanna. Ersterer ist sehr geheimnisvoll. Er reagiert oft aggressiv, ist aber ansonsten eher zurückgezogen und sehr wortkarg. Johanna ist das komplette Gegenteil – sie ist lebensfroh, fröhlich und begierig, Jaroschs Geheimnisse zu lüften.

Was mir fehlt, sind die großen Überraschungen. Dank der kleinen Andeutungen werden viele Ereignisse und Enthüllungen vorhersehbar. Auch der Ausgang kommt nicht überraschend. Dafür bietet die Geschichte, nachdem Jarosch sich erst mal zu öffnen beginnt, eine Vielzahl an Emotionen.

Die dritte erzählende Figur ist übrigens das Tier selbst, von dem es ganz kurze Einblicke in Gedanken und Gefühle zur Jagd und Gefangennahme gibt.
Die magischen Elemente vergrößern die oft mysteriöse Grundstimmung rund um die Stute.

Nach einem holprigen Einstieg konnte mich die Geschichte fesseln, wobei es mir vor allem die Kombination der zwei sehr gegensätzlichen Protagonisten angetan hat. Leider sind weite Teile der Handlung vorhersehbar. Trotzdem kann eine gewisse Spannung aufgebaut werden. Dramatik und Gefühl wechseln sich ab.


1 Kommentar:

  1. Hi ;D

    Pferde finde ich auch echt toll, hab aber schon lange kein Buch mehr mit Pferden gelesen. Dsa hier klingt ganz gut, aber schade, dass die Handlung so vorraussehbar ist, das mag ich überhaupt nicht bei Büchern! ;(

    Liebe Grüße
    Jessi

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