Montag, 7. März 2016

Rezension: Finsterherz (Midnight Eyes 2) von Juliane Maibach

Finsterherz
Midnight Eyes 2

Autor: Juliane Maibach
erschienen Juni 2015
ISBN: 978-3000496301
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schwächer als Band 1 – trotz spannender Grundhandlung langatmig

Band 2 einer Reihe – inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden!

Eigentlich ist Emily glücklich mit Ray. Doch die Worte der Wächterkatze, dass ihre Beziehung ihn ins Unglück stürzen wird, nagen an ihr, besonders als eine Wahrsagerin das drohende Unglück bestätigt. Als Emily dann beginnt, Dinge zu sehen und zu hören, die um sie herum niemand sonst wahrnimmt, beschließt sie, Ray zu verlassen. Von nun an ist sie allein – gefangen in ihren Albträumen...

Die Geschichte setzt wenige Wochen nach den Ereignissen des Vorgängerbandes, Schattenträume, an. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Vorgeschichte zu kennen. Rückblicke dienen eher als Erinnerungshilfen und ermöglichen es vermutlich nicht, die Dämonenwelt und all ihre Regeln zu verstehen.

Der Erzählstil wird beibehalten. Emily ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie führt den Leser durch das Geschehen, gibt ihre Sicht der Dinge und ermöglicht dabei tiefe Einblicke in ihre Gedanken und vor allem ihre aufgewühlten Gefühle. Sie ringt mit sich, zweifelt, hadert und verwirft zuvor getroffene Überlegungen – all das ist sehr nachvollziehbar dargestellt und der Leser kann mit Emily in den schweren Stunden mitfühlen. Allerdings nehmen gerade ihre Gedanken zur Beziehung mit Ray einen großen Raum ein und Emily beginnt schnell, sich im Kreis zu drehen, sodass sich ihre Gedanken mehrfach wiederholen.

Unterbrochen wird Emilys Erzählung mehrfach von kurzen Passagen aus der personalen Sicht um sie agierender Figuren. Dadurch bekommt der Leser kleine Einblicke, was außerhalb Emilys Wahrnehmung passiert und was in anderen Figuren vor sich geht. Dabei sind die Passagen teilweise so kurz und mysteriös gehalten, dass sie viele Fragen aufwerfen, was beispielsweise Emilys und Rays Gegenspieler planen.

In diesem Band fehlte mir ein wenig Tempo. Es sind durchaus spannende Momente vorhanden, richtig dramatisch und ereignisreich wird es allerdings erst im letzten Drittel. Vorher zog es sich für mich ziemlich. Ereignisse wiederholen sich ebenso wie Emilys Gedanken. Es geht nicht wirklich voran. Emily durchlebt wieder und wieder Situationen, die sich schwer einordnen lassen und die Schülerin zur Verzweiflung trieben.
Die aufregenden Schlusspassagen versöhnen etwas mit dem zähen Verlauf. Auch mit dem Schreibstil haderte ich diesmal etwas, da sich einige Formulierungen mehrfach wiederholen.

Am Ende ist, wie schon im Vorgänger, wieder ein Handlungsstrang abgeschlossen und die zugehörigen Fragen beantwortet. Der Epilog gibt allerdings schon einen Ausblick, welche Figuren und Fragen im letzten Band von Bedeutung sein könnten – da ich damit teilweise schon in diesem Buch gerechnet hatte, bin ich nun sehr gespannt, wie die Geschichte ausgeht.

Ich bin zweigespalten. Ich mag die Figuren und die Geschichte an sich. Aber über weite Strecken empfand ich die Handlung als zäh, es ging einfach nicht voran. Stattdessen gab es Wiederholungen von Gedanken und ähnliche, wiederkehrende Ereignisse. Der Schluss bot die erwartete Spannung und Dramatik und lässt mich voller Hoffnung auf den Trilogieabschluss zurück.

1 Kommentar:

  1. Hey,
    also mir hat Teil 2 super gefallen ;)

    Liebe Grüße
    Lara

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