Freitag, 12. Februar 2016

Rezension: Svea Lundberg - Kristallschnee

© DEAD SOFT
  Kristallschnee

Autor: Svea Lundberg
erschienen Januar 2016
Verlag: DEAD SOFT
ISBN: 9783945934661  

gefährlich und gefühlvoll - wenn der Job plötzlich privat wird



Wenn man beruflich mit hilfebedürftigen Menschen zu tun hat, dann können einem die Fälle schon mal unter die Haut gehen. Als Felix der kleinen Amelia zur Hilfe eilt, um sie aus den Fängen ihres gewalttätigen Vaters zu befreien, hätte weder er noch Polizist Jannis geahnt, was alles auf sie zukommen wird. Gefährliche Geheimnisse werden aufgedeckt und bringen plötzlich die Männer selbst in eine Notsituation.


Sozialarbeiter Felix hat das Herz auf jeden Fall am rechten Fleck. Für ihn sind die Kids nicht einfach nur abzuarbeitende Aktenberge. Die Menschen an sich sind ihm wichtig und einige schließt er ganz besonders in sein Herz. Eine neue, geeignete Umgebung für die Schützlinge zu finden, ist gar nicht so einfach, da kann man schon verstehen, dass Felix sich sorgt und am Ball bleibt. Er ist in den Regeln und Vorschriften noch nicht so festgefahren oder abgestumpft – ein Glück auch für Amelia.

Jannis ist Polizist und erlebt viel in seinem Job. Gefährliche Situationen, fiese Menschen und unerlaubte Machenschaften sind für ihn alles andere als neu, aber auch er hätte sich wohl nicht träumen lassen, wie persönlich dieser Fall wird. Er ist meistens besonnen und zielstrebig. Wenn es um Menschen geht, die ihm wichtig sind, vergisst er aber auch mal die nötigen Vorsichtsmaßnahmen und lässt sich von seinem Herz leiten. Das kann zwar gefährlich sein, macht ihn allerdings sehr sympathisch und zeigt verschiedene Seiten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, ich habe mich gleich wohl gefühlt in der Geschichte, obwohl es so dramatisch beginn. Durch die beiden Ich-Perspektiven kommt man als Leser den Figuren schnell recht nah. Man darf hinter die Kulissen schauen, bekommt Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelten der beiden Männer und ist damit dem jeweils anderen immer ein gutes Stück voraus. Besonders Felix tut sich schwer, sich zu öffnen und Jannis anzuvertrauen. Der kann das nicht unbedingt verstehen, wenn man aber die Gespräche von Felix und seiner besten Freundin Anni begleiten kann, wird einem Vieles klarer.
Da die beiden Männer bereits geoutet sind, kann sich im Buch auf andere Themen konzentriert werden. Jannis und Felix stehen mit beiden Beinen im Leben und wissen eigentlich was sie wollen, auch wenn sie das nicht immer zugeben oder zeigen.
Sehr gut gefällt mir die Abwechslung im Buch. Es gibt sehr gefühlvolle, einfühlsame Passagen, in denen leidenschaftliche Blicke Bände sprechen. Im genauen Gegensatz dazu stehen die gefährlichen, temporeichen Momente, in denen Jannis und Felix blitzschnell reagieren müssen, ohne einen Fehler zu machen.
Die kleine Amelia spielt, genauso wie der Buchtitel, immer wieder eine Rolle, so dass sich verschiedene rote Fäden durch das Buch ziehen. Alles in allem passt es einfach gut zusammen und ich konnte gar nicht wieder aufhören zu lesen. Für meinen Geschmack hätte es gern noch etwas länger sein dürfen. Besonders gegen Ende wird die Handlung sehr komprimiert, die Ereignisse überschlagen sich und es ist schneller vorbei, als man gucken kann.

Eine spannende, abwechslungsreiche Handlung mit tollen, sympathischen Figuren, Action und viel Gefühl.



Vielen Dank an Autorin Svea Lundberg und den Dead Soft Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hi ;)
    Das Buch klingt nach einer angenehmen Mischung, obwohl mich das Cover wohl so einfach nicht angesprochen hätte! ;) Der Typ sieht mir irgendwie zu "soft" aus! ;)

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,
      mir hat das Buch gut gefallen, mich hat auch der Schreibstil mitgezogen, bis ich durch war. Wenn man etwas "härtere" Geschichten sucht, gibt es da auf jeden Fall auch viel auf dem Markt. Mir hat hier gut gefallen, dass die Charaktere bzw. die Geschichte ein bisschen was von beidem liefern.
      Gruß Dana

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