Mittwoch, 24. Februar 2016

Blogtour 'Sunford- Verführung eines Gentleman' Tag 4 - Interview

Willkommen zum vierten Tag der Blogtour zu "Sunford - Verführung eines Gentleman" von Celia Jansson
Bereits in den letzten drei Tagen konntet ihr einiges über das Buch, die Figuren und das Setting erfahren. Solltet ihr eine Station verpasst haben, kein Problem, hier kommt noch einmal der Tourplan:



21.2. Buchvorstellung bei lesenliebenträumen
22.2. - die Figuren bei Julias Sammelsurium
23.2. -  Settling bei BeatesLovelyBooks
24.2. -heute -  Interview mit der Autorin hier auf Bambinis Bücherzauber
25.2. - Edwardianische Zeit bei Ulla liebt Bücher
26.2. - Homosexualität um 1900 bei Like a Dream
27.2. - Historische Gay Romance bei Sabrina's Welt der Bücher
28.2. - Protagonisteninterview bei Lesekatzen Bücherblog

Heute gibt es ein kleines Interview mit der Autorin Celia Jansson. Ich habe ihr ein paar Fragen zum Buch, der Entstehungsgeschichte und den Figuren gestellt. Wer die eine oder andere allgemein Frage dazu vermisst, zum Beispiel, wie sie zum Schreiben gekommen ist, sollte die Tour aufmerksam weiter verfolgen und wird dann noch seine Antworten bekommen.




1.‚Sunford‘ entführt den Leser nicht nur in ein anderes Land, sondern auch noch in eine ganz andere Zeit. Was fasziniert dich besonders an dieser Epoche, den Beginn des 20. Jahrhunderts?

Das Interesse für diese Zeit hat tatsächlich die Serie Downton Abbey geweckt, vorher wusste ich zwar einiges über die viktorianische Epoche und den ersten Weltkrieg, aber wenig über die Zeit dazwischen. Mich faszinieren die großen Veränderungen, die in dieser Zeit passiert sind, in der Gesellschaft, in der Kultur, in der technologischen Entwicklung. Frauen haben das Wahlrecht eingefordert und die Gewerkschaften sich für die Arbeiter eingesetzt. Die Zeit wird auch als „Gilded  Age‟ beschrieben, die Reichen amüsieren sich nach dem Vorbild von Edward VII, aber über allem schwebt die Vorahnung auf den ersten Weltkrieg.


2. Kannst du ungefähr einschätzen, wie lange du für die Recherchearbeiten gebraucht hast?

Da ich vor dem Schreiben nur wenig über die Zeit wusste, habe ich lange recherchiert. Ich habe allerdings erst die Rohfassung des Romans geschrieben und danach die Details recherchiert. Das würde ich aber nicht unbedingt empfehlen, ich musste aber nicht allzu viel ändern. Begonnen habe ich das Buch vor drei Jahren und habe immer wieder kleine Details recherchiert, nachdem ich mir einen Überblick über die Zeit verschafft hatte. Erstaunlicherweise gibt es kaum aktuelle Bücher über die Zeit, die meisten die ich mir aus der Unibibliothek ausgeliehen habe stammten aus den Sechzigern.  Zum Glück habe ich ein sehr ausführliches Buch gefunden, das beschreibt, wie mit Homosexualität in der Zeit umgegangen wurde, wo man sich getroffen hat, wie wahrscheinlich es war, verhaftet zu werden, etc. Ein weiterer Punkt in der Recherche war die Theaterlandschaft in London, die dann nur am Rande vorkommt. Auch wie viele Diener der Haushalt der Knightlys haben sollte, hat mich lange beschäftigt und wie mit ihnen umgegangen wurde. Ich habe Bahnstrecken verfolgt, da Leonard ja einen Bahnhof bauen möchte. Man findet tatsächlich sehr viel im Internet. So habe ich auch ein Archiv über ein Dorf gefunden, das mir ein wenig als Vorbild für Sunford gedient hat. Die Seite findet ihr hier: addicottsarchive.wordpress.com
Irgendwann musste ich mir dann aber auch sagen, dass ich wohl immer irgendwo einen Fehler einbauen werde und es nicht möglich ist, alles zu wissen, sonst wäre das Buch in zehn Jahren nicht fertig geworden.


3. Gay Romance in einem historischen Kontext zu schreiben, ist eine ziemliche Herausforderung. Wieso hast du dich gerade für diese Kombination entschieden?

Es gibt bisher sehr wenige deutsche Bücher mit dieser Kombination. Im englischsprachigen Raum gibt es allerdings einen kleinen Trend dazu. Mich haben einige Bücher inspiriert, die in der viktorianischen Zeit spielen, die Bücher von KJ Charles, aber auch Sarah Waters und E. M. Forster, der zu der Zeit geschrieben hat. Mich fasziniert an historischer Gay Romance, dass es damals nicht möglich war, solche Bücher zu schreiben, weil Homosexuelle verfolgt wurden. Lange Zeit konnten Geschichten über homosexuelle Liebe nicht gut ausgehen. Forsters „Maurice‟ ist eine Ausnahme, aber das Buch erschien erst nach seinem Tod. Heute jedoch können wir die Geschichten der Menschen erzählen, die damals gelebt haben mögen und sie sichtbar machen. Ich finde es sehr wichtig, queere Menschen zu repräsentieren in meinen Texten, es hat sie immer gegeben, nur dass ihre Lebensläufe kaum erzählt werden konnten. Es gibt so viele Möglichkeiten,  Geschichten in vielfältigen Ländern und Epochen anzusiedeln. Und ist Liebe nicht besonders romantisch, wenn sie sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzt?

4. Wenn du selbst dein Buch in einem Satz beschreiben müsstest, wie würde das aussehen?

Eine fiese Frage. Ich bin leider ganz schlecht in diesen Ein-Satz-Pitches, aber ich versuche es mal:
Als sich im edwardianischen England der Unternehmer Leonard Knightly in den gutaussehenden Lord Fanbury verliebt, ahnt er nicht, in welche Gefahr er sich begibt.


5. Vincent und Leonard stehen im Mittelpunkt der Geschichte, trotzdem passiert auch rund rum sehr viel. Wie wichtig war dir persönlich die Nebenhandlung?

Die Nebenfiguren sind mir immer recht wichtig. Meistens kommen sie automatisch dazu, wenn ich die Hauptfiguren und ihre Handlung habe. Hier war es mir wichtig auch einige starke Frauenfiguren zu haben, die ja bei Gay Romance häufig etwas kurz kommen. Bei den Dawsons merkt man wohl deutlich, dass sie von Jane Austens Figuren inspiriert sind. Über die vorlaute Ann zu schreiben hat großen Spaß gemacht. Leonards Schwester Florence ist eine Frau mit starkem Charakter, die immer ihre Meinung sagt und es war mir wichtig, dass die Nebenfiguren auch alle ihre kleine Nebenhandlung bekommen. Ich kann mir gut vorstellen, einmal ein Buch nur über den Diener Sam und seinen Partner zu schreiben.


6. Wo holst du dir die Inspirationen für deine Figuren? Greifst du dir ein paar Eigenschaften der Menschen aus deinem Freundes und Bekanntenkreis oder wird jeder Charakter individuell zusammen gestellt?

Dass ich Bekannte als Vorbild nehme, kommt eigentlich nur ganz selten vor. Ich kann leider gar nicht genau sagen, wo die Figuren herkommen, meistens sind sie einfach da und stellen sich mir vor und bringen schon eine Menge Eigenschaften mit. Meine Aufgabe ist es dann nur, alles weitere über sie herauszufinden, woher sie kommen, was sie wollen und wie ihre Geschichte ist. Hier war es das erste Mal so, dass ich mich bewusst durch einige Figuren von Jane Austen habe inspirieren lassen, aber sonst ist es wohl ein Mix aus ganz vielen Einflüssen.


7. Entwickeln sich deine Figuren im Verlauf der Geschichte so, wie du es geplant hast oder entwickeln sie auch mal ihr Eigenleben?

Eine gute Fragen, meine Figuren entwickeln eigentlich immer ein Eigenleben. Ich schreibe meist ohne einen ausgearbeiteten Plot, mit einer groben Richtung und sehe beim Schreiben, wie es sich entwickelt. Wenn Figuren sich nicht so verhalten, wie man es geplant hat, dann meistens, weil der Plot nicht zu den Figuren passt. Wenn man eine Figur dazu zwingen muss, etwas zu tun, dann wird es unglaubwürdig. Die Figuren stehen bei mir auch immer im Mittelpunkt, ich schreibe eher Charakterorientiert als Plotorientiert.


8. Hast du selbst eine Lieblingsfigur in der Geschichte?

Ich mag natürlich alle meine Figuren, aber hier habe ich mich besonders in Vincent verliebt. Mir war bewusst, dass nicht alle Leser ihn mögen und verstehen werden, aber ich mag gerade solche Figuren, die mehrere Seiten haben und die man nicht leicht einschätzen kann. Die Idee, eine Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen und eine Figur von zwei Seiten zu zeigen stand auch am Anfang des Romans. Ich denke, dass Vincent im Grunde ein gutes Herz hat und nur sehr gut darin ist, es sich selbst schwer zu machen.


9. Durch die verschiedenen Handlungsorte – einmal auf dem ruhigen, beschaulichen Land und einmal in der eher turbulenten Stadt – hast du schöne Kontraste in deiner Geschichte. Wenn du wählen müsstest, wo würdest du selbst lieber leben wollen?

Ich bin ja in der Großstadt Hamburg aufgewachsen und konnte mir nie vorstellen, wegzuziehen. Dann bin ich in die kleinere Stadt Bremen zum Studieren gezogen und habe es schätzen gelernt, dass die Stadt wie ein Dorf ist. Man trifft dort ständig Bekannte auf der Straße und kann mit dem Fahrrad schnell überall sein. Dazu gibt es überall tolle Parks und Seen und die Weser, ich habe die Stadt sehr geliebt. Dann bin ich wieder nach Hamburg gezogen, allerdings ins Alte Land, also fast ländlich. Das war natürlich eine große Umstellung, man braucht eine Stunde in die Innenstadt. Aber ich mag auch die Ruhe und die Natur auf dem Land. Komplett auf einen Anschluss an eine Stadt würde ich allerdings nicht verzichten, zumal ich keinen Führerschein habe. Jetzt wohne ich wieder sehr zentral und genieße es häufig auf Konzerte oder in Cafés gehen zu können. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, wieder etwas außerhalb zu leben, das wäre natürlich mein Traum, in einem schönen Fachwerkhaus mit ein paar Tieren und einem schönen Garten und den halben Tag Schreiben, aber einem guten Anschluss an die Stadt.

Vielen Dank für die interessanten und informativen Antworten!

Gewinnspiel

Natürlich gibt es auch etwas zu Gewinnen im Rahmen der Tour. Auf jedem teilnehmenden Blog wird ein Print-Exemplar von "Sunford" verlost. Es lohnt sich also auf mehreren Blogs teilzunehmen, da die Kommentare von jedem Blog in einen extra Topf kommen. Um teilzunehmen müsst ihr einfach nur die entsprechende Frage bis zum 3. März 23.59 Uhr beantworten, eure E-Mail-Adresse hinterlassen und schon seid ihr dabei. Nach dem Ende des Gewinnspiels werden die Gewinner bekannt gegeben.

Frage: Celia Jansson hat uns verraten, welche Vor- und Nachteile das Leben in der Stadt bzw. auf dem Land für sie haben. Wie ist das bei euch? Lebt ihr lieber in der Stadt oder auf dem Land?


Teilnahmebedingungen:
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich
Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis des Erziehungsberechtigten
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
Für den Postversand wird keine Haftung übernommen, Versand nur innerhalb Deutschlands, Österreich und Schweiz. 
Die Adressen werden nur für den Versand ermittelt

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich lebe lieber in der Stadt, da ich es genieße alles vor Ort zu haben und zum einkaufen nicht erst weit fahren zu müssen.

    LG
    SaBine

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  2. Hey,

    sehr tolles Interview und eine sympathische Autorin.

    Ich bin ja eher der Stadtmensch, da mir dort das Leben einfacher begegnet und das alles. Klar, es hat auch seine Nachteile in einer Stadt aber daran will man ja nicht denken sondern die Vorteile genießen. :D

    Liebe Grüße,

    Benny

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  3. Ich lebe schon mein ganzes Leben in der Großstadt, finde das Landleben für kürzere Zeit auch wahnsinnig angenehm und schön. Eine schöne Stille und tolle Landluft.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Da ich auf dem Dorf groß geworden bin, bin ich ein Dorfkind und werde es vermutlich immer bleiben. Es ist toll, jeden zu kennen und wenn man Hilfe braucht, kann man jederzeit bei den Nachbarn fragen. Am schönsten ist natürlich die Ruhe. :)

    lg Peggy

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    1. Mail-Adresse: mimimomo-san@web.de
      lg Peggy

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  5. Ich lebe auf dem Land und ja es gibt Nachteile. Über das Öffentliche Verkehrswesen reden wir besser nicht, das wir im Ort auch nicht ein einziges Geschäft haben wo man Grundlebensmittel besorgen könnten macht das Leben auch nicht gerade sehr einfach und das meine Arbeit für mich 4 Stunden Fahrtzeit bedeutet ist auch nicht schön.
    Doch ich lebe gerne hier wo ich wohne. Es ist mein zu Hause.

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    1. Hab meine Mailaddy vergessen. berschweiler.39@web.de Schönes Wochenende. LG Anja

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  6. Guten Abend,
    momentan lebe ich in der Großstadt. Leider merke ich von Tag zu Tag mehr, dass ich nicht der Typ für die Großstadt bin. Ich bin besser auf dem Land aufgehoben. Leider bringt es halt schon einige Nachteile mit sich. Aber irgendwo habe ich eine romantische Vorstellung vom Land. Daher ziehe ich das Land der Stadt vor. =)
    Liebe Grüße Jeannine M.

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  7. Hallo,
    schön, das waren ein paar schöne auf das Werk bezogene Fragen, nicht so standartmäßig!

    Als Single habe ich immer sehr gerne in der Großstadt gelebt, weil da einfach mehr geboten ist. Ich glaube, auf dem Land wäre ich da etwas einsam gewesen. Mit dem richtigen Partner und idealerweise vielleicht sogar mit einer Familie kann ich mir es vorstellen, auch auf dem Land zu leben. Sehr gut sogar.
    Es muss dann allerdings auch der Job mitspielen - das ist noch so ein anderes Thema!

    Liebe Grüße Lennier

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  8. Hallo,
    mein Leben auf dem Land gefällt mir. Für mich sind die saubere Luft, wenig Verkehr und die Nähe zur Natur wichtig, um mich wohl zu fühlen.
    Liebe Grüße
    Gabi W.

    niobe14@web.de

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  9. Guten Morgen und vielen Dank für diesen tollen Beitrag ♥
    Früher als Kind konnte ich mir nie vorstellen, auf dem Land zu leben. Heute leben ich allerdings auf dem Land und möchte das auch nicht mehr missen :D Gerade heutzutage finde ich das sehr gut, obwohl man ja immer ans Auto gebunden ist!
    Liebe Grüße
    Charleen
    charleen_gorny@hotmail.de

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  10. Hallo,

    ich mag eigentlich beides, da ich auf dem Land groß geworden bin und das Stadtleben als Abwechslung mal ganz gut finde... ich glaube letztendlich werde ich mich aber für das Land entscheiden ;)

    LG (PPS13743@ku.de)

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  11. Danke für eure zahlreichen Kommentare im Rahmen der Blogtour. Hier sind nun die Gewinner:

    lesenliebenträumen: Carin

    BeatesLovelyBooks: Catrin

    Like A Dream: Lennier

    Bambinis Bücherzauber: Tiffi2000

    Ulla liebt Bücher: Gabi W.

    Julias Sammelsurium: Daniela S.

    Sabrinas Welt der Bücher: Charleens Traumbibliothek
    Lesekatzen: Peggy

    Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet auch noch per Mail kontaktiert.

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