Sonntag, 13. Dezember 2015

Rezension: Zodiac von Romina Russel

Zodiac

Autor: Romina Russel
erschienen November 2015
Verlag: ivi (Piper)
ISBN: 978-3-492-70381-9


© ivi
ergreifende Geschichte in komplexer Welt

Die 16-jährige Rhoma ist Studentin auf Elara, dem größten Mond von Krebs – ihrem Heimatplaneten. Zusammen mit ihren Mitstudenten, wird sie unterrichtet, um ihre Gabe, die Sterne zu deuten und daraus die Zukunft vorauszusagen, zu verbessern. Doch im Gegensatz zu ihren Kommilitonen basieren Rhos Voraussagen nicht auf Berechnungen. Wie Visionen brechen die Vorhersagen über sie herein und was sie sieht, erschüttert den Teenager. Zunächst glaubt ihr niemand, bis das Sternbild Krebs angegriffen wird und tausende Menschen ihr Leben verlieren. Plötzlich liegt eine riesige Last auf den Schultern der Studentin, die den zwölf Sternbildern von Zodiac noch weitere Katastrophen vorhersagt... Zusammen mit zwei Freunden begibt sie sich auf eine lange, gefährliche Reise.

Zodiac macht einem den Einstieg relativ schwer. Die entworfene Welt ist unglaublich komplex. Es vergeht kaum ein Satz, in dem nicht ein fremder Begriff steckt und zunächst werden diese kaum erklärt. Erst nach und nach erläutert Rho ihre Welt mit all ihren technischen Finessen, sodass man sich mit der Zeit hineinfinden kann. Und kaum glaubt man, halbwegs durchzusehen, reist Rho zum nächsten Sternbild -, und für den Leser geht es von vorn los mit den neuen Wörtern. Denn jedes Sternbild hat nicht nur seine ganz eigene Lebensweise, sondern auch wieder neue Begriffe für ähnliche technische Geräte. So benutzen die Bewohner jedes Sternbilds beispielsweise alle ein Kommunikationsgerät, doch auf jedem Sternbild heißt das Gerät anders, wird unterschiedlich getragen und hat spezielle Zusatzfunktionen. Und so verhält es sich mit vielen weiteren Dingen, sodass bis zum Schluss immer neue Begriff hinzukommen – ein Glossar hätte dem Buch sicher gut getan.
Jeder Planet ist anders, eine faszinierende Galaxie voller Gegensätze und technischer Wunder. Entsprechende Luftzusammensetzungen, Stürme und Temperaturen ziehen spezielle Lebensweisen nach sich – die einen leben unter der Erde, die anderen über den Wolken. Rho, die Ich-Erzählerin der Geschichte, beschreibt jede neue Welt, die sie betritt sehr anschaulich. Und obwohl dabei durchaus Bilder in meinem Kopf entstanden sind, war es teilweise schwer, sich all die ungewöhnlichen Orte und Begebenheiten, die im Weltraum vonstatten gehen, vorzustellen.

Ich habe ungefähr 80 Seiten gebraucht, mich in der Geschichte zurechtzufinden, doch dann konnte mich die Handlung richtig packen. Da der erste Angriff sehr früh erfolgt, ist die Geschichte von Beginn an spannend, aber auch grausam und bewegend. Und da ich den Klappentext nicht gelesen habe, bot die Handlung allerlei Überraschungen. Oft wusste ich nicht, wohin mich das Geschehen als nächstes führen würde, sodass ich durchweg mit Rho mitgefiebert habe, die auf ihrer Mission viele Schwierigkeiten überwinden muss.

Rho ist eine sehr sympathische Figur. Obwohl ihr niemand glauben will, gibt sie alles, um ihre Mitmenschen von ihren Visionen zu überzeugen. Sie verlässt sogar ihre geliebte Heimat und statt nach ihrer vermissten Familie zu suchen, versucht sie eine ganze Galaxie zu retten. Eine ziemlich große Aufgabe für ein kleines Mädchen, doch sie wächst daran und entwickelt sich im Verlauf der Handlung sichtbar weiter. Dank der Erzählweise erhält der Leser dabei tiefe Einblicke in ihre oft aufgewühlten Gedanken und Gefühle.

Was passiert, wenn sich ein junges Mädchen und zwei junge Männer längere Zeit auf kleinem Raum aufhalten, ist relativ vorhersehbar. Doch auch wenn ich die Liebeswirrungen in dieser Form erwartet habe, ist die Umsetzung sehr süß, nimmt nicht zu viel Raum ein und fügt sich gut in die dramatische Gesamtgeschichte.
Außerdem sind die zwei jungen Männer, die absolut verschieden sind, ebenfalls sehr sympathisch – und beide zusammen sorgen für einige Momente zum Schmunzeln in der ansonsten sehr bedrückten Atmosphäre.

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Es wird noch spannender, noch dramatischer, noch emotionaler. Und dann ist es einfach vorbei und es sind noch sooo viele Fragen offen.

Spannende, abwechslungsreiche Geschichte mit hohem Tempo und beklemmender Stimmung. Hat man sich erst mal in die komplexe Welt eingefunden, nimmt die Handlung um die liebenswürdigen Figuren einen gefangen. Vielfältige Emotionen und überraschende Ereignisse erwarten den Leser. Ich freue mich auf die Fortsetzung.


Kommentare:

  1. Ja da bin ich deiner Meinung ♥ ein geniales Buch

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  2. Hi,

    ich fand Zodiac ebenfalls super! Die Geschichte ist mal echt was anderes und hat mich total in ihren Bann gezogen. Band 2 wird schon sehnsüchtig erwartet.

    Liebe Grüße
    Nadine

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  3. Huhu Anja,
    5 Sterne mit +, wow, ich muss das Buch mal ganz schnell wieder aus dem Stapel kramen!

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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  4. Hallo Anja,

    ja, es klingt wirklich nicht schlecht. Gut zu wissen, dass man die ersten paar Seiten durchhalten muss. Ich wusste gar nicht, dass es mal wieder ein Reihenauftakt ist ...

    Liebe Grüße,
    Nicole

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