Mittwoch, 14. Oktober 2015

Rezension: Im Feuerkreis der Liebe von Ute Jäckle


Im Feuerkreis der Liebe

Autor: Ute Jäckle
erschienen September 2015
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN:  978-1515288251



Atmosphärische Reise ins Mittelalter

Eigentlich hatte Nina auf einen entspannten, gemütlichen Geburtstag gehofft, stattdessen findet sich die 20-jährige plötzlich in der Vergangenheit wieder. Die alte Burg, auf der sie sonst Führungen gibt, ist wieder intakt und belebt. Und so muss sich die junge Frau plötzlich im Hochmittelalter zurechtfinden, in einer Zeit, als Frauen kaum Rechte hatten, was für Nina mit ihrer forschen, manchmal vorlauten Art zu allerlei Problemen führt.

Und dann gibt es ja auch noch den Ritter Markus, der sie trotz seiner ungehobelten Art anzieht...

Rittertum, Minnesang, Kriege und Intrigen. Ute Jäckle entwirft mithilfe vieler detaillierter Beschreibungen ein sehr anschauliches Bild der Zeit. Der Schreibstil erleichtert es, sich die damaligen Lebensverhältnisse bildlich vorzustellen. Viele für uns heute ungewöhnliche Begriffe für Räume oder Kleidung der Zeit ergänzen die historische Atmosphäre.

Nina ist eine sehr sympathische Protagonistin. Schon in der Gegenwart ist sie sehr tough und will sich keine Vorschriften machen lassen. Damit sind die Probleme im Mittelalter bereits vorprogrammiert und Nina gerät in so manche brenzlige Situation. Doch mit ihrer fröhlichen Art findet sie auch schnell Freunde, für die sie mutig einsteht.
Gestört hat mich allerdings, wie viel Zeit Nina in der Vergangenheit verbringt, ohne irgendetwas zu unternehmen. Sie fügt sich in ihr Schicksal ohne nach einem Ausweg zu suchen. So vergehen viele Monate, in denen sie nahezu tatenlos vor sich hinlebt und versucht, sich halbwegs anzupassen, obwohl ihr jegliches Glück verwehrt zu bleiben scheint.

Markus, der heldenhafte Ritter, ist eine sehr facettenreiche Figur. Er lebt seinen Rittereid, ist ein starker und mutiger Krieger. Als Mann fällt er aber ein wenig aus dem Schema. Im Gegensatz zu so manch anderem Hausherren behandelt er seine Mitmenschen – sofern es keine Gegner sind – gutmütig. Auch Frauen gegenüber verhält er sich stets respektvoll ohne die Hand zu erheben.

Die Geschichte ist über weite Strecken spannend: Wie wird es Nina in der fremden Zeit ergehen? Wann wird sie einen Ausweg finden? Wann trifft sie auf das nächste Fettnäpfchen, das ihr das Leben kosten könnte? In der Zeit, die Nina im Mittelalter verbringt, erlebt sie viele Intrigen und Machtkämpfe mit. Oft sind die Szenen so gestaltet, dass man zwar weiß, dass ein Hinterhalt geplant ist, aber nicht, wer ihn ausführt und wann er zum tragen kommen soll. So wechseln sich rätselhafte, spannungsgeladene Momente mit dramatischen Szenen ab, gemischt mit vielen gefühlvollen Momenten, meist zwischen Nina und Markus.
An einigen Stellen zieht sich die Geschichte aber auch ein wenig – für meinen Geschmack verbringt Nina zu viel Zeit in der Vergangenheit, in der nicht wirklich viel passiert. Ich hätte mir gewünscht, dass sie früher die Initiative ergreift, statt nur mitzuleben.
Das Ende ist gelungen, auch wenn ich die ganze Zeit auf einen anderen Ausgang gehofft hätte.

: Authentische Beschreibungen des Mittelalters gepaart mit einer teils altertümlichen Sprache schaffen eine tolle Atmosphäre. Der Leser kann sympathische Charaktere in einer längst vergangenen Zeit begleiten. Teilweise hätte ich mir aber etwas mehr Tempo in der Geschichte gewünscht, da die Spannung hin und wieder von etwas langwierigen Passagen unterbrochen wird.


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