Donnerstag, 22. Oktober 2015

Rezension: Andreas Sturm (Hrsg.) - Giftmorde 2 - 17 neue tödliche Anleitungen

©fhl Verlag
Giftmorde 2 -
17 tödliche Anleitungen 

Herausgeber: Andreas Sturm
erschienen Mai 2015
Verlag: fhl
ISBN: 978-3-942829-50-2
abwechslungreiche Kurzkrimis
Fast jeder hätte ab und an Lust ungeliebten Nachbarn, fiesen Kollegen oder untreuen Expartnern eins auszuwischen. Die Methoden dafür wären vielfältig doch –zum Glück- würden nur die wenigsten an Mord denken. Was aber, wenn es jemand tatsächlich so ernst meint und getrieben wird von dem Verlangen, dem Anderen zu zeigen, wer das Sagen hat? Erschießen oder erstechen? Ziemlich blutig. Unfälle produzieren oder Brände legen? Unter Umständen zu auffällig und trifft evtl. auch Unschuldige. Aber wie wäre es denn, wenn man sich in der Natur bedient?! Viele Pflanzen sind zwar hübsch anzusehen, enthalten jedoch tödliches Gift, das man nicht sofort bemerkt. Bevor ich falsch verstanden werde, das ist kein Aufruf zum Mord – nur eine Einstimmung auf die 17 Geschichten, die einen im Buch erwarten.


 Die Natur ist sehr vielfältig und hält ganz unterschiedliche Gewächse bereit, die man auf verschiedenste Weisen nutzen kann. Da ist es nicht verwunderlich, dass dies bereits die zweite Anthologie ist, die sich rund um pflanzliche Morde dreht. Meine Rezension zu „Giftmorde – 15 tödliche Anleitungen“ gibt es hier.

So unterschiedlich, wie die Pflanzen, so individuell sind auch die Geschichten. Man kann sie nicht wirklich miteinander vergleichen, da jede in sich abgeschlossen und eigenständig ist. Die Motive variieren stark. Einige Mörder sind getrieben von Rache oder Gier, andere sind tief verletzt worden und möchten nun einen Teil ihres Schmerzes zurück geben, aber auch Verzweiflung, Hass und Eifersucht sind mit von der Partie. Nicht alle Täter sind sich ihrer Handlung von Anfang an bewusst, es kommt hier und da zu unerwarteten Wendungen, überraschendem Ableben, das so nicht geplant war, aber gern gebilligt wird.
Durch die ganz unterschiedlichen Schreibstile entsteht eine abwechslungsreiche Mischung im Buch. Einige der Kurzgeschichten sind aus der Ich-Perspektive geschrieben, dort bekommt man viel von den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten mit. Man darf teilhaben an den Plänen, Fehlschlägen und den fraglichen Erfolgen. Durch andere Geschichten führt ein personaler Erzähler, wodurch ein allgemeinerer Überblick entsteht und man teilweise nicht so tief in die innere Welt der Figuren eindringt. Besonders schön fand ich den Ausflug in den Kopf eines tierischen Charakters.

Handlungsorte und Zeiten könnten auch kaum vielfältiger sein. Während die eine Geschichte in einer größeren Stadt spielt, führt einen die nächste in eine sehr ländliche, ruhige Gegend oder sogar in eine idyllische Urlaubsregion. Mal reist der Leser ins Mittelalter, mal bleiben wir in der Gegenwart. Durch diese Wechsel ergeben sich gleichzeitig andere Konstellationen, Voraussetzungen und Handlungsspielräume, die schön ausgeschmückt sind. Trotz der unterschiedlichen Zeitalter sind die Motive und Vorgehendweisen gar nicht so stark abweichend, wie man vielleicht vermuten würde.
Sehr schön finde ich auch die Bilder im Buch. So hat man die Blum oder Kräuter, um die es geht, gleich vor Augen und die Verarbeitung der Pflanzenteile wird besser vorstellbar.

Nicht alle der Kurzkrimis haben mich gepackt und mitgerissen. Teilweise war es mir ein wenig zu oberflächlich oder es hat mich einfach nicht ganz erreicht. Eine der „tödlichen Anleitungen“ hat sich mir am Ende leider nicht ganz erschlossen.
Andere Storys hingegen sind mir unter die Haut gegangen und haben mich nachdenklich zurück gelassen. Schwarzer Humor ist genauso zu finden wie betrübte Stimmung. Insgesamt ist es wirklich eine schöne, bunte Mischung und ich denke, für jeden Leser wird was dabei sein.

17 ganz unterschiedliche Geschichten, die allesamt ziemlich tödlich enden. Auch wenn einen vielleicht nicht alles anspricht, so ist doch für jeden Geschmack etwas mit dabei. Und in jedem Fall zählt: auf gar keinen Fall nachmachen!



Vielen Dank an Herausgeber Andreas Sturm für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Hallo Dana,

    das Buch klingt sogar richtig gut, hätte ich auf den ersten Blick hin nicht gedacht. Leider sind es Kurzgeschichten, mit denen habe ich keine Freude. Aber als Geschenkidee werde ich es mir auf jeden Fall merken.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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