Sonntag, 6. September 2015

Rezension: Die Dunkelheit in dir von Emilia Lucas

Die Dunkelheit in dir 

Autor: Emilia Lucas
erschienen 2. September 2015
ISBN: 978-3-426-43700-1
© feelings (Droemer Knaur)
„aufwühlend, zärtlich und dramatisch“

Nachdem ihre Geschäftspartnerin und Cousine Anna Ivy mit der Firma im Stich gelassen hat, ist Annas Ex-Freund, ein erfolgreicher Geschäftsmann, Ivys einzige Chance. Wiederwillig bittet sie ihn um Hilfe, nicht ahnend, welche Wirkung Julian nach diesen 10 Jahren noch immer auf sie hat... Julians Misstrauen und der Verdacht, Anna könnte Ivy geschickt haben, führt dazu, dass er diese herausfordert und ihr ein unmoralisches Angebot macht. In ihrer Verzweiflung lässt sich Ivy darauf ein und gerät in einen Strudel aus verschiedensten Gefühlen.

Nach der emotionalen und sinnlichen Reise von Ina und Josh in „Steal my Heart“ war ich gespannt auf das neue Werk von Emilia Lucas.
„Die Dunkelheit in dir“ überzeugt mit dem gewohnt gefühlvollen Schreibstil und tiefgründigen Figuren.

Ivy und Julian verbindet eine gemeinsame Geschichte. Doch beide leiden auf verschiedener Art unter ihrer Vergangenheit, was dazu führt, dass sie einander misstrauen und nicht bereit sind, einander ihre Geheimnisse zu offenbaren.
Während Ivy zwischen Existenzängsten und wiedererweckten Jugendgefühlen schwankt, kämpft Julian dagegen an, in jedem Menschen zuerst das Schlechte zu vermuten.
So machen beide im Verlauf der Handlung eine Entwicklung durch – und der Weg dahin ist...nun ... ungewöhnlich.

Als „aufwühlend, zärtlich und dramatisch“ hatte die Autorin ihr Werk in unserem Interview im Juli selbst beschrieben und damit wirklich passende Begriffe gewählt. Die Erwartungen, die sie damit geweckt hat, wurden auf jeden Fall erfüllt, auch wenn die Geschichte ganz anders abläuft, als ich es angenommen hatte.

Etliche erotische Szenen spicken die Handlung. Obwohl diese den Hauptteil der Geschichte einnehmen, habe ich es nicht als zu viel empfunden, da die Gedankengänge, die die Figuren dabei beschäftigen und die letztlich zu einem Umdenken führen, sehr spannend beschrieben sind.
Wie schon in Steal my Heart habe ich die Erotikszenen als sehr ansprechend beschrieben erlebt – direkt aber nicht zu plump, detailliert aber nicht zu überladen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Ivy und Julian, wodurch der Leser intensive Einblick in ihre aufgewühlten Gedanken und Gefühle erhält. Dies erleichtert es auch, das Handeln beider Figuren besser zu verstehen.


Überraschend viele Sexszenen, doch die Handlung kommt trotzdem nicht zu kurz. Dank Ich-Perspektiven und flüssigem, bildhaften Schreibstil kann man sich leicht in die Figuren hineinversetzen und ihre aufregenden ‚Verhandlungen’ miterleben.

1 Kommentar:

  1. DAs klingt besser, als der plakative Titel vermuten lässt...Sexszenen sind immer grenzwertig. Ich mag es, Dinge auszusprechen und ich finde es gut, dass man darüber redet. Aber Sexszenen wirken knallig, daher nehmen sie (ungewollt) mehr Raum ein als "gewöhnliche" Szenen. Ich stell mir das für Autoren sehr schwierig vor!

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