Mittwoch, 19. August 2015

Rezension: Sandra Regnier - Die Nacht der Lilie

© Impress (Carlsen)
 Die Nacht der Lilie
Die Lilien-Reihe Band 2
 Autor: Sandra Regnier
erschienen August 2015
ISBN:   978-3-646-60074-2  

interssante Idee, konnte mich aber nicht ganz fesseln



Bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung zu „Die Stunde der Lilie“, meine Rezension kann also Spoiler in Bezug auf die vorangegangene Handlung enthalten. Wer den ersten Teil nicht kennt, sollte die Rezension vielleicht lieber nicht komplett lesen. Viele Ideen der Geschichte haben mir sehr gut gefallen, insgesamt war es mir persönlich aber doch etwas zu geschichtlich und das Ende kam zu plötzlich. Da wünscht man sich eigentlich noch einen weiteren Band, den es wohl nicht geben wird.

Julias Zeitreise geht in die zweite Runde. Sie lebt nun schon eine ganze Weile in Frankreich, im 17. Jahrhundert und muss sich mit den Gegebenheiten dort arrangieren. In vielen Fällen gelingt es ihr schon sehr gut, doch immer wieder gibt es Situationen, in denen es ihr sehr schwer fällt. Ihr Dasein und ihre Stellung ist auch anderen ein Dorn im Auge und so gibt es Intrigen, die für Julia gefährlich werden.


Der Schreibstil von Sandra Regnier ist bildhaft und flüssig. Man kann der Geschichte an sich gut folgen, mir persönlich haben nur die ganzen französischen Namen und die teilweise doch recht komplizierten Verwandtschaftsbeziehungen zu schaffen gemacht. Viele der Personen kennt man bereits aus dem ersten Band. Einige waren etwas präsenter, andere wurden nur erwähnt. Trotzdem fiel es mir wieder etwas schwer, die alle zu sortieren, auseinander zu halten und bei ähnlich klingenden Namen oder Titeln nichts durcheinander zu bringen. Das Personenregister am Ende des Buches hilft sicherlich, den Überblick zu behalten, ich habe jedoch beim Lesen nicht immer geblättert und mich so durchgeschlagen. Es hat für mich den Verlauf der Handlung auch nicht unbedingt gestört, aber teilweise musste ich schon etwas überlegen.
Man erfährt wieder viele Dinge über die Lebensverhältnisse der Zeit und die Entwicklungen in Versailles. Gut gefallen hat mir dabei die Kombination von realen Gegebenheiten und eigenen Ideen, die für eine interessante Mischung und Abwechslung sorgen.
Julia hat sich weitestgehend eingewöhnt und ihr fällt es nicht mehr so schwer, sich zurück zu halten. Ab und an ist zu erkennen, dass sie ihr Gegenüber verwirrt oder irritiert, wenn sie Ausdrücke verwendet, die niemand sonst versteht. Insgesamt wirkt sie jedoch beherrschter und einfach reifer. Dennoch ist sie sich treu geblieben, lässt sich nicht von allen etwas sagen und handelt das eine oder andere mal unüberlegt bzw. widerspricht den falschen Personen. Sich aus dieser brenzlichen Lage wieder heraus zu bekommen, gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Julia ist nicht bei allen angesehen, so rückt sie bei einigen ganz weit nach oben auf die Intrigenliste. Rasante Fluchtpassagen durchbrechen das sonst häufig eher ruhige Hofleben, die Gefahren werden größer und man weiß nie, was noch alles kommen wird. Obwohl es keine Ich-Perspektive gibt, ist man als Leser immer sehr nah bei Julia. Dadurch entgehen einem die Handlungsstränge, die außerhalb ihrer Reichweite weiter gehen. Manchmal war ich schon neugierig, was andere Personen in der Zeit angestellt haben. So erhält man jedoch einen sehr intensiven Einblick in die Gedankenwelt von der Protagonistin und die teilweise recht aufgewühlten Emotionen.
Ein paar der Entwicklungen waren absehbar, andere Dinge jedoch sehr überraschend, so wird eine gewisse Spannung aufrecht erhalten. Bedingt durch die Zeit, in der wir uns bewegen, war es größtenteils doch sehr geschichtlich (mir manchmal ein wenig zu sehr), unabhängig davon, wie viel Wahrheit nun in der Geschichte steckt.
Für meinen Geschmack hätte eine der großen Veränderungen, die auch das Historische etwas aufbricht, gern früher kommen können. Angekündigt hatte es sich schon sehr lange, ich fand es schade, dass es dann erst so spät richtig in den Mittelpunkt rückte.
Das Ende wirkte für mich recht überstürzt, es bleiben bei mir noch einige Fragen offen, die ich gern in einer Fortsetzung erklärt bekommen hätte. Aber nun darf man sich wohl selbst Gedanken machen, wie es weiter gehen könnte.

Eine interessante Fortsetzung mit vielen schönen Ideen, die mich trotz allem nicht komplett in ihren Bann ziehen konnte.



Vielen Dank an Impress (Carlsen) für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hallo Dana,

    ich habe den ersten Teil gelesen und war begeistert. Schade das die Fortsetzung da nicht mithalten kann :/ Aber bei Mehrteilern ist das ja meistens der Fall.

    Liebe Grüße
    Line

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    1. Hey :) Wenn du vom ersten Teil begeistert warst, vielleicht überzeugt dich der zweite dann ja auch mehr, als mich. Ich hatte schon beim ersten Band so meine Schwierigkeiten, weil es sehr geschichtlich und französisch war. Die Meinungen, die ich bisher so gelesen habe, gehen weit auseinander. Von klasse bis geht so. Am Ende kannst du wohl nur selbst herausfinden, wie du es siehst. ;)
      LG, Dana

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  2. Hi ;)
    Ich kenne den ersten Teil noch nicht, klingt von der Beschreibung her aber echt interessant. Schade, dass der zweite Teil nicht mithalten konnte, aber das ist ja meistens so bei Fortsetzung!

    Liebe Grüße
    Jessi

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  3. Huhu Dana,

    Ich fand eigentlich beide Teile super. Das Ende war zwar nicht was ich erwartet hätte, aber deshalb nicht schlecht. Vielmehr würde ich mir einen dritten Teil wünschen!

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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