Samstag, 18. April 2015

Rezension: Svea Tornow - EXXIT - Band 1

© LYX (Egmont)
 EXXIT - Band 1
 Autor: Svea Tornow
erschienen März 2015
Verlag: LYX (Egmont)
ISBN: 978-3-8025-9592-9  

finde deinen Ausweg - spannend, aber mit kleinen Schwächen





Was für die einen die schönste Nebensache der Welt ist, ist für die anderen der Job zum Überleben. Die Hamburger Reeperbahn ist bekannt für die Etablissements, in die uns das Buch führt. Wie alles hat auch dieser Job vermutlich seine guten Seiten, manchmal ist es aber auch knallhart, eklig und gefährlich.
Als die junge Fleur tot im Bordell aufgefunden wird, wird schnell deutlich, dass es sich nicht um einen Sexunfall handelt. Um Unruhe zu Vermeiden, würde der Besitzer des Ladens eigentlich gern alles unter den Tisch kehren. Doch da hat er seine Rechnung ohne Michelle, die Freundin der Toten, und den Polizisten Paul gemacht. Und ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt: der Täter.


Michelle ist eine sehr sympathische, junge Frau, die in ihrem Leben schon einiges mitgemacht hat. Obwohl sie durch ihre Erfahrungen verbittert, unfreundlich oder abgebrüht sein könnte, hat sie sich ihre menschliche, warmherzige Seite erhalten. Es ist zwar nicht unbedingt leicht, hinter ihre Mauern zu blicken, aber durch ihre Hartnäckigkeit, um den Fall der toten Fleur aufzuklären, wird schnell deutlich, wie wichtig ihr die Menschen sind, die sie näher an sich heranlässt und an denen ihr etwas liegt.
Neben Michelle gibt es sehr viele, unterschiedliche Charaktere, die die Geschichte sehr abwechslungsreich machen. Neben den Polizisten und weiteren Prostituierten, lernt man auch Personen kennen, von denen man zu Beginn der Geschichte nicht vermutet hätte, in welchem Zusammenhang mit dem Fall sie am Ende stehen. Die ganzen Verstrickungen aufzuklären ist auf jeden Fall spannend.

Zahlreiche Perspektivwechsel ermöglichen es, bei all den parallel laufenden Handlungen, einen guten Überblick über Zusammenhänge, Beziehungen und Verknüpfungen zu bekommen. Da so viel an unterschiedlichen Orten geschieht, ist es auf jeden Fall sinnvoll, immer wieder an die unterschiedlichen Schauplätze zu wechseln. Zu Beginn des Buches waren mir die Kapitel jedoch etwas zu kurz. Die Umbrüche erfolgten so rasch aufeinander, dass es fast hektisch wirkte. Man konnte sich irgendwie auf keinen Abschnitt so ganz einlassen und kontrollieren, weil prompt wieder neue Eindrücke auf einen eingeprasselt sind, die häufig erst später in einem richtigen Zusammenhang zu der Ausgangssituation gebracht wurden. Im Verlauf der Geschichte wurden die einzelnen Abschnitte dann länger, was mir persönlich besser gefallen hat. Trotz der teilweise dramatischen Ereignisse und den unglaublichen Entdeckungen, hat es ein wenig mehr Ruhe in die Handlung gebracht.
Gut gefallen hat mir, dass die Ermittlungsarbeit nicht so klassisch verlief. Die Polizeiarbeit ist zwar immer wieder Thema und wird in unterschiedlichen Weisen aufgegriffen, aber sowohl Paul, als auch seine Kollegin Svenja halten sich nicht immer ganz an alle Regeln und Vorschriften. Beide sind nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herz bei der Arbeit, was in einigen Situationen wirklich nicht schaden kann.
Beschreibungen von Orten und Personen sind mal etwas detaillierter, mal wird dem Leser nur genau so viel verraten, wie er benötigt, um eventuelle Zusammenhänge zu erkennen. In den meisten Situationen bekommt man ein sehr anschauliches Bild, einige Szenen sind auch recht heftig ausgeschmückt, was nichts für schwache Nerven ist. Die Spannung wird dadurch auf jeden Fall erhöht, da man nicht nur liest, sondern mit den Personen mit fiebert, ihre Angst und Verzweiflung greifbar werden.
Wenn ich nicht wüsste, dass dieses Buch als „Band 1“ geschrieben ist, würde ich am Ende sagen, dass mir etwas fehlt. Am Ende geht es doch recht schnell, viele Dinge bleiben ungeklärt und werden nicht aufgelöst. Im Falle einer Fortsetzung natürlich sinnvoll, ich frage mich im Moment jedoch, ob nicht vielleicht 20-30 Seiten mehr ausgereicht hätten, oder ob es wirklich genug Handlung für ein vollständiges weiteres Buch gibt. Ich lasse mich da gern überraschen und bin neugierig, wie es mit Michelle und den anderen wohl weiter gehen wird.

Eine spannende Geschichte, die für mich vom Stil ein paar kleinere Schwächen hatte, sich insgesamt aber gut lesen lässt.


Kommentare:

  1. Das Buch klingt echt interessant, vor allem da die "Ermittlungsstory" mal ein wenig anders auszuschauen scheint.

    Liebe grüße
    Jessi

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  2. Huhu,
    Eine schöne Rezi :)
    Es hört sich sehr interessant an und das Cover gefällt mir.
    Lg Susi Aly

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  3. Oh, das klingt wirklich nach einem guten Buch :D Vor allem für mich als Fast-Hamburgerin ;)
    Ich werde es mal auf meine Wunschliste packen... zu den anderen dreihundert Leichen *g*

    Liebe Grüße
    Sas

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