Mittwoch, 15. April 2015

Rezension: Schlusstakt von Arno Strobel

Schlusstakt

Autor: Arno Strobel
erschienen März 2015
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7865-0

 © Loewe
unspektakulär...

Vicky ist unter den letzten 50 Teilnehmern der neuen Castingshow Germany’s MegaStar. Die Kandidaten werden auf eine kleine tropische Insel geflogen, wo ihnen neben den Gesangswettbewerben auch weitere harte Prüfungen versprochen werden. Doch keiner ahnt, wie hart es wirklich werden wird – bis eins der Mädchen plötzlich tot aufgefunden wird…

50 junge Erwachsene, ein Fernsehteam und völlig verschiedene Erwartungen. Der Klappentext verspricht eine packende Geschichte und hat mich sofort angesprochen. Leider kam im Buch aber nicht die erhoffte Spannung auf. Auf den doch recht knappen 220 Seiten geht alles relativ schnell. Zwar gibt es am Ende kleine Verwirrspiele und falsche Fährten in Bezug auf den Täter, die zwar überraschen, aber nicht wirklich fesseln können. An vielen Stellen hätte ich mir etwas ausführliche Beschreibungen des Inselalltags und der Wettbewerbe gewünscht.

Es gibt eine Vielzahl an Figuren. Teilnehmerin Vicky steht dabei im Vordergrund, sodass die meiste Zeit aus ihrer personalen Sicht berichtet wird und der Leser dementsprechend nur einen eingeschränkten Überblick über die Handlung erhält, welcher oft Fragen offen lässt. Daneben gibt es kleine Einschübe aus Sicht einer anderen Person, deren Identität zunächst verborgen bleibt und damit zum Spekulieren anregt.

Der Text liest sich relativ flüssig, wobei die Erzählweise nicht wirklich Nähe zulässt. Anschauliche Beschreibungen erlauben es, sich das Südseeparadies bildlich vorzustellen.

Letztlich hatte ich das Buch – auch aufgrund des geringen Umfangs – zwar schnell gelesen, wirklich fesseln konnte mich die Handlung aber nicht. Unspektakulär was das erste Wort, das mir im Anschluss in den Sinn kam: Es ist zwar interessant und die Grundidee gefällt mir eigentlich sehr gut, es geht aber alles so schnell, dass man kaum Zeit hat, sich richtig in die Geschichte fallen zu lassen, bevor dann schon die Auflösung kommt.

Nicht langweilig, nicht spannend. Die Grundidee des Castingformates ist faszinierend, die Handlungen der Fernsehproduzenten teilweise erschreckend, doch das Buch ist viel zu kurz, um wirklich Spannung aufkommen zu lassen.


Kommentare:

  1. Arno Strobel schwächelt in letzter Zeit, ich frage mich ernsthaft, woran das liegt... Früher mochte ich seine Bücher ganz gerne!

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,
      für mich war es das erste Buch des Autors... Und der Klappentext hatte echt hohe Erwartungen geweckt.

      Löschen
  2. Ich finde auch, dass Arno immer mehr nachlässt. Vielleicht sollte er sich mit dem nächsten Buch einfach ein bisschen mehr Zeit lassen? Kommt mir vor als wenn auf Teufel komm raus jedes Jahr etwas neues erscheinen muss.

    AntwortenLöschen
  3. Es wundert mich auch gerade, dass dieses Buch nicht so gut wegkommt, denn ich höre sehr gerne seine Hörbücher. Allerdings habe ich auch schon dort einige Unterschiede in der Spannung feststellen müssen. Der Beitrag ist schon etwas älter, aber da ich den Autor ganz gerne mag, wollte ich noch meinen Senf dazu geben :-)

    AntwortenLöschen