Samstag, 14. Februar 2015

Rezension: Rosita Hoppe - Küsse am Meer

© bookshouse
Küsse am Meer
 Autor: Rosita Hoppe
erschienen: September 2014
Verlag: bookshouse
ISBN: 9789963525096
5 Besen 

 emotionale Reise ans wunderschöne Meer


Paulines Leben gerät ziemlich aus den Fugen: Mann weg, Job weg, keine Perspektive für die Zukunft. Um sich zu sammeln, nach neuen Möglichkeiten zu schauen und um ihre Freundin Jule zu unterstützen, der in ihrer Pension eine Arbeitskraft ausgefallen ist, geht Pauline auf die Nordseeinsel Amrum. Dort erwartet sie nicht nur eine ungewohnte Arbeit im Hausservice, sondern auch neue Bekanntschaften, die ihr Leben und ihre Vorhaben ordentlich durcheinander wirbeln. Eine unerwartet aufregende Zeit mit einigen Höhen und Tiefen steht ihr bevor.


Die Charaktere sind sehr authentisch, haben Ecken, Kanten, Stärken und Schwächen, die sie zeigen und ausleben dürfen. Dadurch wirkt es, als könnte man Jule, Pauline und Co. auch selbst in der Nachbarschaft haben, was mir persönlich gut gefällt.
Pauline steht am Tiefpunkt ihres Lebens, statt den ersehnten Heiratsantrag zu bekommen, wird sie verlassen und steht, durch ihre zuvor anders aussehenden privaten Pläne, gleichzeitig auch noch ohne Job da. Eine Situation, die jeden deprimieren würde. Nach und nach beginnt es sich in ihrem Leben wieder zu sortieren, sie schöpft neue Kraft, schmiedet neue Pläne und kann auch einfach etwas abschalten in der schönen Natur auf Amrum. Besonders sympathisch macht sie auch ihre Schwäche für Süßes, speziell für Eis. Immer wieder greift sie auf die leckere Speise zurück und macht damit auch dem Leser Lust auf eine kleine Köstlichkeit.
Jule, Paulines beste Freundin, hat selbst schon einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen, trotzdem gibt sie nicht auf und versucht, ihr Leben so gut es geht zu meistern. Die beiden Freundinnen zusammen zu sehen, erinnert vermutlich viele Leser an eigene Freundschaften. Man kann sich alles erzählen, ist aber nicht immer einer Meinung, streitet sich auch mal und findet dann wieder zusammen. Eine toll beschriebene Freundschaft, die mit ihren Höhen und Tiefen im Buch beschrieben wird.
Paul ist, besonders zu Beginn, sehr geheimnisvoll. Obwohl die Annäherung zwischen ihm und Pauline schön zu verfolgen ist, kann man sich nicht sicher sein, was es mit ihm auf sich hat. Neben seiner charmanten, direkten Art, hat er auch eine ganz weiche, verletzliche Seite, die sich im Verlauf der Geschichte präsentiert. Spannend mit zu verfolgen, wie sich die Geheimnisse um ihn auflösen.

Der Schreibstil von Rosita Hoppe ist angenehm, bildhaft und flüssig. Durch detaillierte, anschauliche Beschreibungen wird die Schönheit der Natur besonders deutlich. Der feine Sand, der die Füße verwöhnt, Wind der einem um die Ohren weht, das Rauschen der Wellen, wenn sie auf den Strand treffen – beim Lesen hat man fast das Gefühl, selbst am Meer zu sein.
Die Geschichte wird durch einen Er-Erzähler aus der Perspektive von Pauline geschildert, somit bekommt man einen intensiven Einblick in ihre wirren Gedanken, ihre Pläne und die stetig anwachsenden Gefühle. An einigen Stellen hätte ich auch gern gewusst, was die anderen Figuren so denken. Insgesamt hat mir diese Perspektive aber sehr gut gefallen, da Pauline teilweise auch als Bindungsglied zwischen den anderen Charakteren fungiert.
Neben den tollen Landschaftsbeschreibungen werden die privaten Probleme der Menschen behandelt. Alte und neue Tiefschläge, die ausgestanden werden müssen, um wieder nach vorn schauen zu können, Verbundenheit, Freundschaft, tief sitzende Konflikte und Unstimmigkeiten, neu gefundene Liebe und Zuneigung, Hoffnung und große Veränderungen sind Themen, die einen im Verlauf der Geschichte begleiten.
Zwischen den grüblerischen Passagen gibt es auch einige lustvolle Momente, die noch mal eine andere Seite zeigen. Die sinnlichen, leidenschaftlichen Szenen, sind schön in die Gesamthandlung eingebunden und machen sie abwechslungsreich.

Eine schöne, emotionale Geschichte mit tollen, authentischen Figuren, einem angenehmen Schreibstil und einem berührenden Ende.



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