Donnerstag, 26. Februar 2015

Rezension: Melanie Klein - Die Welt der 4 Jahreszeiten: Die Macht der Dunkelheit

© Burg Verlag Rehau
Die Welt der 4 Jahreszeiten: Die Macht der Dunkelheit
 Autor:Melanie Klein
erschienen: Oktober 2014
ISBN: 978-3-944370-19-4

 spannende Fortsetzung in der magischen Welt der 4 Jahreszeiten

„Die Macht der Dunkelheit“ ist die Fortsetzung von „DieWelt der 4 Jahreszeiten – Das Sonne-Mond-Kind“, die Rezension kann daher inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten. Die Handlung schließt nahtlos an, deswegen denke ich, ist es schon besser, wenn man die Reihe von Beginn an liest, auch wenn einige wichtige Ereignisse noch mal als kleine Rückblenden eingebaut werden. Band zwei ist ein wenig düsterer, als der Auftakt, was jedoch zu der größer werdenden Bedrohung und den wachsenden Problemen passt. Mir hat das Buch wieder gut gefallen – viel spannend und sehr individuelle Charaktere, in einer schön dargestellten Welt warten auf den Leser.

Fenja ist auf der Flucht – vor ihrer Bestimmung, vor den Leuten, die sie überzeugen wollen und auch ein wenig vor sich selbst. Verzweifelt und überfordert mit der Situation, möchte sie einfach nur noch weg und vergessen. Und doch kommt dann alles ganz anders. Während ihrer Reise wird sie schwer verletzt und trifft auf einen Ort, an dem sie niemals hätte landen dürfen. Die Geheimnisse rund um die Welt der 4 Jahreszeiten und deren Bewohner scheinen kein Ende mehr zu nehmen.


Ein sehr bildhafter Schreibstil lässt die Welt der 4 Jahreszeiten anschaulich vor dem inneren Auge erscheinen. Landschaft, Personen und Tiere sind detailliert beschrieben und werden damit real und greifbar. Die Fantasywelt, in die Melanie Klein den Leser entführt, ist schön aufgebaut, gut durchdacht und erinnert sehr an die Lebensverhältnisse im Mittelalter. Technischen Schnickschnack sucht man vergebens, dafür gibt es Magier, die mit ihren Kräften einige Dinge erleichtern können.
Die Grundsteine, um die Welt zu verstehen, wurden bereits im Auftaktband gelegt, in diesem Buch wird das Wissen über Balear vertieft, Geheimnisse gelüftet und neue Verstrickungen aufgedeckt. Schnell wird klar, dass alles noch viel komplexer ist, als es zunächst wirkte.

Fenja entwickelt sich stetig weiter. Sie wächst mit ihren Herausforderungen, allerdings zweifelt sie zwischendurch auch immer wieder. Sie verliert den Mut und vertraut auf ihr Bauchgefühl. Ihre ungestümen Reaktionen haben nicht immer die Wirkung, die sie selbst erhofft hat. Teilweise verletzt sie die Menschen, die ihr wichtig sind und sorgt für neue Probleme. Man spürt jedoch, dass sie reifer wird, sie über viele Dinge intensiver nachdenkt und sie bereit ist, größere Opfer zu bringen.
Viele der bereits bekannten Charaktere sind wieder mit dabei, es gibt darüber hinaus aber auch einige neue Figuren, die Fenjas Leben teilweise bereichern, teilweise jedoch auch noch komplizierter machen. Die Mischung der Menschen, Magier und Fabelwesen ist gelungen und abwechslungsreich.

Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Fenja geschildert wird, bekommt man all ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar mit. Die Bindung zu ihr wird im Verlauf immer intensiver, da man mit ihr leidet und hofft. Fenja ist weite Teile der Handlung allein oder mit den neuen Charakteren unterwegs, dadurch entgeht einem ein wenig, was währenddessen auf dem Sommerschloss passiert. Ich mag die Erzählperspektive sehr gern, jedoch hätte ich mir zwischendurch gewünscht, mehr darüber zu erfahren, was in Fenjas Abwesenheit passiert.
Am Ende des Buches sind einige Fragen beantwortet, ganz viele andere bleiben jedoch offen und machen sehr neugierig darauf, wie es mit Fenja, Sisar und den anderen weiter gehen wird. Die Gefahr rückt näher, die Anspannung bei allen ist riesengroß. Raum für eine innige, ruhige, private Entwicklung bleibt da nicht. Streit und Unstimmigkeiten stehen an der Tagesordnung und häufig müssen die eigenen Sorgen hinter dem großen Ganzen zurückstecken. Auch wenn ich einige Wünsche und Hoffnungen für die weitere Handlung habe, denke ich, dass wir auch im nächsten Buch wieder überrascht werden.

„Die Macht der Dunkelheit“ ist eine schöne Fortsetzung, die einen noch tiefer in die Welt der 4 Jahreszeiten eintauchen lässt. Neue Elemente zeigen, was möglich ist und sorgen für zusätzliche Spannung. Ich freue mich auf die Fortsetzung und Fenja, die mit ihren Ecken und Kanten eine ganz einzigartige, sympathische Protagonistin ist.


Vielen Dank an die Autorin Melanie Klein für dieses Rezensionsexemplar!

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