Montag, 9. Februar 2015

Rezension: Das Königsmädchen von Martina Fussel

Das Königsmädchen

Autor: Martina Fussel
erschienen Dezember 2013
ISBN:  978-3-646-60027-8

Bewertung: 4/5

© Carlsen/ Impress


vorhersehbar, aber trotzdem schön


Lilia ist hübsch, dickköpfig und liebt ihre Freiheit. Zwar ist es eine Ehre, ein Königsmädchen zu sein – eins der schönsten zehn Mädchen, unter denen sich der neue Oberste eine Frau auswählen darf –, aber für Lilia bedeutet es auch, eingesperrt zu werden. Bevor sie in den Tempel ziehen soll, macht sie noch einen letzten Ausflug durch den Wald zum Fluss. Doch dieser Tag ändert ihr ganzes Leben: Sie wird von einem wilden Tier angegriffen und wäre gestorben, hätte Briar sie nicht gerettet. Von nun an geht Lilia der wilde Krieger nicht mehr aus dem Kopf, dabei sollte sie nur Augen für den Obersten, der zufällig ihr bester Freund ist, haben...

Die Geschichte von „Königsmädchen“ ist sehr süß. Der Vergleich zu Selection drängt sich zwar auf, aber außer dass in beiden Büchern ein Mann eine Frau auswählt, die er heiraten soll, haben beide Geschichten nicht viel gemeinsam. Im Gegenteil: Königsmädchen entwickelt sich ganz anders, als ich am Anfang vermutet habe. Obwohl der Ausgang der Beziehungskonstellationen sehr schnell vorhersehbar ist, bietet die Handlung doch noch einige Überraschungen. Besonderns kurz vor Schluss überschlagen sich die Ereignisse und bieten Action und Dramatik in der sonst eher ruhigen, gefühlsbetonten Geschichte.
Das Ende habe ich als etwas holprig empfunden, es passieren ziemlich viele Dinge, wobei mir die Erklärungen dazu teilweise nicht reichten.

Lilia ist die Ich-Erzählerin der Geschichte, sodass der Leser die Mädchenwahl aus ihrer Sicht erlebt. Tiefe Einblicke in Lilias Gedankenwelt zeigen das Gefühlswirrwarr, in dem sie sich befindet.
Am Ende wird auch noch ein Weg gefunden, in dieser Ich-Erzählweise einen Einblick in Briars Gedanken zu gewähren, der zwar durchaus interessant ist, leider aber viel zu ausführlich ausfällt, da nahezu die komplette Handlung noch einmal gerafft wiedergegeben wird.

Martina Fussel entwirft eine faszinierende Welt um vier Völker, die mit den Elementen verbunden sind und ganz eigene gesellschaftliche Regeln haben. Die Deligo - die Auswahl eines Königsmädchen – ist eine davon. Gern hätte ich noch mehr von den anderen Völkern gelesen und bin schon sehr gespannt, inwiefern das neue Buch der Autorin, Das Feuermädchen, diesem Wunsch nachkommt.

Eine süße Geschichte, gefühlvoll, aber nicht kitschig. Schade war, dass der Ausgang relativ schnell vorhersehbar war und man diesbezüglich nicht mehr überrascht wurde. Die Passagen aus Briars Sicht, die nicht viel Neues offenbaren, ziehen die Geschichte etwas in die Länge, trotzdem ist es eine schöne Geschichte in einer liebevoll ausgearbeiteten Welt.


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