Samstag, 20. Dezember 2014

Rezension: YEP - Warum nicht anders

© Dead Soft
YEP - Warum nicht anders
 Autoren:
Jobst Mahrenholz, Susann Julieva
Sandra Gernt, Sandra Busch,
Sabine Damerow, S.B. Sasori,
Simon Rhys Beck
Oktober 2014
Verlag: DEAD SOFT
ISBN: B00OTPG2U4

sinnliche, abwechslungsreiche Storys



YEP – warum nicht anders unterstützt nicht nur einen guten Zweck, es ist auch wirklich gut geschrieben. Der Leser wird mitgenommen in sieben unterschiedliche Situationen, in denen es für die Protagonisten gilt, Lösungen zu finden, aufs eigene Herz zu hören oder die Familie wieder zu besänftigen.


Die Geschichten sind alle ganz unterschiedlich und gerade das macht das Buch sehr abwechslungsreich und interessant. Wenn man in eine neue Story eintaucht, weiß man nie, was auf einen zukommt. Die Charaktere sind individuell, einige schon sehr in sich gefestigt, andere noch sehr unsicher und teilweise grad erst frisch geoutet. Es gab im gesamten Buch keinen Protagonisten, der mir unsympathisch war. Jede Figur hat auf ihre ganz eigene Weise einen gewissen Charme, der mich bei dem einen schneller, beim nächsten ein wenig später, fasziniert hat.

Der Stil in den Geschichten variiert je nach Autor, mal gibt es eher detaillierte Beschreibungen von Personen und Umgebung, mal sind diese Passagen recht knapp gehalten. Es passte jedoch immer gut in die Geschichte und zu den jeweiligen Protagonisten. Durch den Wechsel von Ich- Erzähler und Er-Erzähler entsteht eine schöne Mischung, die es noch leichter macht, zwischen den einzelnen Kurzgeschichten umzuschalten.
Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine durchweg fröhlichen, glücklichen Geschichten gab, sondern Momente, sie aus dem Leben gegriffen sein konnten. Es gibt in jedem Leben schwierige Momente, Probleme, komplizierte Wege, die zu beschreiten sind und genau solche Phasen der Protagonisten erleben wir als Leser mit. Intoleranz, Outing, Probleme in der Familie und noch viele andere Dinge spielen in den sieben Geschichten eine Rolle und führen einem vor Augen, dass wir irgendwie doch alle gleich und doch anders sind. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und doch ähneln sich einige Sorgen und Nöte sehr den eigenen.

Immer wieder gibt es kleine Überraschungen und Wendungen, die entweder für viel Freude oder aber neuen Frust und damit auch neue Probleme sorgen. Langweilig wird es wirklich nie. Schöne, sinnliche Momente sorgen für eine weitere Facette, die im Leben einfach mit dazu gehört. Es ist nicht immer alles schwarz und weiß, es gibt so viele Grautöne, dass es sich lohnt, sich auch diese etwas genauer anzusehen.

Eine tolle Anthologie, die sich am besten beschreiben lässt, wenn man sie selbst liest. Eine direkte Lieblingsstory im Buch gibt es für mich nicht, da jede für sich einfach stimmig und rund war.


Kommentare:

  1. Huhu :-)
    Dankeschön für diesen tollen Tipp, das Buch kannte ich noch gar nicht :-) Tolle Rezi!
    Liebe Grüße Line

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    1. Sehr gern ;) Mir hat es wirklich gut gefallen, besonders, da es so vielseitig ist. Ich bin ja immer mal wieder gern im Gay-Genre unterwegs und dieser Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt. :)

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