Mittwoch, 31. Dezember 2014

Rezension: Lara Schützsack - Und auch so bitterkalt

© KJB  -Fischer Verlag
Und auch so bitterkalt
 Autor: Lara Schützsack
erschienen Dezember 2014
ISBN: 978-3-596-85619-0

traurige Geschichte, die mich nicht ganz erreichen konnte

Lucinda ist jung und hätte ihr gesamtes Leben noch vor sich, in einer Welt, in der ihr eigentlich alles offen steht. Doch sie lebt in ihrer eigenen kleinen Welt, in die niemand so richtig rein gelassen wird. Die Einzige, die noch einen gewissen Zugang zu ihr haben zu scheint, ist ihre kleine Schwester Malina, doch auch sie wird mehr und mehr ausgeschlossen. Während Lucinda ihre ganz eigenen, strengen Regeln hat, bleibt dem Rest der Familie nur dabei zuzusehen, wie sie immer mehr abdriftet und sich von dem Leben der anderen entfernt.


Obwohl die Geschichte sehr traurig ist und zum Nachdenken anregt, konnte sie mich nicht so ganz erreichen. Der Schreibstil hat mich nicht so gefesselt und in das Buch gezogen, dass ich richtig mitfühlen konnte. So habe ich zwar die traurigen Gedanken gelesen und miterlebt, wie Malina dabei zuschauen muss, dass ihre Familie zerbricht, doch es hat mich nicht komplett erreicht. Vielleicht konnte ich mich auch einfach nicht ganz so auf Lucindas unendlich traurige, verworrene Welt einlassen, ich kann es nicht ganz erklären, woran es lag. Für alle, die sich in das Buch einfinden und sich auf Lucindas Gedanken, ihre Sorgen und Ängste einlassen kann, wird das Buch vermutlich eine sehr beeindruckende, vielleicht auch bedrückende Geschichte bereithalten.

Die Ich-Perspektive von Malina bringt dem Leser nicht nur das junge Mädchen näher. Da sie viel Zeit mit ihrer Schwester Lucinda verbringt, um die es sich ja die meiste Zeit dreht, erfahren wir auch von ihr sehr viel. Manchmal spricht Lucinda in Rätseln, träumt sich in eine andere Welt, in eine andere Zeit, in der sie einfach nur glücklich und zufrieden sein kann. Man bekommt dadurch einen kleinen Blick hinter die Mauern, die Lucinda um sich herum aufbaut. Malina tat mir während des Lesens sehr leid, sie steht zwischen allen Stühlen, bekommt mit, wie es ihrer Schwester geht, versucht ihr zu helfen und beizustehen, gleichzeitig versucht sie auch für ihre Eltern eine gute Tochter zu sein, was ihr nicht immer leicht fällt. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass es für sie am Schlimmsten ist, mit der Situation umzugehen.
Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit und Schönreden von ganz offensichtlich nicht normalen Dingen sind immer wieder Teil der Handlung und machen deutlich, wie schwierig und eingefahren die Lage ist. Die Familie bricht Stück für Stück auseinander und man kann, genauso wie Malina nur dabei zusehen. Immer wieder kommt das Bedürfnis auf, zu helfen und die Familie wach zu rütteln, damit sie wieder auf den richtigen Weg zurück finden.

Eine bewegende, traurige Geschichte, die zum Nachdenken anregt, auch wenn sie mich nicht ganz erreichen konnte.



Kommentare:

  1. Das klingt eigentlich so, als wäre es vielleicht ein Buch, das mir gefallen könnte, aber ich glaube, ich lese jetzt erstmal die Leseprobe! :-)

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    1. Es ist ein sehr bewegendes Buch und wenn man es richtig an sich ranlassen kann, dann nimmt es einen vermutlich mit in eine ganz traurige Welt rund um Lucinda, die einem sehr nah geht und berührt.
      Viel Spaß beim Lesen der Leseprobe und vielleicht dann ja auch vom Buch!

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  2. Oh ja, "Und auch so bitterkalt" ist ein sehr spezielles Buch. Ich habe es letzten März gelesen und 4.5 Leseenten vergeben. Lara Schützsack schildert eindringlich ein literarische hoch stehendes, manchmal irritierendes, sehr ehrliches und bewegendes Familiendrama, das mich nicht mehr so schnell losgelassen hat. Ich bin vor allem überzeugt, dass es nicht die Zielgruppe anspricht ;-)

    lg Favola

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