Donnerstag, 11. Dezember 2014

Buchverfilmung: Maze Runner - die Auserwählten im Labyrinth




Nachdem ich die Maze Runner-Trilogie gelesen hatte, war der Kinobesuch im Oktober natürlich Pflicht.

Ich fand es ganz spannend, die Figuren, zu denen ich 1500 Seiten lang Zeit hatte, mir ein Bild im Kopf zu entwerfen, dann auf der Leinwand zu sehen. Einige Schauspieler fand ich ganz treffend, andere, wie z.B. Chuck passten so gar nicht zu der Vorstellung, die ich entwickelt hatte.
Etwas ungünstig war auch, dass viele der Jungen auf mich schon recht "alt" wirkten. Die Geschichte handelt ja von 12-17-jährigen Teenagern, was im Film allerdings nicht erwähnt wird und somit ein Film über Mittzwanziger daraus wird.


Das Buch ist ja relativ lang, daher war klar, dass im Film stark gekürzt werden muss. An manchen Stellen war das aber kontraproduktiv. So heißt es ziemlich zu Beginn, es hätte noch nie jemand von einer Begegnung mit den Griewern erzählt, weil sie keiner überlebt hat. Kurz danach wissen wie aber plötzlich, was die Verwandlung ist. Wie geht das, wenn ja offensichtlich noch keiner gestochen worden sein kann? Dies war ziemlich unlogisch und fiel auch meinem Mann auf, der die Bücher nicht kannte...

Maze Runner:
Die Auserwählten - Im Labyrinth (Filmausgabe)
Carlsen, September 2014
978-3-551-31348-5

zur Buchrezension
Darüber hinaus gibt es zig weitere Abweichungen, die ich nicht alle einzeln benennen möchte, die aber doch weite Teile des Inhalts stark verändert haben. Die Nacht von Minho, Alby und Thomas im Labyrinth war so abgewandelt, dass sie ein völlig anderes Licht auf einige Figuren wirft, was wiederum Auswirkungen auf die nachfolgende Handlung hatte.

Die ganze Auswegsuche gestaltete sich völlig anders. Dabei war ich so gespannt auf die mysteriöse Schlucht.

Und ganz wichtig: Die Griewer sahen gar nicht aus, wie Griewer aussehen müssen. Ich habe sie mir als schwerfällige Schleimkugeln vorgestellt, stattdessen waren es sehr wendige, langbeinige Monster, was natürlich sämtliche Verfolgungen und Kämpfe verändert hat.

Insgesamt fand ich den Film nicht schlecht, der Fokus lag mir aber zu sehr auf den Kampf- und Actionszenen, viele andere Passagen, besonders die zwischenmenschlichen fehlten völlig.
Und schon jetzt ist klar, dass auch in den Folgebänden starke Änderungen vorgenommen werden müssen, da z.B. die Telepathie von Thomas und Teresa einfach komplett weggelassen wurde, obwohl sie im weiteren Verlauf eine wichtige Bedeutung bekommt.

Und dann das Ende...... total unsinnig und noch mehr offene Fragen als im Buch.

Zum Schluss noch etwas Positives: Das Labyrinth sieht wirklich faszinierend aus. Obwohl auch da im Aufbau Abweichungen vom Text zu sehen sind, wirken die riesigen Klippen und sich bewegenden Wände auf der Kinoleinwand schon beeindruckend.

Fazit: Actionlastiger Film mit ansprechender Besetzung aber starken Abweichungen von der Romanvorlage.

1 Kommentar:

  1. Hallo.

    Toller Vergleich. Ich war leider enttäuscht von dem Film. Das Buch gibt eine wirklich klasse Vorlage für einen actionlastigen Streifen, aber leider wurde das ziemlich in den Wind gesetzt. Einige Szenen im Buch waren der Hammer und ich hatte mich so auf die Filmszene gefreut .... und dann war es einfach nix. Z.B. die Szene im Labyrinth mit Minho, im Buch so genial und voller Spannung und im Film innerhalb von 2 sec. durchgekaut.

    Mal sehen wie "Die Brandwüste" wird, aber wenn ich den Trailer sehe, weiß ich das es wieder nicht so wird wie im Buch :(

    LG Diana

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