Dienstag, 25. November 2014

Rezension: Sternenschimmer von Kim Winter

Sternen-Trilogie, Band 1:
Sternenschimmer

Autor: Kim Winter
erschienen November 2014
ISBN: 978-3-646-60087-2

  © Impress


Dystopie + Fantasy + Romantik = außerirdisch schöne Geschichte


Da auf dem Planeten Loduun Krieg herrscht, nimmt die Erde Flüchtlingskinder auf. Mia und ihre Freunde melden sich freiwillig, um in den neugegründeten Wohngruppen zu helfen und die Ankömmlinge auf der Erde zu unterstützen. Schnell schließt Mia die Kinder in ihr Herz, der 18-jährige Iason hingegen bringt sie mächtig ins Straucheln. Dumm nur, dass die Loduuner eigentlich keine Liebe empfinden können...
 

Die Sternen-Trilogie von Kim Winter stand schon länger auf meinem Wunschzettel, nur gab es die Bücher inzwischen ja nicht mehr zu kaufen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Carlsen die Reihe in ihrem eBook-Label wieder herausbringt.

Meine hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt. Kim Winter erschafft eine außergewöhnliche Welt. Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Zustände auf der Erde sind erschreckend – die Menschen leben zusammengeballt in großen Städten, die aufgrund der schlechten Luftqualität regelmäßig von Kuppeln umschlossen werden müssen. Natur und Weite gibt es nicht mehr, dafür ist die Technik auf einem kaum vorstellbaren Stand. Es ist immer wieder lustig, wie sich Mia an die Lebensumstände oder bestimmte Ereignisse zur Zeit ihrer Vorfahren zurückerinnert – Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind für Mia fremd und unvorstellbar. So sorgt auch Iason, der sich die irdischen Verhaltensweisen mithilfe eines uralten Knigge anzueignen versucht, für einige Schmunzler.

Mia und Iason sind zwei spannende Figuren, die zum einen jeweils sehr facettenreich dargestellt sind und zum anderen im Verlauf der Geschichte eine spürbare Veränderung durchmachen. Besonders amüsant wird es, wenn ihre unterschiedliche Herkunft zu Missverständnissen führt, sodass es neben gefühlvollen Passagen immer wieder zu witzigen Ereignissen kommt.

Die Geschichte ist insgesamt spannend und ereignisreich, hätte an einigen Stellen allerdings etwas knapper erzählt werden können. Es ist ebenso interessant zu beobachten, wie Mia mit ihren Gefühlen für den unnahbaren Außerirdischen umzugehen versucht, wie auch herauszufinden, inwiefern die Erde in den Krieg auf dem fremden Planeten verwickelt ist und welche Rolle Iason und seine Freunde dabei spielen.

Aufgrund der Ich-Perspektive, aus der Mia die Geschichte erzählt, erhält man zwar einen tiefen Einblicke in ihre aufgewühlten Gedanken, allerdings nur einen eingeschränkten Blick auf die Gesamthandlung, sodass manchmal Ereignisse zunächst im Unklaren bleiben, bis Mia ihnen auf die Spur kommt.
Die Sprache ist leicht und flüssig und dem 17-jährigen Teenager sowie der zukünftigen Zeit angepasst. Es gibt einige neue Begriffe für die technischen Entwicklungen, die sich aber aus dem Zusammenhang erschließen. Hin und wieder finden sich dann aber auch bekannte Produkte wieder – laut Kim Winter könnten auch Außerirdische Gummibärchen mögen ;)

Zwar werden in der Geschichte einige Fragen geklärt und Geschehnisse abgeschlossen, insgesamt lässt das Ende die Zukunft der Charaktere aber weitgehend offen.

Spannende, aber auch nachdenklich stimmende Zukunftsvision mit fantastischen und romantischen Einschlägen, die eine runde Gesamtgeschichte bilden. Die sympathischen Charaktere und der bildhafte Schreibstil führen dazu, dass man als Leser komplett in die Geschichte eintauchen kann. Zum Glück dauert es bis zur Fortsetzung nicht allzu lang.


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