Donnerstag, 2. Oktober 2014

Rezension: Verschollen im Land der Lotusblüten von Rike Stienen

Verschollen im Land der Lotusblüten
 
Autor: Rike Stienen
erschienen April 2014
Genre: Romantisches Abenteuer
Verlag: bookshouse
ISBN: 9789963525928

 
©  bookshouse
Wechselbad der Gefühle in ferner Kulisse

Am Tag ihres Examens erreicht Mara ein Fax aus Sri Lanka. Die Yacht ihres Bruders ist gestrandet, von ihrem Zwilling Hendrik keine Spur. Trotz Flugangst macht sich Mara auf den Weg, ihren Bruder zu suchen und landet im Abenteuer ihres Lebens...

Mara ist eine sympathische junge Frau, die Mut und Stärke beweist, als sie sich allein auf die weit entfernte Insel begibt um in einem fremden Land, wo sie niemanden kennt und niemand ihre Sprache spricht, nach ihrem Bruder zu suchen.

Obwohl aus der Er-Perspektive erzählt wird, erlebt der Leser die Handlung aus Maras Sicht, quasi als würde man über ihr Schweben und nur die Ereignisse wahrnehmen, die um sie herum passieren. Dabei gibt es etliche Einblicke in ihre mal aufgewühlten, mal verzweifelten, mal verträumten Gedanken.

Die Geschichte ist vom Beginn an interessant, weil man erfahren möchte, was es mit Hendriks Verschwinden auf sich hat und wie Mara sich weiter gegenüber Ravi, dem freundlichen, gutaussehenden Sri-Lanker, der ihr bei der Suche hilft, verhalten wird.

Schade ist, dass immer wieder über versteckte Blickwechsel in Maras Umfeld gesprochen wird, die diese aber nicht bemerkt, sodass man als Leser schon früh auf eine bestimmte Spur geschickt wird.
Die Auflösung von Hendriks Schicksal kommt allerdings trotzdem unerwartet, wobei ich aufgrund des Klappentextes ganz andere Vorstellungen über die Verstrickungen hatte.

Die Sprache ist sehr angenehm, der Text liest sich flüssig. Die Natur- und Personenbeschreibungen hätten manchmal etwas bildreicher sein können. Zwar gibt es immer wieder Eindrücke von dem fremden Land, aber hin und wieder fiel es mir trotzdem schwer, ein genaues Bild im Kopf zu entwickeln, weil ich von Sri Lanka recht wenige Vorstellungen habe.

Emotionsgeladene Reise in ein fernes Land, das für mich leider nicht vollständig lebendig geworden ist. Maras Gefühle sind dafür umso greifbarer und sorgen für romantische Lesestunden.

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