Freitag, 31. Oktober 2014

Rezension: Jeanette Peters - Im Schatten des Eismondes

© Verlag 3.0
Im Schatten des Eismondes
Autor: Jeanette Peters
erschienen Oktober 2014
Verlag: Verlag 3.0
ISBN:   9783956670909

Vampirwelt einmal anders - spannend und gefühlvoll


Im Schatten des Eismondes ist der zweite Band von Jeanette Peters Vampir-Trilogie, die beiden Bücher können jedoch unabhängig voneinander gelesen werden. Einige Charaktere aus dem ersten Band tauchen wieder mit auf und wenn man den Auftakt kennt, ist einem die Welt, in die man eintaucht, schon etwas vertrauter. Alle wichtigen Informationen bekommt man jedoch auch im Verlauf dieses Buches präsentiert.

Theresa ist eine besorgte Mutter, die sich liebevoll um ihre Tochter Penelope kümmert. Aufgrund von verschiedenen, unglücklichen Zuständen gerät sie an die Vampire und erlebt dort große Überraschungen. Zunächst gefürchtet und dann doch sehr lieb gewonnen, bietet der Clan ihr und ihrer Tochter ein sicheres Heim, einen gut bezahlten Job und damit einfach ein entspannteres Leben. Wenn da nicht ihre zweite Tochter Miranda wäre, die sich in den Kopf gesetzt hat, Rache zu üben, könnte ihre Zukunft an Kevins Seite wirklich rosig und harmonisch aussehen.
Auf die Charaktere kommt eine ereignisreiche, teilweise auch sehr traurige und schwere Zeit zu, die viele Überraschungen bereit hält. Wer im Vorfeld schon mehr wissen möchte, sollte den Klappentext lesen, aber Achtung dieser beinhaltet sehr viel der Handlung und könnte an einigen Stellen ein wenig die Spannung nehmen.


Die Lebensweise der Vampirclans war mir bereits aus dem Vorgängerband bekannt, ich finde es sehr schön, dass der Leser hier in eine eigenständige Welt mitgenommen wird, die so viel zu bieten hat, was man aus anderen Vampirbüchern nicht kennt. Strukturen innerhalb der Clans und die „Lebensweisen“ werden gut erklärt und machen damit die Handlungen sehr nachvollziehbar. Menschen und Vampire können friedlich Seite an Seite leben, solange sich eben alle an die Regeln halten und sich loyal gegenüber treten. Das Buch zeigt jedoch auch, dass es nicht immer so harmonisch zugeht. Es gibt viele menschliche Gegner für die Vampire, die Presse, die Probleme gern noch aufputscht und somit auch die unentschlossenen Bürger versucht, auf die Seite gegen die Vampire zu ziehen. Und auch die Vampire sind nicht alle gleich. Während man mit Jonathans Clan die freundlichen Exemplare präsentiert bekommt, lernt man auf der anderen Seite auch die Vampire kennen, die ihre animalische Seite komplett und sehr brutal ausleben. Mord, Folter, Drogen, die das Leben bedrohen, all das kann man auch mit der Welt der Vampire verbinden.
Es ist bei ihnen ganz ähnlich, wie bei den Menschen, es gibt gute und böse, vertrauenswürdige und rachsüchtige, loyale und hinterlistige. Diese Parallelen gefallen mir sehr gut, weil es einfach zeigt, wie ähnlich und dennoch individuell diese Gattung ist.

Der Schreibstil ist  angenehm und ich habe mich in der Geschichte gut mitgenommen gefühlt. Perspektivwechsel und die Einteilung der Geschehnisse anhand der Altersstruktur von Penelope ermöglichen es, einen guten Überblick über die gesamte Handlung zu bekommen. Obwohl sich vieles im Buch um Penny dreht, bekommt man durch die anderen Perspektiven ebenfalls einen Blick auf die Ereignisse, die außerhalb von ihrem Umfeld geschehen.
Penelope entwickelt sich im Verlauf des Buches enorm, vom kleinen Mädchen, das schwere Zeiten hinter sich hat, wird sie zu einer gestandenen Frau, die sich nicht gern unterordnet und ihren eigenen Kopf durchsetzen will. Trotzdem weiß sie, wann es besser ist, sich zurück zu nehmen und auf die anderen um sich herum zu vertrauen. Neben Penelope gibt es noch viele weitere, sympathische Charaktere, sowohl auf der Seite der Menschen, als auch unter den Vampiren.
Immer wieder gibt es Wendungen, die für viel Spannung und eine völlig veränderte Situation sorgen. Mit vielen Dingen hätte ich nicht gerechnet, allerdings hatte ich auch im Vorfeld den Klappentext nicht komplett gelesen und konnte mich somit an einigen Stellen etwas besser überraschen, schocken und faszinieren lassen, als es möglich gewesen wäre, wenn ich den Klappentext im Kopf gehabt hätte.
Besonders interessant ist es zu sehen, wie die Figuren immer wieder neue Pläne schmieden müssen, um den neu aufgetauchten Problemen entgegen zu treten. Neben den teilweise großen, gesellschaftlich orientierten Sorgen und auch der Gefahr, die durch einen anderen Vampirclan droht, bleibt jedoch auch Zeit, um die persönliche Entwicklung einiger Charaktere genauer zu verfolgen. So bekommt vor allem auch Penelope viel Raum, sich zu entwickeln, zu entfalten und sich zu verlieben. Durch diese verschiedenen Elemente der Handlung, bekommt man als Leser viele verschiedene Emotionen präsentiert, die immer wieder zum mit fiebern, mit fühlen, mit freuen, mit fürchten und mit lachen animieren.

Im Schatten des Eismondes ist ein sehr facettenreiches Buch, das mich mit viel Spannung, Wendungen, Gefahren, aber auch Freude und Mitgefühl in die fremde Welt der Vampire entführt hat.


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