Donnerstag, 16. Oktober 2014

Rezension: Gerry Stratmann und Nathan Jäger - Entscheidung

© Gay-fusioN GbR
Entscheidung
 Autor: Gerry Stratmann und
Nathan Jaeger
erschienen August 2014
Verlag: Gay-fusioN GbR
ISBN: B00MLNXB96

sehr gefühlvoll, regt zum Nachdenken an


Eine Begegnung kann alles verändern. Ein Blick, ein Wort, eine Geste. Doch ist es immer so leicht, sein altes Leben hinter sich zu lassen und sich in ein Neues zu stürzen!? Was man hat, das weiß man, was man bekommt, ist ungewiss. Sich zu lösen, aufzugeben, was war, sich neu zu orientieren und den Mut zu fassen, sein Leben auf den Kopf zu stellen, ist nicht immer so leicht. Manchmal braucht es da ein Schlüsselerlebnis, das einem die Augen öffnet, den Kopf wäscht oder auch einen kleinen Tritt in den Hintern simuliert.


Die Protagonisten lernt man im Verlauf der Geschichte immer besser kennen und verstehen. Mir gefällt es gut, dass man als Leser nicht gleich alle Informationen auf dem Silbertablett präsentiert bekommen. Vieles erklärt sich erst, wenn man mehr Hintergrundwissen bekommt, wenn sich die Personen unterhalten, austauschen, sich Gedanken machen und zurück erinnern. Dadurch bleibt eine gewisse Spannung und Neugier erhalten, man möchte wissen, wie es weitergeht, wie alles zusammenhängt und was nun aus den beiden wird - ob etwas aus den beiden wird.

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert, in denen wir jeweils die Sicht eines Protagonisten hautnah miterleben dürfen. Der Ich-Erzähler aus Abschnitt eins, wird zum angesprochenen „du“ in Teil zwei und umgedreht. Dadurch erhält man als Leser einen umfangreichen, sehr intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden Männer. Was geht ihnen durch den Kopf, wie haben sie die Situation erlebt, was würden sie vielleicht gern sagen, trauen sich aber noch nicht… Die gewählte Erzählweise gefällt mir ausgesprochen gut. Obwohl man weiß, dass man selbst nicht gemeint ist, macht die Ansprache mit dem „du“ den gesamten Text sehr persönlich und bringt dem Leser das Geschehen sehr nah.
Die Schreibstile von Gerry Stratmann und Nathan Jaeger sind zwar unterschiedlich, jedoch beide sehr gefühlvoll und authentisch und gut aufeinander abgestimmt. 
Besonders gut gefallen hat mir die vorsichtige Annäherung der beiden Protagonisten, mit reichlich emotionalen Momenten, von denen einige eher traurig, andere sehr ausgelassen, heiter und die nächsten sehr zärtlich und teilweise auch erotisch waren. Es geht im Buch nicht um schnellen Sex und das Herausfinden der sexuellen Vorlieben. Zuneigung und Vertrauen stehen viel mehr im Vordergrund, die Protagonisten geben sich Halt, stärken sich, begleiten sich auf teilweise sehr schwierigen Wegen, um sich eine Zukunft zu ebnen, die so viel Positives bringen kann.
Mich hat das Buch häufig zum Nachdenken angeregt, da viele ernste Themen enthalten sind, die buchübergreifend wohl nicht nur die Protagonisten geprägt haben.

Ein tolles, gefühlvolles Gemeinschaftsprojekt, das noch lange nachwirkt.


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