Donnerstag, 25. September 2014

Rezension: Zwischen uns die Zeit von Tamara Ireland Stone

Zwischen uns die Zeit
 
Autor: Tamara Ireland Stone
erschienen November 2013
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-15470-0

 
© cbj

Liebe getrennt durch Raum und Zeit

Als der geheimnisvolle Bennett neu an die Schule von Anna kommt, wird die Welt der 16-jährigen komplett auf den Kopf gestellt. Dass Bennett etwas verbirgt, wird ihr schnell klar, aber das Ausmaß ist unerwartet: Denn Bennett kann nur mittels der Kraft seiner Gedanken durch die Zeit reisen. Es beginnt eine aufregende Phase mit einem bitteren Beigeschmack, denn eigentlich gehört Bennett in eine ganz andere Zeit...

Die sympathische Anna ist Erzählerin der Geschichte. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Ereignisse und erhält dabei viele Einblicke in ihre mal verträumten, mal aufgewühlten Gedanken. Der Erzählstil passt gut zum Teenager, wobei sie an vielen Stellen deutlich reifer wirkt. Sehr abgeklärt geht sie mit der unglaublichen Gabe Bennetts um, sieht in ihm sogar eine Chance, ihren bisher sehr eingeschränkten Reiseradius zu erweitern. Und doch gibt es immer wieder Situationen, in denen sie verständlicherweise völlig überfordert ist.

Ganz lustig ist, dass der Hauptteil der Geschichte 1995 spielt, dementsprechend sind Handys und Internet lange nicht so weit verbreitet wie heute, was in der Interaktion und Kommunikation zwischen den Teenagern immer wieder deutlich wird.

Zeitreisen sind bekanntermaßen ein komplexes Thema, allein schon wegen der Paradoxien, die daraus entstehen.
Leider ist das Thema im Buch für mich nicht immer ganz schlüssig dargestellt: Denn was macht es für einen Sinn, jemandem Bescheid zu sagen, dass man vielleicht ausgehen will, damit er sich keine Sorgen macht, wenn man doch ohnehin vor hat, zu genau der Zeit zurück zu kommen, in der man verschwindet und sodass mögliche erlebte Sorgen der anderen Person damit nicht stattgefunden haben...

Unverständlich? Macht nichts. Im Großen und Ganzen sind Bennetts Kräfte nachvollziehbar geschildert und werden auch nicht in der Häufigkeit angewandt, dass man darüber völlig ins Grübeln gerät. Dennoch gibt es einige unklare Situationen und auch das irgendwie offene Ende trägt nicht unbedingt zum Verständnis bei. Noch dazu finde ich dieses für die Geschichte irgendwie unpassend, zu erzwungen...

Eine teils spannende, teils gefühlvolle, teils dramatische Geschichte um zwei Jugendliche, die versuchen, die Zeit zu überlisten, um zusammen zu sein. Es hat zwar Spaß gemacht, das Buch zu lesen, das Zeitreisethema ist aber nicht immer ganz logisch umgesetzt und das Ende enttäuscht ein wenig.


Kommentare:

  1. Antworten
    1. Ich finde Zeitreisen auch immer super spannend, vor allem, wenn es in die Zukunft geht.
      Wenn es nur nicht manchmal so schwer wäre, bei dem ganzen Zeit-Sprüngen noch allem zu folgen...

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