Samstag, 27. September 2014

Rezension: Saskia Berwein - Seelenweh

© LYX (Egmont)
Seelenweh
Ein Fall für Leitner und Grohmann

Band 3

 Autor: Saskia Berwein
erschienen September 2014
Verlag: LYX (Egmont)
ISBN: 978-3-8025-9404-5
Interview mit Saskia Berwein

fesselnd, spannend, KLASSE!

Kaum ist der beschauliche Ort Lehmanshain wieder zur Ruhe gekommen, geht das Morden von Neuem los. Eine brutal zugerichtete und grausam misshandelte Leiche einer jungen Frau wird gefunden und gibt allen Rätsel auf.
Jennifer Leitner und Oliver Grohmann stehen vor einem schwierigen Fall, viele verwirrende, nicht zusammen passen wollende Hinweise führen sie immer wieder auf Abwege. Als sich dann auch noch der Verdacht aufdrängt, dass die Tote nicht das einzige Opfer sein könnte, sitzt ihnen nicht nur der Täter, sondern auch zusätzlich die Zeit im Nacken.


Jennifer Leitner und Oliver Grohmann kenne ich bereits aus ihren vorherigen zwei Fällen. Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen, mit all ihren Ecken und Kanten, die sie im Buch auch ausleben dürfen. Die beiden sind keineswegs perfekt, haben ihre Geheimnisse und sind manchmal sehr eigensinnig. Besonders Jennifer hält sich nicht so gern an die Vorschriften und bringt sich damit ab und an sogar in Gefahr. Neben ihrer Sturheit und Eigensinnigkeit hat sie jedoch auch das richtige Gespür für Täter und versteckte Hinweise, wodurch sie zu einer unglaublichen guten Ermittlerin wird.
Viele der bereits bekannten Charaktere sind auch in „Seelenweh“ wieder mit von der Partie und mischen kräftig mit. Einige neue Personen kommen ebenfalls hinzu und sorgen teilweise für große Unruhe. Die Mischung gefällt mir sehr gut. Die bekannten Figuren werden weiter ausgebaut, zeigen neue Facetten und entwickeln sich weiter, während die neuen Charaktere immer wieder auftauchen und uns ihre Stärken und Schwächen präsentieren.

Obwohl die Bücher aufeinander aufbauen, kann man sie auch unabhängig voneinander lesen. Die Geschichte der Ermittlerin und des Staatsanwaltes geht weiter und einige Zusammenhänge, was die Familie und ihre persönliche Bindung angeht, kann man vielleicht vollständiger nachvollziehen, wenn man „Todeszeichen“ und „Herzenskälte“ kennt, ein Genuss ist das Buch jedoch auch ohne Vorkenntnisse. Die Mordfälle sind in sich abgeschlossen und man benötigt dort kein Wissen aus den anderen Werken von Saskia Berwein. Ich persönlich würde aber jedem ans Herz legen, die Bücher alle und in der richtigen Reihenfolge zu lesen, es entgehen einem sonst packende Thriller

Der Schreibstil von Saskia Berwein ist mitreißend und fesselnd. Einmal in das Buch eingetaucht, mag man gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Spannende Wendungen, Überraschungen und neue Hinweise führen sowohl die Ermittler, als auch die Leser immer wieder auf neue Spuren, bei denen man nie weiß, wohin sie führen und ob sie richtig sind. Besonders gut gefällt mir, dass man mit raten und spekulieren kann, ohne einen wirklichen Wissensvorsprung zu haben.
Durch die Perspektivwechsel wird das Buch sehr dynamisch und man bekommt Einblicke in unterschiedliche Handlungsstränge, die teilweise parallel zueinander laufen. Während die Ermittler grübeln, wer hinter all den furchtbaren Ereignissen steckt, erfährt man zusätzlich etwas über die Gedanken des Täters und mögliche neue Probleme. Detaillierte Beschreibungen ermöglichen es, sich die Personen, Tatorte und Leichen gut vorzustellen – Gänsehaut garantiert. Neben den Mordermittlungen steht auch immer wieder das Privatleben von Jennifer und Oliver im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn die Protagonisten in ihrer Arbeit aufgehen, gibt es noch ein Leben neben dem Job, das auch nicht immer so einfach ist. Neue Schwierigkeiten und Familienangelegenheiten erfordern Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit. Ich bin gespannt, wie es da im nächsten Band weiter gehen wird. „Seelenweh“ lässt da viel Raum für Spekulationen.

Interessante Ermittlungen, ein brutaler Mörder, spannende Wendungen und sympathische Charaktere machen dieses Buch zu einem gelungenen, packenden Thriller!






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