Samstag, 6. September 2014

Rezension: Krähenmann von Corina Bomann

Krähenmann
 
Autor: Corina Bomann
erschienen August 2014
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-61676-4

 
© Coppenrath
packender Jugendthriller

Waisenkind Clara hat hart für ihre Noten gearbeitet, um ein Stipendium am Eliteinternat Rotensand zu bekommen. Doch ihre Ankunft verläuft anders, als erhofft. Nicht nur, dass es eine Zickenclique direkt auf sie abgesehen hat, auch ein Mordfall erschüttert die Schülerschaft. Auf eigene Faust beginnt Clara nachzuforschen...

In dieser Rezension muss ich unüblicherweise einmal mit dem Ende anfangen, da dies die größte Überraschung für mich bereithielt. Ich wusste nicht, dass es sich bei Krähenmann nicht um einen Einzelband handelt und war dementsprechend über das offene Ende beinahe schon schockiert. Ein wichtiger Teil des Falls ist gelöst, ein zweiter Aspekt bleibt aber komplett offen. Einerseits freue ich mich auf eine weitere Geschichte mit der sympathischen Clara, andererseits bin ich aber skeptisch ob ein zweiter Teil die gleiche Spannung erzeugen kann...

Denn spannend, das war das Buch auf jeden Fall. Im Prolog findet der erste Mord statt, während die Schule noch nicht mal weiß, dass eine ihrer Schülerinnen vermisst wird. Als Leser kann man sofort anfangen zu rätseln, vor allem da der Täter offensichtlich bestimmte Absichten erfolgt, die sich aber zunächst nicht erschließen.

Erzählt wird die Geschichte dann größtenteils von Clara als Ich-Erzählerin, sodass man direkt an ihren Nachforschungen und ihren Gedanken zur Schule und den Vorfällen teilhaben kann. Sie hat einen sehr flüssigen und bildhaften Erzählstill, wodurch man sich die Begebenheiten gut vorstellen kann.
Dazwischen gibt es immer wieder kurze Passagen, die die aktuelle Handlung um den Täter beschreiben, den Leser dabei aber völlig im Unklaren über dessen Identität und Motive lassen.
Je mehr Clara herausfindet, desto spannender wird die Geschichte, zumal sie sich zwangsläufig selbst in Gefahr bringt.

Clara war mir von Beginn an sympathisch. Sie hat ihre Eltern als Kind bei einem Unfall verloren und wuchs danach im Heim auf. Damit gilt sie im Internat natürlich als Sonderling, aber sie interessiert sich gar nicht für die Vorurteile, die ihr entgegenschlagen und geht konsequent ihren eigenen Weg, ohne sich groß um ihren Ruf bzw. ihre Beliebtheit an der Schule zu kümmern.
Ihr Vorgehen bei den Nachforschungen ist zwar schlau, allerdings finde ich es auch immer etwas fragwürdig, wenn Teenager auf eigene Faust ermitteln, sich dabei leichtsinnig in Gefahr bringen und am Ende trotzdem mehr herausfinden als die Polizei.

Die Auflösung ist gelungen. Nach und nach kommt der Leser aufgrund von Claras Informationen und der kleinen Passagen aus Tätersicht auf dessen Spur, sodass einem dramatischen Finale nichts im Wege steht.
Wie gesagt, das Ende empfinde ich als sehr offen, mal schauen, wann und wie die Geschichte weitergeht...

Krähenmann ist ein packender Jugendthriller, der durch den wechselnden Erzählstil und die offenen Fragen Nervenkitzel erzeugt. Ein flüssiger Schreibstil und eine interessante Mischung an Charakteren sorgen für spannende Lesestunden nicht nur für Jugendliche.

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