Mittwoch, 3. September 2014

Rezension: Teardrop von Lauren Kate

Teardrop
Band 1
 
Autor: Lauren Kate
erschienen August 2014
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-16277-4

 
© cbt

Auftaktband mit interessanter Idee und anstrengender Protagonistin


Eine riesige Welle überrascht Eureka und ihre Mutter auf einer Brücke, das Auto wird mitgerissen und nur Eureka überlebt. Für sie beginnt eine schwere Zeit, in der es vor allem gilt, ein altes Versprechen an ihre Mutter einzuhalten: niemals zu weinen.
Als dann die ersten Streitigkeiten mit ihrem besten Freund beginnen und der mysteriöse Ander in ihr Leben tritt, wird dieses Vorhaben auf eine harte Probe gestellt...

Die Eindrücke zu diesem Buch sind schwierig zu beschreiben. Die Geschichte hat sich sehr locker und flüssig gelesen, kaum angefangen waren schon zig Seiten verflogen. Aber: Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und wenn ich dann mit einem Abschnitt fertig war, was gefühlt trotz Etappen von 80 bis 100 Seiten immer sehr fix ging, musste ich jedes Mal feststellen, dass es inhaltlich nicht sooo wahnsinnig viel zu berichten gibt.
Es gibt immer wieder spannende, temporeiche Passagen, aber dazwischen passiert Phasenweise oft nicht allzu viel, außer dass Eureka mal wieder im (inneren) Kampf gegen die ganze Welt liegt.

Gerade zu Beginn werden zig Fragen aufgeworfen, auf deren Beantwortung man lange warten muss. Dadurch wird eine gewisse Neugier erzeugt, gleichzeitig hat man aber auch immer ein wenig das Gefühl, gar nicht so recht zu verstehen, was gerade passiert. Mit der schrittweisen Klärung legt sich dieses Gefühl etwas.

Überrascht war ich, dass sich Lauren Kate nicht, wie scheinbar bei Jugendbüchern im Moment total üblich, der Ich-Perspektive bedient. Trotzdem wird größtenteils nur die Handlung geschildert, wie Eureka sie erlebt und dabei ihr Gefühlsleben sehr detailliert wiedergegeben.
Die Erzählweise hat für mich eine gewisse Distanz geschaffen – obwohl direkt über Eurekas Gefühle geredet wird, bleibt man immer ein wenig außen vor –, was eigentlich perfekt zu Eureka als Figur passt. Sie verschließt sich vor der Welt – sichtbar trauern darf sie nicht, aber Freude erlaubt sie sich auch nicht, was das Lesen ihrer ausschweifenden Gefühlsmonologe teilweise anstrengend macht. Durch ihre starke Abwehrhaltung gegen alles und jeden, allen voran ihre Stiefmutter, verliert sie dadurch mit der Zeit an Sympathiepunkten

Die Grundgeschichte ist auf jeden Fall interessant und man kann miträtseln, warum Eureka für bestimmte Kreise von so großem Interesse ist und warum das Zurückhalten ihrer Emotionen für ihre Mutter so wichtig war.
Das Ende konnte mich nur bedingt überzeugen. Zwar wurde die Handlung durchaus dramatisch und überraschend, teilweise war es aber – für ein Jugendbuch und den bisherigen Verlauf – zu brutal und grausam dargestellt, während andere Situationen zu einfach gelöst wurden. Es bleiben noch etliche Fragen offen und man kann nicht erahnen, was das Schicksal für Eureka bereithalten wird.

Der Auftaktband der neuen Reihe von Lauren Kate bietet eine interessante Idee, allerdings hätte die Handlung für mich weniger Eureka-Gedanken und dafür etwas mehr Tempo vertragen. Der leicht distanzierte Schreibstil passt zwar zu Eurekas Charakter, macht es aber für den Leser auch schwer, sich richtig in sie einzufühlen.

Kommentare:

  1. Nach der Überschrift hätte ich 3 Möhren erwartet... Ich habe auch 4 Sterne verteilt und finde es gut, dass du nicht verrätst, worum es geht. Das kann man nämlich auf einigen Blog schon lesen und das finde ich sehr ärgerlich! LG

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  2. Huhu,
    ich schwankte auch erst um die 3,5, aber wenn ich es dann mit den anderen Büchern vergleiche, denen ich in diesem Monat die 3 Möhren gegeben habe, hat es mir doch noch besser gefallen...
    Nachdem ich selbst von der Buchrückseite gespoilert wurde, wollte ich gar nichts mehr verraten ;) In der Regel lese ich Klappentexte daher schon gar nicht mehr. Das ist immer schade, vor allem, wenn man wie bei diesem Buch, eigentlich lange im Dunkeln tappen würde.
    Viele Grüße,
    Anja

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