Sonntag, 31. August 2014

Rezension: Tausend Mal gedenk ich dein von Heike Eva Schmidt

Tausend Mal gedenk ich dein
 
Autor: Heike Eva Schmidt
erschienen August 2014
ISBN: 978-3414824059

 
© Boje

wenig Spannung, wenig Tiefe


Nelly ist ein normales 15-jähriges Mädchen, bis sich in ihrem Umfeld plötzlich ungewöhnliche Vorfälle häufen, kaputte Gegenstände, kleine Unfälle. Zunächst hält Nelly es für Zufall. Doch da Jule mit Beginn der Ereignisse neu in ihre Klasse gekommen ist, vermutet Nelly mit der Zeit einen Zusammenhang...

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Da gibt es zum einen kurze, rätselhafte Notizen des vermeintlichen Täters, sowie Passagen in der Er-Perspektive von Nellys Freunden und Mitschülern. Den Hauptteil machen aber die Szenen aus Nellys Ich-Perspektive aus, durch die der Leser ihre Gedanken zu den Vorfällen direkt mitverfolgen kann. Insgesamt ergibt sich durch die Vielzahl an Perspektiven ein umfassendes Bild der Handlung an verschiedenen Orten, während gleichzeitig auch Einblicke in die Gedanken von Nellys Umfeld gewährt werden.

Die Handlung beginnt durch die mysteriösen Passagen, die sich keiner Figur direkt zuordnen lassen, zunächst ganz interessant, aber Spannung kann im weiteren Verlauf nur bedingt aufgebaut werden.
Es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch, einen Thriller für Mädchen, der mit einer Altersempfehlung von 14 bis 17 Jahren geführt wird. Zwischendrin war ich geneigt, tatsächlich nur eine Empfehlung für die entsprechende Zielgruppe auszusprechen, da typische Teenagerthemen behandelt werden – Freundschaft, erste Liebe, Probleme mit den Eltern und Mitschülern –, wobei die Handlung leider recht oberflächlich bleibt. So werden zwar auch erste Themen angesprochen, letztlich fehlt aber die nötige Tiefe. Dies gilt auch für die Figuren. Nelly, die sich in ihrer Meinung sehr leicht beeinflussen lässt, wird mit der Zeit genauso anstrengend wie ihre Freundin, die ihr immer ihre Meinung aufzuzwängen versucht.

Welche Richtung die Geschichte nimmt, war für mich dann schnell vorhersehbar und ich hab die ganze Zeit noch auf eine große Überraschung oder Wendung gewartet, weil es so offensichtlich doch wohl nicht sein kann. Kurz vor Schluss wurde ich dann noch sehr positiv überraschet, weil es doch noch eine total unerwartete, aber absolut gelungene Wendung gab, die mich mit der zuvor teils langatmigen Geschichte versöhnt hat. Aber auch hier wird ein sehr erster Aspekt leider viel zu kurz thematisiert.

Es kommt lange wenig Spannung auf. Erst das Ende überzeugt durch Dramatik und eine unerwartete Wendung. Insgesamt fehlt dem Buch aber deutlich an Tiefe, gerade für die Zielgruppe hätte ich mir eine intensivere Beschäftigung mit einigen Themen gewünscht.
 
 

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