Donnerstag, 21. August 2014

Rezension: Nathan Jäger - Zweifel in Worten

  Zweifel in Worten 
  Autor: Nathan Jäger
  erschienen Juni 2013
  CreateSpace Independent
  Publishing Platform
  ISBN: 978-1490368115

 
ohne Zweifel: gefühlvoll, erotisch, toll

Neue Stadt, neues Leben, neuer Job, neue Liebe? Naja nicht ganz. Frank ist nach seinem Umzug auf der Suche nach einem ruhigen, geordneten Leben, um seine Vergangenheit und die prägenden Erlebnisse hinter sich zu lassen. Der Jobwechsel ist schon allein durch den Ortswechsel unumgänglich, doch Liebe spielt hier für ihn eher eine untergeordnete Rolle. An den einen Richtigen glaubt Frank ohnehin nicht mehr und auch auf flüchtige Bekanntschaften, die höchstens befriedigen, aber bei Weitem nicht Glücklich machen, verzichtet er momentan komplett.
Als dann allerdings Gabriel und Sam in sein Leben treten, ändert sich seine Meinung. Fasziniert von der liebevollen Art der beiden Männer, kann er sich tatsächlich vorstellen, dass es wahre Liebe gibt – nur eben nicht für ihn.


Die drei Hauptcharaktere Sam, Gabriel und Frank sind mir im Verlauf der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Sie sind sehr unterschiedlich, facettenreich und super sympathisch. Während Gabriel eher der Ruhepol ist und mit seiner besonnen, ausgeglichenen Art für Vertrauen und entspannte Stunden sorgt, ist Sam ein forscher Wirbelwind, mit unglaublich viel Energie, spontanen Einfällen, die zum Spaß haben einladen. Frank braucht genau die Mischung der beiden, denn er ist ein sehr vielseitiger Charakter. Auf der einen Seite ist er geprägt durch seine Erlebnisse, hat Selbstzweifel, zieht sich zurück, ist gern für sich und hängt seinen Gedanken nach. Auf der anderen Seite ist er jedoch auch für Spaß zu haben, unternimmt gern was, ist auch ab und an mal wild und ungestüm. Bei Sam und Gabriel kann er sein, wie er ist, ohne sich verstellen zu müssen. Das macht die Figuren sehr authentisch, man kann sich in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen.
Besonders gelungen und hilfreich sind auch die Perspektivwechsel im Buch. Sie machen das Geschehen nicht nur sehr dynamisch, es ermöglicht auch, in alle Köpfe und Gefühlswelten Einblicke zu erhalten, die inneren Kämpfe mit zu verfolgen und ganz verschiedene Sichten auf die einzelnen Situationen zu bekommen.

Nathan Jäger gelingt es, mich durch seinen offenen und sehr ehrlichen Schreibstil zu fesseln. Das Thema der Dreierbeziehung wird nicht beschönigt, sondern mit den auftretenden Problemen, Schwierigkeiten und Zweifeln beleuchtet. Dabei kommen jedoch auch die aufregenden und erfreulichen Seiten nicht zu kurz. Die zahlreichen gefühlvollen Passagen haben mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Die eigenen Gedanken, Wünsche und Vorstellungen sind manchmal nicht ganz so greifbar, wie man es selbst gern hätte. Das Verlangen nach etwas oder jemandem kann einen ordentlich den Kopf verdrehen und dazu verleiten, seine eigenen Grenzen zu überschreiten und sich mutig auf neue Wege zu wagen. Ich find es sehr schön, dass Sam, Gabriel und Frank das Wagnis eingegangen sind und sich allen Herausforderungen, Krisen und Problemen stellen, auch wenn der Ausgang bis zum Ende ungewiss bleibt.
Die erotischen Momente im Buch sind schön und ausdrucksstark gestaltet, ohne dabei aufdringlich oder plump zu wirken. Angenehme Ausdrücke sorgen für Leidenschaft, Sinnlichkeit und ein Prickeln, das man über die Buchseiten hinaus spüren kann.

Zweifel in Worten hat mir – ganz ohne Zweifel- sehr gut gefallen. Tolle, liebevoll präsentierte Charaktere, eine spannende, abwechslungsreiche Handlung und ein sehr angenehmer, mitnehmender Stil begleiten den Leser auf einer Entdeckungsreise ins, für mich unbekannte, Land der Dreierbeziehungen.


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