Mittwoch, 20. August 2014

Rezension: Herz im Glas von Katharina V. Haderer

Herz im Glas
 
Autor: Katharina V. Haderer
erschienen Juni 2014
CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1500253028


 
 
© Katharina V. Haderer

ereignisreiche, überraschende Geschichte


Aenne erwirbt auf einem Markt ein Herz in einem Opfergefäß – an sich nicht ungewöhnlich, würde es sich wie sonst im ein tierisches, nicht um ein menschliches Herz handeln. Da Blutmagie verboten ist und Aenne ein Verbrechen hinter ihrem Zufallskauf vermutet, macht sich die Tochter des reisenden Königs zusammen mit ihren Brüdern Erza und Caedes auf in die berüchtigte Felsenstadt Terra Talion. Doch je mehr sie nachforschen, desto mehr geraten die Geschwister selbst in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Gier und Intrigen...

In Herz im Glas entwirft Katharina V. Haderer eine komplexe Fantasywelt, die sie mit vielen detaillierten Beschreibungen von Örtlichkeiten und Lebensweise anschaulich ausgestaltet, sodass sich dem Leser ein umfangreiches Bild der teils grausamen Lebensumstände in der Stadt eröffnet.

Diese neue Welt fasziniert im späteren Verlauf mit all ihren eigentümlichen Details, zunächst fällt es aber etwas schwer, sich aufgrund der vielen fremden Begrifflichkeiten im Buch zurechtzufinden. Der im Buch vorhandene Glossar mit Erklärungen zu Personen und bestimmten Wörtern hätte hier sicher geholfen, würde ich es nicht als so umständlich empfinden, im eBook zu „blättern“.
Zwar ist die Sprache der Welt, die an mittelalterliche Zustände erinnert, angepasst, wodurch manchmal eigentümliche, schwulstig anmutende Formulierungen entstehen, ansonsten liest sich die Geschichte aber – hat man sich erst mal in die Begriffe hineingefunden – sehr flüssig.

Die Geschichte wirft von Beginn an viele Fragen auf. Besonders der rätselhafte Prolog, der zwar die Entnahme des Herzens aber nicht die damit einhergehenden Umstände anschneidet, zieht den Leser direkt in die Geschichte.
Allerdings ist das Geschehen zu Beginn – die Suche der Geschwister nach Anhaltspunkten – durchaus spannend, hätte aber auf den ersten Seiten etwas mehr Tempo vertragen. Etwa ab der Hälfte überschlagen sich die Ereignisse dann geradezu, sodass man auch beim Lesen vor Dramatik ab und an die Luft anhält. Dabei gibt es viele überraschende Wendungen, nachdem man – nicht zuletzt aufgrund der sich gegenseitig widersprechenden Aussagen der Figuren – immer wieder in falsche Richtungen gelenkt wird. Auch vor blutigen Beschreibungen macht Haderer nicht halt, und Verluste gibt es wirklich einige zu verzeichnen...

Es gibt eine sehr interessante Mischung an Figuren der verschiedensten Gesellschaftsschichten, sodass reichlich Konfliktpotential vorhanden ist. Von den drei Geschwistern habe ich besonders Caedes, dem es immer wieder gelingt, sich ungewollt in gefährliche oder witzige Situationen zu manövrieren, schnell ins Herz geschlossen. Andere Charaktere schätzt man anfangs völlig falsch ein, sodass sie für unerwartete Ereignisse sorgen.

Trotz loser Handlungsstränge und offener Schicksale sind die wichtigsten Fragen am (sehr überraschenden) Endes des Buches geklärt, sodass ich es für mich mit dem Gefühl beiseite lege, dass die Geschichte im Grunde zuende erzählt ist.
 
Nach einem ruhigen Einstieg nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf, sodass man das Buch kaum noch beiseite legen kann. Neben reichlich Dramatik gibt es auch ein wenig Action und Gefühl. Für Fantasy-Fans eröffnet sich eine komplexe und facettenreiche Welt voller Gefahren und Abenteuer.


1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Bin heute über den #BuBlo14 hierher gelangt. Das Buch klingt interessant, auch wenn Fantasy eigentlich nicht unbedingt mein Fall ist.
    LG
    Doro

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